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Die Strategie Europa 2020

Die Strategie Europa 2020 wird als eine "Vision der europäischen sozialen Marktwirtschaft im nächsten Jahrzehnt" beschrieben. Als Nachfolger der Lissabon-Strategie soll sie die EU in einen intelligenten, nachhaltigen und integrativen Wirtschaftsraum verwandeln und so für die Zukunft fit machen.

Die Umsetzung der erforderlichen Maßnahmen wird auf allen Ebenen, von EU-weit tätigen Organisationen über Mitgliedstaaten und lokale sowie regionale Behörden erfolgen.

Kästchen mit Haken und Fragezeichen

Die Strategie Europa 2020 beruht auf zwei Säulen:

  • dem System der Länderberichte, das die Mitgliedstaaten dabei unterstützen soll, eigene Strategien für die Rückkehr zu nachhaltigem Wachstum und soliden öffentlichen Haushalten auszuarbeiten und
  • einem thematischen Ansatz, in dem Prioritäten und Kernziele miteinander verknüpft werden.

Die Strategie setzt sich aus drei wesentlichen Schwerpunkten, fünf EU-Kernzielen und sieben Leitlinien zusammen.

3 Schwerpunkte

Kind vor Schultafel

Intelligentes Wachstum

Entwicklung einer auf Wissen und Innovation gestützten Wirtschaft

Computertastatur

Nachhaltiges Wachstum

Förderung einer ressourcenschonenden, ökologischeren und wettbewerbsfähigeren Wirtschaft

Knoten aus Filzsträngen

Integratives Wachstum

Förderung einer Wirtschaft mit hoher Beschäftigung und ausgeprägtem sozialen und territorialen Zusammenhalt

5 EU-Kernziele

Dartpfeile

Die fünf EU-Kernziele sind für den Gesamterfolg entscheidend und dienen als Maßstab für den Fortschritt in den drei Schwerpunktbereichen.

  • Beschäftigung: Unter den 20- bis 64-jährigen Frauen und Männern wird eine Beschäftigungsquote von 75 % angestrebt, u.a. durch die vermehrte Einbeziehung von älteren Arbeitnehmern und die Erhöhung der Frauenerwerbsquote.
  • FuE und Innovation: Die Bedingungen für Forschung und Entwicklung sollen verbessert werden – insbesondere mit dem Ziel, ein öffentliches und privates Investitionsvolumen von insgesamt 3 % des BIP zu erreichen.
  • Klimawandel und Energie: Die Treibhausgasemissionen sollen gegenüber dem Niveau des Jahres 1990 um 20 % verringert werden (30 %, wenn andere Industriestaaten sich auch verpflichten); der Anteil der erneuerbaren Energien am Gesamtenergieverbrauch soll auf 20 % steigen, und es wird eine Erhöhung der Energieeffizienz um 20 % angestrebt.
  • Bildung: Das Bildungsniveau soll verbessert werden, wobei insbesondere angestrebt wird, die Schulabbrecherquote auf maximal 10 % zu senken und den Anteil unter den 30- bis 34-Jährigen in der Bevölkerung, die ein Hochschulstudium abgeschlossen haben oder über einen gleichwertigen Abschluss verfügen, auf mindestens 40 % zu erhöhen.
  • Armut und soziale Ausgrenzung: Die Zahl der von Armut und sozialer Ausgrenzung betroffenen oder bedrohten Menschen soll um mindestens 20 Millionen gesenkt werden.

7 Leitlinien

Buntstifte

Darüber hinaus dienen sieben Leitlinien dazu, innerhalb der einzelnen Schwerpunkte Fortschritte herbeizuführen.

"Innovationsunion":

um die Rahmenbedingungen und den Zugang zu Finanzmitteln für Forschung und Innovation zu verbessern und auf diese Weise sicherzustellen, dass innovative Ideen in wachstums- und beschäftigungswirksame Produkte und Dienstleistungen umgesetzt werden können.

"Jugend in Bewegung":

um die Bildungssysteme leistungsfähiger zu machen und den Jugendlichen den Eintritt in den Arbeitsmarkt zu erleichtern.

"Digitale Agenda für Europa":

um den Ausbau schneller Internet-Zugangsdienste zu beschleunigen und die Vorteile eines digitalen Binnenmarktes für Haushalte und Unternehmen zu nutzen.

"Ressourcenschonendes Europa":

um das Wirtschaftswachstum von der Ressourcennutzung abzukoppeln, den Übergang zu einer emissionsarmen Wirtschaft zu unterstützen, die Nutzung erneuerbarer Energieträger und die Energieeffizienz zu fördern sowie unser Verkehrswesen zu modernisieren.

"Industriepolitik im Zeitalter der Globalisierung":

um die Rahmenbedingungen für Unternehmen, insbesondere für KMU, zu verbessern und eine international wettbewerbsfähige starke und tragfähige Industriestruktur zu fördern.

"Agenda für neue Kompetenzen und neue Beschäftigungsmöglichkeiten":

um die Arbeitsmärkte zu modernisieren, den Menschen durch den lebenslangen Erwerb von Qualifikationen neue Möglichkeiten zu eröffnen und so die Erwerbsquote zu erhöhen und Angebot und Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt u.a. durch Arbeitsmobilität besser aufeinander abzustimmen.

"Europäische Plattform zur Bekämpfung der Armut“:

um den sozialen und territorialen Zusammenhalt zu gewährleisten, damit die Vorteile von Wachstum und Beschäftigung allen zugute kommen, und Menschen, die unter Armut und sozialer Ausgrenzung leiden, in Würde leben und sich aktiv am gesellschaftlichen Leben beteiligen können.

Jeder Mitgliedstaat hat für jedes dieser 5 Kernziele seine eigenen nationalen Ziele festgelegt. Die EU und die nationalen Verwaltungen müssen ihre Maßnahmen so aufeinander abstimmen, dass sich diese gegenseitig verstärken.

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