Nachrichten aus dem Rathaus

Nr. 942 / 24.09.2018

Brüsseler Büro plant Raumakustik des Konzerthauses

Im April 2018 fiel in einem internationalen Architektenwettbewerb die Entscheidung für einen Entwurf für den Bau eines neuen Konzerthauses in Nürnberg. Nun hat der Stadtrat in seiner Sitzung am Mittwoch, 19. September 2018, einstimmig beschlossen: Die Akustik des Konzertsaals wird das Büro Kahle Acoustics aus Brüssel/Belgien planen. Gemeinsam mit dem nun verpflichteten Akustiker und den Architekten werden in den nächsten Monaten die klanglichen Anforderungen an den Saal mit 1 500 Sitzplätzen erarbeitet und definiert.

Vorausgegangen war eine europaweite Ausschreibung, an deren Ende sich vier namhafte Planungsbüros vorgestellt und ihre Konzepte präsentiert haben. Neben den verantwortlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Stadt Nürnberg gehörten auch zahlreiche Sachverständige der Bewertungskommission an, darunter die neue Generalmusikdirektorin der Stadt Nürnberg, Joana Mallwitz, die Intendanten der Nürnberger und der Bamberger Symphoniker, Lucius A. Hemmer beziehungsweise Marcus Rudolf Axt, sowie der Präsident der Hochschule für Musik Nürnberg, Professor Christoph Adt. Alle Bewerter haben dem Stadtrat einstimmig empfohlen, die Firma Kahle Acoustics mit den raumakustischen Planungen für das neue Konzerthaus zu beauftragen.

Kahle Acoustics wurde 2001 vom deutschen Physiker und Musiker Eckhard Kahle in Brüssel gegründet. Das Büro befasst sich ausschließlich mit der raumakustischen Planung von Konzertsälen und Veranstaltungsstätten. Zu den Projekten von Kahle Acoustics zählen die Morgan Library & Museum in New York (Architekt: Renzo Piano), das Guthrie Theater in Minneapolis (Jean Nouvel), die Oper La Monnaie in Brüssel, das Theater Curve in Leicester (Rafael Viñoly Architects), die Konzertsäle Nouveau Siècle Lille und L'Auditorium de Bordeaux, das Stavanger Konserthus in Norwegen und das Musikforum Bochum sowie zuletzt mehrere Theater in China. Eckhard Kahle war auch bauherrnseitiger Akustiker für die neue Philharmonie de Paris (Architekt: Jean Nouvel; Akustiker: Yasuhisa Toyota/ Nagata Acoustics). Vor Gründung seines Büros arbeitete Eckhard Kahle sechs Jahre für die New Yorker Akustikfirma Artec Consultants Inc. Zu den wichtigsten Projekten dieser Zeit zählt der Konzertsaal im Kultur- und Kongresszentrum KKL Luzern, den Eckard Kahle als Projektleiter begleitete. Kahle ist außerdem Professor für Akustik an der Musikhochschule in Karlsruhe.

Die Stadt Nürnberg beabsichtigt mit dem Bau eines neuen Konzerthauses an der Meistersingerhalle ihre Position als überregionaler Musikstandort zu festigen und auszubauen. Von zentraler Bedeutung ist dabei der Klang im Konzertsaal, der höchsten Ansprüchen von Musikern und Publikum genügen soll. Im Zentrum steht dabei die Aufführung akustischer, also unverstärkter (klassischer) Musik. Daneben sollen aber auch elektroakustisch verstärkte Konzerte und Shows sowie alle anderen Formate vom Jazz bis zur Weltmusik in sehr guter Qualität möglich sein.

Das neue Konzerthaus wird bis Ende 2023 westlich der Meistersingerhalle an der Münchener Straße errichtet werden. Als Sieger aus dem offenen, zweiphasigen Architektenwettbewerb ging im April 2018 eine Verfassergemeinschaft aus Johannes Kappler Architektur und Städtebau GmbH, Nürnberg, Super Future Collective, Nürnberg, und Topotek 1 Architektur GmbH, Berlin/Zürich, mit Topotek 1 Gesellschaft von Landschaftsarchitekten mbH, Berlin, hervor. jos

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