Häufig gestellte Fragen rund um die Ausbildung an der Fachakademie für Wirtschaft in Nürnberg:
Nein. Die Weiterbildung an der Fachakademie für Wirtschaft ist eine berufliche, staatlich geregelte Aufstiegsfortbildung und kein Hochschulstudium. Sie ist Teil des beruflichen Schulwesens und klar praxis- und anwendungsorientiert. Der Abschluss Bachelor Professional in Wirtschaft (staatlich geprüfter Betriebswirtin) ist dem DQR-Niveau 6 zugeordnet. Damit befindet er sich auf dem gleichen Qualifikationsniveau wie ein akademischer Bachelorabschluss. Er ist jedoch kein Hochschulabschluss und nicht mit einem Bachelorabschluss einer Universität oder Hochschule gleichwertig. Ein anschließendes Studium ist rechtlich möglich, aber weder Voraussetzung noch Ziel der Weiterbildung. Viele Absolventinnen und Absolventen übernehmen nach dem Abschluss verantwortungsvolle Fach- und Führungsaufgaben in der beruflichen Praxis.
Der Bachelor Professional in Wirtschaft ist ein staatlich geregelter beruflicher Abschluss, der an Fachakademien erworben wird. Er baut auf einer abgeschlossenen Berufsausbildung und beruflicher Praxis auf und vermittelt vertiefte betriebswirtschaftliche, organisatorische und methodische Kompetenzen.
Ziel der Weiterbildung ist es, berufliche Erfahrungen zu systematisieren, zu erweitern und auf anspruchsvollere Tätigkeiten vorzubereiten. Der Abschluss qualifiziert für verantwortungsvolle Fach- und Koordinationsaufgaben sowie für erste Führungsfunktionen im betrieblichen Umfeld.
Die Weiterbildung an der Fachakademie für Wirtschaft richtet sich an Personen mit abgeschlossener kaufmännischer Berufsausbildung und beruflicher Praxis, die ihre Qualifikation systematisch erweitern möchten.
Die Studierenden bringen in der Regel bereits praktische Erfahrung aus betrieblichen Abläufen mit. Diese Vorerfahrungen werden im Unterricht gezielt aufgegriffen und vertieft. Der fachliche Austausch, die Bearbeitung praxisnaher Fragestellungen sowie die Projektarbeit bauen auf vorhandenen beruflichen Kenntnissen auf.
Die Weiterbildung eignet sich insbesondere für Personen, die sich fachlich weiterqualifizieren, Verantwortung übernehmen und sich auf anspruchsvollere Fach- und erste Führungsaufgaben vorbereiten möchten.
Voraussetzung für die Aufnahme ist ein mittlerer Schulabschluss oder ein gleichwertiger Abschluss sowie eine einschlägige abgeschlossene kaufmännische Berufsausbildung mit anschließender Berufspraxis. Alternativ können Bewerberinnen und Bewerber mit mehrjähriger einschlägiger beruflicher Tätigkeit aufgenommen werden. Unter bestimmten Voraussetzungen ist auch ein direkter Einstieg in das zweite Ausbildungsjahr möglich.
Derzeit wird ein Schulversuch zur Flexibilisierung der Aufnahmevoraussetzungen an Fachakademien für Wirtschaft durchgeführt. Im Rahmen dieses Schulversuchs kann es unter bestimmten Voraussetzungen möglich sein, auch ohne bereits nachgewiesene einschlägige Berufserfahrung aufgenommen zu werden. Die erforderliche berufliche Tätigkeit kann dann erst im Verlauf der Ausbildung, beispielsweise zwischen dem ersten und zweiten Schuljahr, erbracht werden. Ein Rechtsanspruch auf Aufnahme ohne Berufserfahrung besteht nicht. Ob und in welcher Form eine Aufnahme im Rahmen des Schulversuchs möglich ist, wird im persönlichen Beratungsgespräch geklärt.
Die Weiterbildung dauert zwei Jahre und wird im Vollzeitmodell durchgeführt. Im ersten Ausbildungsjahr stehen betriebswirtschaftliche Grundlagen im Mittelpunkt. Diese bilden die fachliche Basis für die Vertiefung im zweiten Jahr.
