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Forschung trifft Praxis - die B4 als Universitätsschule   

Im März 2009 schuf der Bayerische Staatsminister für Unterricht und Kultus, Dr. Ludwig Spaenle, mit seiner Regierungserklärung die Basis für die Entstehung von Universitätsschulen. In dieser Erklärung ist unter anderem zu lesen, dass „Hochschule und Schulwirklichkeit eine produktive Verbindung“ eingehen müssen. Mit der Schaffung von Universitätsschulen soll „eine optimale Vernetzung von Studium und Schule, Theorie und Praxis [...]“ erreicht werden.
Diese durch die Regierungserklärung gebotene Chance, auf der einen Seite die Ausbildung der Studentinnen und Studenten der Wirtschaftspädagogik praxisnäher zu gestalten, auf der anderen Seite wissenschaftliche Forschungen zu betreiben, die sich mit einer zukunftsfähigen Ausbildung der Wirtschaftspädagogen befassen, hat Prof. Dr. Karl Wilbers (Inhaber des Lehrstuhls für Wirtschaftspädagogik und Personalentwicklung der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg) konsequent aufgegriffen. Für die Umsetzung des Gesamtgebildes Universitätsschule ermöglichte Prof. Wilbers der Städtischen Berufsschule 4, unter anderem aufgrund der über Jahre gewachsenen intensiven Beziehung, ihn als Partner zu unterstützen.

Mentoren der B4

Mentoren der B4 von links: Jürgen Klose, Christian Traub, Petra Angermeier, Dr. Thomas Beutl, Kai Hegmann, Jürgen Mehrlich, Frank Fleischmann

So wie es die Konzeption der Universitätsschule vorsieht, traten zu Beginn des Schuljahres 2009/10 fünf Kollegen an, um 22 der aktuell 70 Masterstudentinnen und -studenten im Rahmen eines Mentorings zu begleiten. Aufgrund der stetig steigenden Zahl an Studierenden werden diese seit diesem Schuljahr von einer Mentorin und sechs Mentoren betreut.
Das Mentoring wird angeleitet durch universitäre Lern- und Beobachtungsaufträge, die von Mentoren und Studenten durchzuarbeiten sind. Diese Aufträge dienen als Basis, die Studenten in unterschiedlichen Ausprägungen am Unterrichtsgeschehen zu beteiligen. Im Anschluss an die Unterrichtsphase reflektieren Studenten und Mentoren gemeinsam den Unterricht und die bearbeiteten Lern- und Beobachtungsaufträge.

Die Nähe zur wissenschaftlichen Forschung und deren aktuelle Erkenntnisse, die intensive Diskussion mit den Studenten über Unterricht, gepaart mit der gründlichen Reflektion des eigenen Tuns und der eigenen Werte, ist für die beteiligten Lehrkräfte eine persönliche Herausforderung, eine Chance sich weiterzuentwickeln und Anerkennung gleichermaßen.

Die Auswirkungen auf die Schule lassen sich daraus unmittelbar ableiten. Die Kommunikation über Unterricht und die in Zukunft zu erwartenden Herausforderungen der beruflichen Bildung ist deutlich erhöht, Handlungs- und Reaktionsweisen werden vorbereitet und schrittweise institutionalisiert. Wissenschaftliche Erkenntnisse werden somit unmittelbar in alle Bereiche des schulischen Lebens hineingetragen.

Von der Universitätsschule als Lerngemeinschaft profitieren alle Beteiligten. Die Studentinnen und Studenten, die Wissenschaftler vom Lehrstuhl Wirtschaftspädagogik und die Lehrkräfte der Städtischen Berufsschule 4.

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