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Sammlung der Israelitischen Kultusgemeinde   

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Bestand

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Feststellung von NS-Raubgut und Restitution

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Hinweise zur Provenienzrecherche

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Literaturhinweise

 

Die "Sammlung IKG" ist eine Dauerleihgabe der Israelitischen Kultusgemeinde Nürnberg an die Stadtbibliothek. Sie besteht aus Überresten der ehemaligen Redaktionsbibliothek des antisemitischen Hetzblattes "Der Stürmer" sowie einer Privatbibliothek des Gauleiters Julius Streicher.

 

Bestand

Stadtbibliothek Nürnberg, IKG 11. 88: Stempel H.L. Dreyfuss

Die Sammlung Israelitische Kultusgemeinde (IKG) umfasst ca. 8.000 Schriften in 25 Sprachen, die verfolgungsbedingt von den NS-Machthabern und ihren Anhängern verschiedensten Opfergruppen in der Zeit von 1933 bis 1945 rechtswidrig entzogen wurden: Juden, Freimaurer, Priester und Pfarrer, Funktionäre, Mitglieder der Arbeiterbewegung, zahlreiche andere Personen und Körperschaften aus ganz Europa.

Einen wichtigen Schwerpunkt bilden Schriften aus und über das Judentum (Judaica), die unter die Begriffe jüdischer Glaube, jüdisches Leben, jüdisches Wissen, jüdische Kunst, jüdische Menschen, jüdische Erfahrungen und verwandte Gebiete (z.B. Masonica, Antisemitica) fallen.
Zahlreiche Schriften befassen sich zudem ganz allgemein mit Human-, Wirtschafts-, Geistes- und Naturwissenschaften.

 

Feststellung von NS-Raubgut und Restitution

Stadtbibliothek Nürnberg, IKG 28. 6: Exlibris Artur Goldberger

Die Stadtbibliothek und die Israelitische Kultusgemeinde entschieden schon zu Beginn der Erschließungs- und Forschungsarbeiten, die geraubten Schriften, wo immer möglich, ihren Vorbesitzern bzw. deren Rechtsnachfolgern zurückzuerstatten.
Diese Restitution erfolgt in Übereinstimmung mit den "Grundsätzen der Washingtoner Konferenz"(1998) in Bezug auf Kunstwerke, die von den Nationalsozialisten beschlagnahmt wurden.

Deshalb wurden sämtliche Bücher auf Eintragungen von Vorbesitzern durchgesehen, die Bände mit Besitzeinträgen vorab katalogisiert und die Besitzeinträge wortwörtlich im Katalogisat festgehalten.

Um dem Ziel der Restitution ein weiteres Stück näher zu kommen, veröffentlicht die Stadtbibliothek Listen recherchierter und soweit wie möglich verifizierter Namens- und Anschriftendaten bislang festgestellter Vorbesitzer. Die Restitutionen erfolgen gemäß strengen juristischen und ethischen Vorgaben und sind entsprechend zeitaufwändig.

Bisher konnten mehr als 60 Schriften restituiert werden, weitere Rückgaben stehen bevor. Eine ganze Reihe von Vorbesitzern, bzw. deren Rechtsnachfolger haben sich entschlossen, die ihnen zustehenden Schriften in der Sammlung IKG zu belassen und sie somit der Öffentlichkeit auf Dauer zugänglich zu machen.

 

Hinweise zur Provenienzrecherche

Bücher mit Besitzeinträgen aus der Sammlung IKG, bei denen ein NS-verfolgungsbedingter Entzug nicht auszuschließen ist, sind im Online-Katalog der Stadtbibliothek und in den Datenbanken "Lost Art" und "Looted Art" recherchierbar.

Im Online-Katalog sind sämtliche bisher erfassten Provenienz-Einträge zur Sammlung IKG der Stadtbibliothek über das Suchfeld "Provenienzen" in der "Erweiterten Suche" recherchierbar. Hier finden sich auch die nicht an "Lost Art" gemeldeten Einträge mit unspezifischen Angaben wie z.B. Zahlen; Bücher, die als Hinweis auf ihre Herkunft nur eingeklebte Etiketten der Buchbinder tragen; Bände, in denen ausschließlich Einträge von nachweislichen Anhängern des nationalsozialistischen Regimes bzw. von Lesern des "Stürmer" über die Zusendung des Buches enthalten sind.

Der größte Teil der Provenienzeinträge in den Schriften der Sammlung IKG wurde eingescannt und mit den jeweiligen Katalog-Einträgen verknüpft. Diese Einträge können im Online-Katalog der Stadtbibliothek als Multimedia-Objekt im jpg-Format direkt angeschaut werden.

 

Literaturhinweise

• Christine Sauer: Die „Sammlung Israelitische Kultusgemeinde“ (ehemals Stürmer-Bibliothek) in der Stadtbibliothek Nürnberg, in: Mitteilungen des Vereins für Geschichte der Stadt Nürnberg 91 (2004), S. 295-316
Online-Zugriff über die Digitale Bibliothek der Bayerischen Staatsbibliothek

• Christine Sauer: Die „Schwierige Suche nach den rechtmäßigen Eigentümern“,
in: BuB 56 (2004), S. 340-350

• Leibl Rosenberg: Die Sammlung Israelitische Kultusgemeinde (früher „Stürmer-Bibliothek“) in der Stadtbibliothek Nürnberg. In: Die Suche nach NS-Raubgut in Bibliotheken. Recherchestand – Probleme – Lösungswege. Hg. Bernd Reifenberg, Marburg 2006, S. 51-60 (Schriften der Universitätsbibliothek Marburg, 126 [StB-Signatur: B 43845]

• Leibl Rosenberg: Die Sammlung Israelitische Kultusgemeinde (früher „Stürmer-Bibliothek“) in der Stadtbibliothek Nürnberg. In: Jüdischer Buchbesitz als Raubgut. Zweites Hannoversches Symposium. Hg. Von Regine Dehnel. Frankfurt am Main (Klostermann) 2006, S. 349-356 (Zeitschrift für Bibliothekswesen und Bibliographie, Sonderheft 88) [StB-Signatur ]

• Leibl Rosenberg: Die Sammlung Israelitische Kultusgemeinde (früher „Stürmer-Bibliothek“) in der Stadtbibliothek Nürnberg. In: Kulturgutverluste, Provenienzforschung, Restitution. Sammlungsgut mit belasteter Herkunft in Museen, Bibliotheken und Archiven. Hrsg. von der Landestelle für die nichtstaatlichen Museen in Bayern beim Bayer. Landesamt für Denkmalspflege. München-Berlin (Dt. Kunstverl.) 2007, S. 167-171 (Museumsbaustein, Bd. 10) [StB-Signatur: C 27560]

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  •  Titelbild: © Stadtbibliothek Nürnberg
  •  Stadtbibliothek Nürnberg, IKG 11. 88: Stempel H.L. Dreyfuss: © Stadtbibliothek im Bildungscampus Nürnberg
  •  Stadtbibliothek Nürnberg, IKG 28. 6: Exlibris Artur Goldberger: © Stadtbibliothek im Bildungscampus Nürnberg