Im zweiten Ausbildungsjahr erfolgt die individuelle Profilbildung durch Wahlpflichtfächer. Zudem wird die Projektarbeit durchgeführt, die Teil der staatlichen Abschlussprüfung ist. Der Unterricht findet in Tagesform statt und folgt einer klaren, strukturierten Organisation.
Im zweiten Ausbildungsjahr wählen die Studierenden zwei Wahlpflichtfächer, die frei miteinander kombiniert werden können. Diese Wahlpflichtfächer prägen das individuelle fachliche Profil. Die angebotenen Wahlpflichtfächer orientieren sich an der Fachakademieordnung. Das konkrete Angebot richtet sich nach dem Wahlverhalten der Studierenden und der jeweils erforderlichen Mindestteilnehmerzahl. An der Fachakademie in Nürnberg stehen zur Auswahl:
- Investition, Finanzierung und Kapitalmarkt
- Internationale Wirtschaft und Außenhandel
- Advanced Business English
- Marketing, Kommunikation und Wirtschaftspsychologie
- Personalmanagement und -controlling
- Personalentwicklung und Betriebspädagogik
- Nachhaltigkeitsmanagement (in Planung)
- Digitalisierung und KI (in Planung)
Die Inhalte der Weiterbildung sind staatlich geregelt und orientieren sich am bayerischen Lehrplan für die Fachakademie für Wirtschaft. Der Lehrplan legt verbindlich fest, welche fachlichen, methodischen und allgemeinbildenden Inhalte in den beiden Ausbildungsjahren vermittelt werden. Die konkrete Ausgestaltung erfolgt im Rahmen der schulischen Organisation und der individuellen Profilbildung im zweiten Ausbildungsjahr. Der aktuelle Lehrplan ist beim Staatsinstitut für Schulqualität und Bildungsforschung (ISB) veröffentlicht und kann dort eingesehen werden.
Die Projektarbeit ist ein verbindlicher Bestandteil der staatlichen Abschlussprüfung. Sie behandelt eine eigenständig gewählte, praxisnahe Fragestellung und ist fachunabhängig. Die Projektarbeit besteht aus einer schriftlichen Ausarbeitung, einer Präsentation sowie einem Fachgespräch. Ziel ist es, fachliche, methodische und organisatorische Kompetenzen anhand einer konkreten Aufgabenstellung nachzuweisen.
Während der Weiterbildung können – je nach Angebot – zusätzliche Qualifikationen erworben werden. Diese sind nicht verpflichtend und ergänzen die berufliche Qualifikation. Möglich ist insbesondere der Erwerb der allgemeinen Fachhochschulreife durch zusätzlichen Unterricht und eine Ergänzungsprüfung. Darüber hinaus kann eine Vorbereitung auf den Ausbildereignungsschein (AdA) erfolgen. Ebenso besteht die Möglichkeit, ein SAP-Zertifikat sowie das ICDL-Zertifikat (International Certification of Digital Literacy) zu erwerben. Internationale Zusatzoption: Im Rahmen von Erasmus+ können Studierende an einem Auslandsprogramm des ECBM in Dublin teilnehmen und dort zusätzliche internationale Zertifikate erwerben. Die Teilnahme an Zusatzqualifikationen erfolgt freiwillig und kann mit zusätzlichem Unterrichtsaufwand verbunden sein.
Zusätzlich zur regulären Fachakademie-Weiterbildung besteht im Rahmen von Erasmus+-Kooperationen mit Partnern wie dem European College of Business and Management (ECBM) die Möglichkeit, an einem dreiwöchigen Intensivkurs in Dublin teilzunehmen. In diesem Programm werden Einblicke in internationale Wirtschafts- und Kulturräume vermittelt und verschiedene Zertifikate angeboten, darunter ein Kaufmann/-frau International Certificate. Die Teilnahme kann durch ein Erasmus+-Stipendium gefördert werden, ist freiwillig und außerhalb der regulären Prüfungsordnung der Fachakademie.
Ja. Das erste Halbjahr des ersten Ausbildungsjahres gilt als Probezeit. In dieser Zeit wird geprüft, ob die fachlichen und persönlichen Voraussetzungen für die Weiterbildung erfüllt sind.
Mit erfolgreichem Abschluss der Weiterbildung wird der Abschluss "Bachelor Professional in Wirtschaft" sowie die Berufsbezeichnung "Staatlich geprüfte/-r Betriebswirt/-in" erworben.
