Nachrichten aus dem Rathaus

Nr. 541 / 22.05.2020

Cardboard-Objekte: Video-Vernissage ist online

Die schönsten Objekte aus Wellpappe der „Cardboard Competition 2020“ des Stadtplanungsamts stehen fest: Die Werke „Triade“ von Rita von Franzky, „Gravity Rocks!“ von Simon Maul sowie „Alles dreht sich um Corona“ von Dr. Urs Latus und „Ferrovia di Toscana / F“ von Fredder Wanoth sind unter den 14 eingereichten Arbeiten prämiert worden. Die Preisträgerin und Preisträger erhalten einen Gutschein von Schörgers Papierkiste in Höhe von je 50 Euro.
 
Aufgrund der aktuellen Situation führt Planungs- und Baureferent Daniel F. Ulrich in einer Online-Vernissage durch die Ausstellung. „Ich freue mich über das positive Echo und bedanke mich bei allen die mitgemacht haben und diesen Wettbewerb unterstützt haben. Außerdem hoffe ich, dass dieser kleine Beitrag zum kulturellen Leben in der Zeit des Lockdowns beigetragen hat“, so Planungs- und Baureferent Daniel F. Ulrich.
 
Die Jury, bestehend aus Marion Grether, Leiterin Deutsches Museum Nürnberg: ‚DAS ZUKUNFTSMUSEUM‘, Manfred Hürlimann, Künstler, Christel Paßmann, Kulturreferat / Projektbüro, Andreas Wissen, Dozent an der Akademie der Bildenden Künste Nürnberg, Siegfried Dengler, Leiter Stadtplanungsamt, und Peter Hafner, Stadtplanungsamt, Initiator und Organisation, war überrascht von der Vielseitigkeit der eingereichten Arbeiten. Jede Arbeit besitzt laut Jury Qualitäten, teils auf ganz unterschiedlichen Ebenen, sei es durch eine ungewöhnliche Idee, die Präzision der Umsetzung oder die Aktualität der Aussage.  
 
1. Preis
„Triade“, Rita von Franzky
Die Arbeit beschäftigt sich laut Jury mit der Reduktion auf das Wesentliche. Kleidung aus einem monochromen Material, das normalerweise unsere bunte Warenwelt schützend umhüllt, stellt unsere Prioritäten in Frage. Durch die grobe Struktur des ungewöhnlichen Materials gewinnt die Kleidung eine ungewöhnliche haptische Präsenz und strahlt unerwartete Sinnlichkeit aus. Die Arbeit fordert dazu auf, unsere Einstellung zum Umgang mit Materialien neu zu denken. Der Titel „Triade“ nimmt Bezug auf das „Triadische Balett“ von Oskar Schlemmer im Bauhaus der 1920er Jahre. „Reduce, Reuse, Recycle“ wurde mit einem Thema des Bauhauses gekonnt kombiniert und überzeugend in Szene gesetzt.
 
2. Preis 
„Gravity Rocks!“ Simon Maul
Zwei plastische, felsförmige Gebilde sind einander gegenübergestellt und wechselwirken mit Ketten und Schnüren. Wo man erwarten würde, dass das obere Element auf dem unteren steht, ist es hier genau umgekehrt: Das obere Element hängt am unteren und scheint dadurch über dem unteren Gebilde zu schweben und der Schwerkraft zu trotzen. Die Arbeit stellt die gewohnte Wahrnehmung auf eine harte Probe und fordert dazu auf, vertraute Denkmuster in Frage zu stellen. Die Jury überzeugte der konzeptionelle Ansatz auf Anhieb und sie sieht noch großes Potenzial im Thema.
 
3. Preis
„Alles dreht sich um Corona“, Dr. Urs Latus
Eine Arbeit, die laut Jury überrascht. Das Objekt besteht aus gedrechselter Wellpappe und bringt ein Gefühl zum Ausdruck, das uns alle aktuell umtreibt. Und wie bei allem, was sich dreht, stellt sich die Frage nach dem Drehpunkt. Ist es der Mensch, die Krise oder das Virus? Es ist wie das Gefühl in einem Karussell gefangen zu sein, das sich nicht mehr abschalten lässt: Uns ist schon längst schwindlig und wir wollen aussteigen – wann aber hört endlich diese Drehbewegung auf? Bis zum endgültigen Stillstand wird der Kreisel noch heftig taumeln, bis er kippt, den Boden berührt und die Drehung abrupt stoppt. Ein Gefühl, präzise auf den Punkt gebracht.
 
3. Preis
„Ferrovia di Toscana / F“, Fredder Wanoth  
Die Arbeit mit dem Titel „Ferrovia di Toscana / F“ stellt zwei Formen gegeneinander. Eine ist konvex, die andere konkav. Durch sparsam verwendete weitere Elemente können laut Jury die beiden Formen als Teile einer Architektur gedeutet werden. Ist in der konvexen Form die verfremdete Kuppel des Domes von Florenz zu erkennen? Die Form ziert ein großes „F“, das auf die gewellte graue Pappe aufgedruckt ist. Das Material könnte die kleinen Wellblechgehäuse zitieren, die sich entlang einer Bahnstrecke verteilen. Ist das die Geschichte einer Reise von A nach B oder hier von „F“ nach „S“? Ist die Gewölbekuppel das Symbol für das Weggehen und die Hohlform für das Ankommen? Die Arbeit bleibt bewusst vage. Die Jury überzeugte die Arbeit durch die Verwendung sparsamer Mittel und die präzise Umsetzung. Der Künstler verzichtet auf Effekte und gibt weiten Raum zur Interpretation.
 
Die Video-Vernissage, weitere Informationen und Bilder der Kunstwerke unter https://www.nuernberg.de/internet/stadtplanung/aktuell_65485.html

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