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Schutz vor Zecken

Zecke im Mikroskop

Zecke, unter dem Raster-Elektronenmikroskop

Wirkungsvoller Schutz vor Zeckenstichen

Je nach Witterung (bereits ab 6 - 8 Grad Celsius) können in unserer Region Zecken das ganze Jahr über aktiv sein. Durch Zeckenstiche werden hauptsächlich übertragen:

  • die Frühsommer-Meningoenzephalitis FSME
  • die Lyme-Borreliose
  • auch eine Übertragung von z.B. Ehrlichiose oder dem Q-Fieber ist möglich.

Wo halten sich Zecken auf?

Zecken halten sich in der Nähe des Bodens oder in geringer Höhe über dem Boden auf. Sie sind bespielsweise auch in städtischen Grünanlagen zu finden. Ihre bevorzugten Standorte sind:

  • Gras
  • Gebüsch oder Sträucher
  • Waldrand und
  • Wald

Zecken fallen nicht von den Bäumen - wie oft irrtümlich angenommen wird. In einer Höhe von über 1,20 m wurde bisher noch keine Zecke gefunden.

Wie kann ich mich vor einem Zeckenstich schützen?

  • Hautbedeckende Kleidung, Kopfbedeckung, Strümpfe und geschlossenes Schuhwerk
  • Tragen heller Kleidung: darauf sieht man die Zecken besser
  • Im Wald die Wege benutzen, nicht durch dichtes Gebüsch oder hohes Gras laufen
  • Einreiben unbekleideter Körperstellen mit gegen Zecken getesteten Mückenabwehrmitteln
  • Nach Aufenthalten im Wald, Wiese und Gebüsch: Absuchen des Körpers und der Kleidung nach Zecken; vor allem Körperstellen mit dünner Haut, wie Haaransatz, Kopfhaut, Ohren, Hals und Gelenkbeugen, Leistengegend sowie Hände und Füße anschauen

Was tun bei Zeckenstich?

Die Zecke soll möglichst schnell entfernt werden. Das Infektionsrisiko für z.B. Borreliose steigt mit der Saugdauer der Zecke. Die Zecke möglichst nah an der Haut mit Pinzette oder Zeckenzange fassen und langsam herausziehen. Zecke nicht mit Öl, Nagellack, Alkohol oder Klebstoff bestreichen. Zeckenleib vor allem nicht quetschen (drückt Erreger in die Haut).

Was später beachten?

Die Einstichstelle sollte 4 Wochen lang beobachtet werden. Bei Auftreten von Wanderröte oder anderen Symptomen (u.a. Fieber, Kopfschmerzen): Arzt aufsuchen.

Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME)

Bei der FSME handelt es sich um eine Viruserkrankung. Zur Virusübertragung genügt bereits ein kurzer Stich.

Die aktive Impfung ist die beste Möglichkeit, sich vor der Virusinfektion zu schützen. Sie steht für Kinder ab dem vollendeten 1. Lebensjahr und für Erwachsene zur Verfügung.

Die FSME-Impfung beinhaltet zwei Teilimpfungen im Abstand von 4 Wochen. Bereits kurze Zeit danach besteht eine Schutzrate von ca. 95 Prozent. Um einen lang anhaltenden Schutz zu erziehlen, muss etwa neun bis zwölf Monate nach den ersten Teilimpfungen noch eine dritte erfolgen. Damit ist die Grundimmunisierung abgeschlossen.
Eine erste Auffrischung sollte man nach drei Jahren durchführen lassen. Die folgenden Auffrischungen lassen Geimpfte im Alter von 12- 49 Jahren alle fünf Jahre durchführen.

Krankheitsanzeichen und Erkrankung

Die FSME-Erkrankung beginnt häufig wie eine Grippe ("Sommergrippe") mit Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen. Zeckenstiche bleiben oft unbemerkt. Erwähnen Sie deshalb beim Gespräch mit Ihrem Arzt Aktivitäten im Freien (z.B. Wandern, Fahrradfahren). 2-28 Tage nach dem Stich einer virustragenden Zecke kommt es zu einer 1. Erkrankungsphase mit grippeähnlichen Symptomen. Bei vielen Infizierten ist damit die Krankheit ausgestanden.

