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Migration und Armut im Fokus der vierten Nürnberger Armutskonferenz 2017

Armut ist sowohl Auslöser als auch Folge von Migrationsprozessen. Sie ist, neben Krieg und Verfolgung, der wichtigste Auslöser für Auswanderung und zugleich sind die Auswandernden dort, wo sie ankommen, häufig eine der am meisten von Armut betroffenen Gruppen. Bei der Konferenz am 16. und 17. Oktober im Caritas-Pirckheimer-Haus wurden die Phänomene Armut und Migration aus wissenschaftlicher und politischer Sicht betrachtet und gelungene Beispiele aus der Praxis vorgestellt, um Ansätze zu finden, die Teilhabe von Menschen mit Zuwanderungsgeschichte in Nürnberg zu verbessern.
Das Bildungsbüro war bei der Konferenz mit vier Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aktiv. Während Derya Yildirim das Forum „Determinanten des Bildungserfolgs“ moderierte, in dem die Bildungsteilhabe in den Blick genommen wurde, stellte Thomas Kießlich im Forum „Integrationsstrategien im Vergleich“ die Arbeit der „Kommunalen Koordinierung der Bildungsangebote für Neuzugewanderte in Nürnberg“ vor. Er zeigte auf, wie das Bildungsbüro mit seiner Datenbank Transparenz im Bildungsbereich schafft und dazu beiträgt, dass Zugewanderte passende Bildungsangebote finden. Claudia Lehnerer und Martina Schuster widmeten sich im Forum „Integration in Arbeit und Beruf“ nach einem Einführungsvortrag von Anette Hass (IAB) zur Situation von Zugewanderten auf dem Arbeitsmarkt, insbesondere der Unterstützung von jungen Menschen beim Übergang von der Schule in die Ausbildung, die präventiv Armut verhindern kann. Dabei zeigte Roswitha Wehle vom Projekt „Perspektiven im Quartier“ an einem Beispiel auf, wie die konkrete Unterstützung zur Stabilisierung der Jugendlichen beitragen kann.
Bei der Konferenz wurde immer wieder deutlich, dass die „Menschen mit Zuwanderungsgeschichte“ eine sehr heterogene Gruppe bilden: Bürgerinnen und Bürger, die schon lange in Deutschland leben, zum Beispiel in der zweiten oder dritten Generation, Neuzugewanderte, Menschen die geflüchtet sind oder als Arbeitskräfte nach Deutschland kommen. Dies sind Menschen mit höchst unterschiedlichen kulturellen Hintergründen, mit unterschiedlichen Bildungswegen, Kompetenzen, Interessen, persönlichen Netzwerken und eben auch verschiedener ökonomischer Situation. Genauso unterschiedlich müssen Unterstützungsangebote konzipiert und ausgerichtet sein, um den verschiedenen Bedürfnissen gerecht zu werden.

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