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Affenpocken

Wenn Sie eine Affenpocken-Impfung wünschen

Sind Sie an einer Affenpocken-Impfung interessiert? Dann wenden Sie sich bitte an den Ärztlichen Kreisverband Nürnberg unter der Telefonnummer 0911/277 499-0.

Dort wird Ihnen eine Impfärztin bzw. Impfarzt recherchiert.

Die Geschäftszeiten des Ärztlichen Kreisverbands entnehmen Sie bitte der Homepage.

Affenpocken

Die COVID-19-Pandemie hat einen routinierten Umgang mit Infektionswellen produziert, der nun auch auf andere, weltweit zirkulierende Ausbruchsgeschehen angewandt werden kann. In Deutschland sind im Mai 2022 erste Fälle von Affenpocken identifiziert worden. Der Erreger ist das Monkeypox Virus (MPXV), ein behülltes DNA-Virus.
Das Virus kann zu einer Zoonose, also ein Infektionskrankheit, die gleichermaßen beim Mensch und Tier auftritt, führen. Menschen können sich infizieren. Dies geschieht meist durch direkten Kontakt oder Biss zu infizierten Reservoirspezies oder infizierten Fehlwirten.

Normalerweise werden Affenpocken in Weltregionen, wo sie besonders häufig
vorkommen, von infizierten Tieren durch Bisse, Körperflüssigkeiten (Tröpfcheninfektion) oder über den Verzehr auf den Menschen übertragen. Von Mensch zu Mensch können sie über engen Körperkontakt übertragen werden. Hierzu muss es zum Haut- oder Schleimhautkontakt mit dem Erreger kommen, zum Beispiel über die Pockenpusteln, Pockenschorf oder infizierten Speichel.
Das Virus tritt dabei über winzige Hautverletzungen oder über Schleimhäute (Augen, Mund, Nase, Genitalien, Anus) in den Körper ein.

"Soweit bekannt, erkranken die meisten Betroffenen nicht schwer", so das RKI am 02.08.2022.

Ihr Gesundheitsamt rät:

Wenn Sie Kontakt zu einer infizierten Person hatten oder Symptome haben, die auf eine Affenpocken Infektion hinweisen, bleiben Sie bitte, wenn möglich, zu Hause und kontaktieren Sie Ihren Hausarzt bzw. Hausärztin und sprechen Sie dort Ihren Verdacht an. Dieser bzw. diese kann einen Test durchführen oder Sie an einen Spezialisten bzw. Spezialistin weiterleiten.

Lassen Sie sich bei Symptomen eine Krankschreibung für den Arbeitgeber/Arbeitgeberin geben.

Beachten Sie die Hygiene-Informationen des Robert-Koch-Instituts zur "Häuslichen Isolierung bei bestätigter Affenpocken-Infektion", um Ihre Mitmenschen vor einer Ansteckung zu schützen.

STIKO-Empfehlungen zur Impfung zur Prävention von Affenpockeninfektionen

Seit Mai 2022 ereignet sich weltweit ein Affenpockenausbruch, von dem auch Deutschland betroffen ist. Die meisten Infektionen werden derzeit aus Europa und Afrika gemeldet. Seit Anfang August sind die Zahlen leicht rückläufig.
Ländern, Kreisen, Altersgruppen und Geschlecht sind über SurvStat https://survstat.rki.de abrufbar.

Die STIKO hat am 21.06.2022 die Empfehlung zur postexpositionellen Prophylaxe und zur Indikationsimpfung gegen Affenpocken mit dem Impfstoff Imvanex (Modified Vaccine Ankara, Bavarian-Nordic [MVA-BN]) für ≥18-Jährige publiziert. Für die Grundimmunisierung wird der Impfstoff 2-malig zulassungskonform im Abstand von mindestens 28 Tagen verabreicht.

Aktuell ist die Impfung insbesondere für Männer empfohlen, die Sex mit Männern haben und häufig den Partner wechseln, da sie aufgrund des erhöhten Expositions- und Infektionsrisikos besonders gefährdet sind. Nach aktuellen Schätzungen des RKI haben etwa 130.000 Menschen in Deutschland eine Indikation für eine Impfung gegen Affenpocken.

Insgesamt stehen derzeit etwa 40.000 Dosen von Jynneos in Deutschland zur Verfügung. Weitere etwa 200.000 Impfstoffdosen sind für das 3. Quartal 2022 angekündigt. Der Impfstoff Jynneos ist ein mit Imvanex identischer Impfstoff unter anderem Namen, der in den USA zum Schutz vor Affenpocken zugelassen ist.
Die derzeit verfügbaren Dosen von Jynneos reichen nicht aus, um allen Personen mit einer Indikation die Impfung anzubieten. Um die Ausbreitung des Affenpockenvirus zu verhindern und den Ausbruch einzudämmen, ist es zu Beginn der Impfkampagne wichtig, die zur Verfügung stehenden Impfstoffmengen mit dem bestmöglichen Nutzen zu verteilen.

Ergebnisse aus tierexperimentellen Studien sowie aus Studien am Menschen zeigen, dass bereits die 1. Impfstoffdosis einen Basisschutz gegenüber Affenpocken vermittelt und die 2. Impfstoffdosis hauptsächlich dazu dient, die Dauer des Impfschutzes zu verlängern. Immunologische Studien haben gezeigt, dass der durch eine 1. Imvanex-Impfung vermittelte Immunschutz ab 2 Jahren nach Impfung nachlässt und dann eine 2. Impfstoffdosis für einen dauerhaften Impfschutz erforderlich ist.

Um die aktuelle Infektionswelle abzuschwächen, die Ausbreitung der Affenpocken zu verlangsamen und schließlich den Ausbruch zu beenden, ist eine hohe Impfquote bei den Indikationsgruppen erforderlich. Die STIKO rät daher dringend, alle verfügbaren Impfstoffe für die erste Impfung einzusetzen und die Gabe der zweiten Impfstoffdosis auf einen späteren Zeitpunkt, wenn ausreichend Impfstoff zur Verfügung steht, zu verschieben. Dies gilt sowohl für die postexpositionelle Impfung und die Indikationsimpfung.

Auch bei der Affenpockenimpfung gilt „Jede Impfung zählt!“. Wenn die Verabreichung der 2. Impfstoffdosis auf einen späteren Zeitpunkt verschoben wird, muss die Impfserie nicht neu begonnen werden.

Da die Impfstoffe begrenzt sind, kann im Moment nur in besonderen Fällen geimpft werden. Bitte konsultieren Sie Ihren Hausarzt bzw. Hausärztin, wenn Sie eine Impfung wünschen.

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