Bei einem Drittel der Erkrankten kann es in einer zweiten Phase jedoch zu einer Erkrankung des Gehirns und Rückenmarks mit Lähmungen der Augen-, Gesichts- und Blasenmuskulatur oder der Arme und Beine kommen. Bei schweren Verlaufsformen können Restschäden verbleiben. Auch Todesfälle sind bei 1-2% der Erkrankten beschrieben worden.

Lyme-Borreliose

Die Lyme-Borreliose wird über Bakterien übertragen. Im Gegensatz zur FSME muß eine mit Borrelien infizierte Zecke erst einmal einige Stunden saugen, bis eine Übertragung stattfindet.

Risikogebiete

Ganz Deutschland gilt als Infektionsgebiet.

Impfung

Für die Lyme-Borreliose im europäischen Raum gibt es noch keinen Impfstoff.

Krankheitsanzeichen und Erkrankung

Das erste Anzeichen einer Borreliose ist häufig mit einer charakteristischen Hautrötung, auch ringförmig, um die Einstichstelle oder anderen Körperteilen verbunden und wird daher auch als Wanderröte bezeichnet. Auch unklare Kopf-, Nerven- und Gelenkschmerzen sollten umgehend abgeklärt werden. Im Frühstadium ist die Borreliose mit Antibiotika gut behandelbar. Unbehandelt kommt es nach Rückbildung der Rötung im Zweitstadium zu einer Erkrankung des Nervensystems. Neben schmerzhaften Nerven- und Hirnhautentzündungen kann es dabei zu Lähmungen, vorwiegend der Gesichtsnerven kommen. Ebenso sind Herzmuskelentzündungen möglich. Diese Symptome können sich auch unbehandelt zunächst zurückbilden und schubweise später wieder auftreten.
Im dritten Stadium, das normalerweise nach etwa sechs Monaten, aber ebenso viel später auftreten kann, werden vor allem die Gelenke befallen, insbesondere in Form von Entzündungen der Knie- und Sprunggelenke. Noch nach Jahren können außerdem wieder Erkrankungen der Haut und des Nervensystems auftreten, wobei auch Krankheitszeichen zu beobachten sind, die denen der Multiplen Sklerose (MS) ähnlich sind. Relativ häufig durchläuft die Zecken-Borreliose nicht die Reihenfolge der geschilderten Stadien. Die Infektionskrankheit kann in jedem Stadium erstmals auftreten.

Zeckengebiete

Fast ganz Bayern ist nach der aktuellen Neudefinition des Robert-Koch-Instituts jetzt Risikogebiet für die durch Zecken übertragbare FSME. Mittlerweile sind 78 von 96 Landkreisen und Städten betroffen. Auch wenn man nicht in einem Risikogebiet wohnt oder arbeitet, ist die Impfung anzuraten - eine Infektion kann nämlich auch schon beim Wochenend-Ausflug passieren.

Zecken und der Schulausflug

Entfernung von Zecken bei Schülerinnen und Schülern durch Lehrkräfte
Die Entfernung einer Zecke durch eine Lehrkraft (oder andere medizinische Laien) ist keine „Krankenbehandlung“, sondern eine Hilfsmaßnahme, die grundsätzlich jedermann ausführen kann und darf. Wie bei anderen medizinischen Hilfsmaßnahmen ist eine Lehrkraft – außer in Notfällen – nicht gezwungen, tätig zu werden. Ein Zeckenstich als solcher ist kein „Notfall“, der ein sofortiges Einschreiten erfordert, um eine akute Gefahr für das Leben oder die Gesundheit abzuwenden, da ein Zeckenstich eher selten eine Infektion zur Folge hat. Bei nicht infizierten Zecken besteht in der Regel keine Infektionsgefahr. Und selbst bei dem Stich einer infizierten Zecke kommt es nicht zwangsläufig zu einer Infektion, und wenn, dann auch nicht unmittelbar nach dem Stich. Allerdings nimmt die Möglichkeit einer Infektion mit fortschreitender Dauer des Verbleibs der Zecke in der Haut zu. Genauere Informationen entnehmen Sie bitte den beiden .pdf-Dokumenten

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