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CO2-Monitoring: Die Ziele im Blick

Die Stadt Nürnberg hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2020 eine 40-prozentige Reduktion und bis 2050 eine 80-prozentige Reduktion der CO2-Emissionen bezogen auf das Jahr 1990 zu erreichen.

Um die Erreichung dieser Ziele zu überprüfen, hat die Stadt Nürnberg ein Monitoring- und Evaluierungssystem entwickeln lassen. Es handelt sich um ein zweistufiges System: Zum einen wurden Klimaschutz-Indikatoren für die jährliche Dokumentation entwickelt, zum anderen wird ein Klimaschutz-Bilanzierungssystem zur standardisierten Emissionsbilanz genutzt.

CO2 Emissionen Gesammt

Vergleicht man die Entwicklung des Energieverbrauchs und der CO2-Emissionen der Stadt Nürnberg mit dem Bezugswert von 1990, so ergibt sich ein Rückgang der CO2-Emissionen (mit Anrechnung der Fernwärme-Gutschrift) um 32,6 %. Die CO2-Emissionen verringern sich bis 2010 deutlich. Dieser Rückgang beruht insbesondere auf der Umstellung des Heizkraftwerkes Sandreuth von Kohle auf Erdgas (GuD) in den Jahren 2005/2006.
Die CO2-Emissionen steigen 2011 und 2012 leicht und sinken dann wieder auf annähernd den Wert von 2010.

Die CO2-Gutschrift liegt 2013 auf fast dem gleichen Niveau wie 2010. Die Höhe der Gutschrift ist abhängig von der Menge des erzeugten Stroms, den eingesetzten Energieträgern bei der Erzeugung (ab 2012 erfolgt die Stromerzeugung teilweise auch durch das Biomasseheizkraftwerk in Sandreuth), aber auch dem Emissions-koeffizienten des substituierten Stroms.

CO2 Emisionen pro Einwohner

Die Grafik zeigt die spezifischen CO2-Emissionen pro Einwohner in der Stadt Nürnberg im Zeitraum 1990 bis 2013. Unter Berücksichtigung der Stromgutschrift aus der Fernwärmeerzeugung können ab 2005 zwei Werte angegeben werden.
Die Tendenz seit dem Jahr 2004 zeigt, dass sowohl mit als auch ohne Berücksichtigung dieser Stromgutschrift die CO2-Emissionen je Einwohner sinken. Lagen sie im Jahr 2000 noch bei ca. 10,0 Tonnen je Einwohner, sind es im Jahr 2013 nur noch ca. 7,8 Tonnen CO2 je Einwohner (ohne Gutschrift) bzw. ca. 7,15 Tonnen CO2 je Einwohner (mit Gutschrift).

Der stark emissionsmindernde Effekt der Umstellung des Heizkraftwerkes Sandreuth von Kohlefeuerung auf GuD-Technologie macht sich ab 2005/2006 bemerkbar.

Endenergieverbrauch

Der gesamte Endenergieverbrauch in der Stadt Nürnberg hat zwischen 1990 und 2013 deutlich um ca. 14,5 % abgenommen. Der Verbrauch ging bis 2010 kontinuierlich zurück. Seit 2011 stagniert die Reduktion. Während der Stromverbrauch tendenziell angestiegen ist, nahm der Erdgasverbrauch ab. Die fossilen Energieträger Heizöl und Kohle haben stark an Bedeutung verloren. Die Erneuerbaren Energien verzeichnen dagegen die höchsten Zuwächse. Der Endenergieverbrauch des Verkehrssektors ist leicht rückläufig, aber immer noch auf einem hohen Niveau.

Stromverbrauch

Der Stromverbrauch hat im Zeitraum 1990 bis 2013 mit Ausnahme von leichten Schwankungen bis zum Jahr 2008 kontinuierlich zugenommen. Seitdem liegt er auf relativ hohem Niveau. In den Jahren 2012 und 2013 ist der Verbrauch wieder leicht rückläufig und liegt ca. 3,6 % unter dem bisherigen Maximalwert im Jahr 2008. Der Grund für den hohen Stromverbrauch dürfte u.a. in den zusätzlichen Anwendungen der Informations- und Kommunikationstechnik, den steigenden Einwohnerzahlen und dem steigenden Lebensstandard liegen.

Nach Aussagen des (Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft e.V.) stieg der bundesweite Stromverbrauch von 1991 bis 2010 jährlich im Durchschnitt um etwa 0,7 Prozent, das jährliche Wirtschaftswachstum lag hingegen durchschnittlich bei 1,2 Prozent. Darin zeigt sich die zunehmende Entkopplung von Wirtschaftswachstum und Stromverbrauch, was eindeutig auf Energieeffizienzmaßnahmen zurückzuführen ist. Auch im Bundesdurchschnitt sinkt der Gesamtstromverbrauch langsam.

