Markenzeichen der Stadt Nürnberg

Nachrichten aus dem Rathaus

Nr. 1140 / 15.10.2026

Neue Öl- und Gasheizungen: Baubürgermeister warnt vor teuren Fehlentscheidungen

Das im Juli 2026 beschlossene Gebäudemodernisierungsgesetz schafft beim Heizungstausch mehr Technologiefreiheit. Aus Sicht der Stadt Nürnberg birgt das jedoch neue Risiken für Klimaschutz, Bezahlbarkeit und langfristige Planungssicherheit. Nürnbergs Bürgermeister Dr. Nasser Ahmed warnt insbesondere davor, dass Öl- und Gasheizungen nun wieder als langfristig sichere Option erscheinen könnten.

„Wer heute eine Heizung erneuert, darf morgen nicht vor einem finanziellen Überraschungspaket stehen. Die Menschen brauchen klare Regeln, auf die sie sich langfristig verlassen können. Wenn politische Vorgaben ständig ihre Richtung ändern, wird es für Eigentümerinnen und Eigentümer schwieriger, wirtschaftlich vernünftig zu investieren – und für uns als Stadt, die Wärmewende verlässlich zu planen“, sagt Ahmed.
Kritisch sieht Ahmed insbesondere, dass neue Öl- und Gasheizungen wieder stärker in den Fokus rücken. Zugleich gelten künftig steigende Anforderungen an klimafreundliche Brennstoffe. Wie sich Biotreppe und Grüngasquote konkret auf Verfügbarkeit und Preise auswirken werden, ist für Eigentümerinnen und Eigentümer heute nur schwer abzuschätzen.

„Nur weil eine Öl- oder Gasheizung heute wieder leichter möglich ist, heißt das nicht, dass sie in zehn oder zwanzig Jahren noch die wirtschaftlich sinnvollste Entscheidung ist. Genau deshalb brauchen wir verlässliche Rahmenbedingungen“, so Ahmed.

Auch für die kommunale Wärmeplanung sind langfristig stabile Vorgaben entscheidend. Stadt, Energieversorger und Gebäudeeigentümer müssen ihre Investitionen über viele Jahre aufeinander abstimmen können. Für Nürnberg bleibt deshalb die Richtung klar: Die Stadt hält an ihrer Wärmeplanung und am Ausbau der Fernwärme fest. Bürgerinnen und Bürger sollen frühzeitig erfahren, welche Wärmeversorgung in ihrem Gebiet langfristig vorgesehen und sinnvoll ist.

Ahmed appelliert an Eigentümerinnen und Eigentümer: „Wer vor einem Heizungstausch steht, sollte sich fachkundig beraten lassen und nicht nur fragen, was heute erlaubt ist, sondern was langfristig bezahlbar und verlässlich bleibt. Wo Fernwärme perspektivisch verfügbar ist, sollte diese Möglichkeit unbedingt in die Entscheidung einbezogen werden.“

Weitere Informationen und Beratungsangebote sind online abrufbar unter www.nuernberg.de/internet/klima/beratungsangebote.html#_0_11