Mit dem Abschluss wird eine Hochschulzugangsberechtigung nach den geltenden rechtlichen Regelungen erworben. Die konkrete Ausgestaltung und Anerkennung richtet sich nach dem jeweiligen Hochschulrecht.
Ja. Durch die Belegung zusätzlicher Fächer und das Ablegen einer Ergänzungsprüfung kann die allgemeine Fachhochschulreife erworben werden. Dieser Teil ist nicht Bestandteil der regulären Ausbildung und erfordert zusätzlichen Unterricht.
Für die Weiterbildung an der Fachakademie für Wirtschaft werden keine Studiengebühren erhoben. Es fallen lediglich Kosten für Lern- und Unterrichtsmaterialien an, die sich in der Regel auf ca. 100 Euro pro Ausbildungsjahr belaufen können. Weitere Kosten können nur im Zusammenhang mit freiwilligen Zusatzangeboten entstehen.
Die Weiterbildung an der Fachakademie für Wirtschaft ist eine förderfähige Aufstiegsfortbildung. Unter bestimmten Voraussetzungen kann eine finanzielle Unterstützung nach dem Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz (AFBG / Aufstiegs-BAföG) beantragt werden. Das Aufstiegs-BAföG dient der Unterstützung des Lebensunterhalts während der Vollzeitweiterbildung. Die konkrete Förderhöhe hängt von den individuellen Voraussetzungen ab. Vollzeitschulische Fortbildungsmaßnahmen eröffnen zudem ein Wahlrecht zwischen BAföG und Aufstiegs-BAföG. Eine individuelle Beratung wird empfohlen. Ausführliche und verbindliche Informationen stellt das Bundesministerium für Bildung und Forschung auf der Website zum Aufstiegs-BAföG bereit.
Neben der Förderung über das Aufstiegs-BAföG besteht unter bestimmten Voraussetzungen die Möglichkeit, ein Stipendium über die Stiftungsverwaltung der Stadt Nürnberg zu beantragen. Die Stadt Nürnberg verwaltet verschiedene Stiftungen, die Weiterbildungen und Ausbildungswege fördern können. Ob eine Förderung möglich ist, hängt von den jeweiligen Stiftungsvoraussetzungen und der individuellen Situation ab. Ein Anspruch auf Förderung besteht nicht. Weitere Informationen zu den Stipendien und den Antragsbedingungen stellt die Stiftungsverwaltung der Stadt Nürnberg auf ihrer Website bereit:
Nach bestandener staatlicher Abschlussprüfung kann ein Meisterbonus der Bayerischen Staatsregierung gewährt werden. Der Meisterbonus beträgt derzeit 3.000 Euro und wird einmalig nach erfolgreichem Abschluss ausgezahlt. Voraussetzung ist das Bestehen der Abschlussprüfung sowie die Erfüllung der jeweils geltenden Förderbedingungen. Der Meisterbonus ist eine freiwillige Leistung des Freistaats Bayern und ergänzt die Förderung während der Weiterbildung.
Der Abschluss Bachelor Professional in Wirtschaft (staatlich geprüfter Betriebswirtin) qualifiziert für anspruchsvollere Fach-, Koordinations- und erste Führungsaufgaben in Unternehmen und Organisationen. Absolventinnen und Absolventen übernehmen Tätigkeiten beispielsweise in Bereichen wie Rechnungswesen, Controlling, Marketing, Personal, Organisation, Projektmanagement oder angrenzenden Managementfunktionen. Die konkrete Ausrichtung hängt vom individuellen beruflichen Hintergrund sowie von der gewählten Profilbildung im zweiten Ausbildungsjahr ab. Viele Absolventinnen und Absolventen setzen ihren beruflichen Weg direkt in der Praxis fort und erweitern dort ihre Verantwortung. Ein anschließendes Studium ist möglich, aber weder Voraussetzung noch Ziel der Weiterbildung.
Die Anmeldung erfolgt im Rahmen eines persönlichen Beratungsgesprächs. Dabei werden die individuellen Voraussetzungen geprüft und offene Fragen geklärt.
Ja. Interessierte können jederzeit ein persönliches Beratungsgespräch vereinbaren. Zusätzlich finden regelmäßig Informationsveranstaltungen statt.