Erdgasverbrauch

Der witterungsbereinigte Erdgasverbrauch stieg von 1990 bis 2000 stark an. Danach verringerte er sich kontinuierlich bis zum Jahr 2011. Ab 2012 hat sich dieser Trend nicht fortgesetzt und der Verbrauch steigt wieder leicht. Die Entwicklung von 2009 bis 2013 war durch Schwankungen gekennzeichnet. Trotzdem lag der Endenergieverbrauch 2013 ca. 17,7 % unter dem Wert von 2000. Der starke Anstieg in den neunziger Jahren ist u.a. durch die Substitution von Heizöl und Kohle durch den umweltfreundlicheren Energieträger Erdgas zu erklären.

Seit dem Jahr 2000 wirkt sich besonders die Energieeffizienz im Gebäudebereich auf den Erdgasverbrauch aus.

Fernwäreverbrauch

Bei der Fernwärme handelt es sich um eine sehr klimafreundliche Art von Wärmeversorgung. Sie stellt einen wichtigen Beitrag zur Erreichung der Klimaschutzziele dar. Die Erzeugung der Fernwärme findet überwiegend im Heizkraftwerk Sandreuth der N-ERGIE Aktiengesellschaft statt. Im Jahr 2005/2006
wurde das Heizkraftwerk auf Gas und Dampf-Technik umgerüstet und der Energieträger Steinkohle durch Erdgas ersetzt. Im Juli 2012 wurde zudem das Biomasseheizkraftwerk in Betrieb genommen und liefert seitdem regenerative Wärme, was ca. 7 % der Nürnberger Fernwärme entspricht.

Der witterungsbereinigte Fernwärmeverbrauch im Stadtgebiet Nürnberg befindet sich seit 2000 – mit gewissen Schwankungen – auf einem stabilen Niveau. Aufgrund der Aktivitäten der N-ERGIE Aktiengesellschaft konnte die Anschlussdichte in den Fernwärmegebieten erhöht und das Fernwärmenetz auf neue Gebiete erweitert werden. Hierdurch konnte der konkursbedingte Wegfall von einigen Großkunden im Bereich Industrie und Gewerbe, sowie der verbrauchs-mindernde Einfluss von Gebäudesanierungen ausgeglichen werden.

Erneuerbare Energien im Stadtgebiet

Die Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien im Stadtgebiet Nürnberg ist nach mehreren Jahren kontinuierlichen Wachstums 2013 auf ca. 2,55 % des gesamten Strom-verbrauchs angewachsen (2011:1,04 %). Der starke Zuwachs ab 2012 ist im Wesentlichen dem neuen Biomasseheizkraftwerk der N-ERGIE
Aktiengesellschaft am Standort Nürnberg-Sandreuth zu verdanken.

Stromerzeugung aus Photovoltaik

Am Stichtag 31.12.2014 gab es in Nürnberg 2.171 PV-Anlagen mit einer installierten Gesamtleistung von 39.765 Kilowattpeak (kWp). Hiervon sind ca. 10 % auf den Gebäuden der Stadtverwaltung installiert. Auch wenn die Photovoltaik nur einen geringen Anteil an der Gesamtstromerzeugung ausmacht, so stellt sie unter den erneuerbaren Energien in Nürnberg doch einen relevanten Anteil dar. Im Jahr 2000 begann mit Einführung des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes (EEG) der rasante Ausbau der Photovoltaik.

Seit 2004 hat sich die installierte Leistung beinahe verzwanzigfacht. Dieser steigende Trend wurde durch die kontinuierliche Senkung der EEG-Vergütung für Strom aus Photovoltaik seit 2012 wieder deutlich gebremst. Im Jahr 2014 betrug der erzeugte Strom aus Photovoltaik 30.537 Megawattstunden(MWh). Das bedeutet eine Einsparung von ca. 18.000 Tonnen CO2. Bezogen auf das Stadtgebiet lieferten die PV-Anlagen 2014 ca. 0,9 % des Gesamtverbrauchs Nürnbergs und versorgten umgerechnet ca. 8.000 Haushalte (4-Personen) mit Strom.

Solarthermie (Kollektorenfläche)

2004 betrug die installierte Fläche solarthermischer Anlagen noch 8.117 m². Am Stichtag 31.12.2014 ist die Fläche auf 32.506 m² angestiegen und hat sich damit in 10 Jahren vervierfacht (2014 sind ca. 3.180 Anlagen installiert). Die Abbildung zeigt, dass die installierte Fläche solarthermischer Anlagen von 2004 bis 2010 kontinuierlich und stetig gestiegen ist. Von 2011 bis 2013 erhöht sich die Kollektorfläche aufgrund geänderter Förderkriterien des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) nur noch leicht.

2014 ist jedoch wieder ein deutlicher Zubau von ca. 5.200 m² zu erkennen. Es ist davon auszugehen, dass sich durch die schwierigere Lage im PV-Sektor Bauherren wieder für eine Solarthermieanlage, anstatt für eine PV-Anlage entschieden haben.

Nachhaltigkeitsberichte der Stadt Nürnberg

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