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Unbedingt an eine Grippeimpfung denken!

Hohe Dynamik vor Weihnachten

Ende Oktober 2022 hat die Grippewelle begonnen – deutlich früher als in den vorpandemischen Jahren. Mitte Dezember 2022 verzeichnete das Gesundheitsamt Nürnberg dann eine starke Grippe-Welle ("Influenza") mit 245 gemeldeten Fällem allein am Stichtag 15. Dezember 2022.

Die richtige Grippe hat normalerweise ihren Höhepunkt im Januar und Februar. Wie andere Atemwegserkrankungen verbreiten sich die entsprechenden Viren da, wo viele Menschen auf engem Raum beieinander sind. Die Hygiene-Regeln aus der Corona-Zeit beugen auch hier vor: Abstand halten, stosslüften und viel Händewaschen!

Eine Infektion mit der echten Grippe ist oft durch einen plötzlich und jäh eintretenden Erkrankungsbeginn gekennzeichnet. Infizierte berichten von plötzlich auftretendem Fieber, Husten oder Halsschmerzen sowie Muskel- und/oder Kopfschmerzen und ein grosses Schwächegefühl. Weitere Symptome können Schweißausbrüche, Rhinorrhö (= starke Absonderung von Nasensekretl) und selten auch Übelkeit/Erbrechen sowie Durchfall sein.

Allerdings können auch viele weitere, meist virologische Atemwegserreger eine solche Symptomatik verursachen.

So ist bei manchen Infektions-Verläufen der Unterschied zwischen einem grippalen Infekt und der echten Grippe (Influenza) nicht immer auf den ersten Blick zu erkennen. Manche meiden den Gang zu einem Hausarzt oder einer Hausärztin. Deshalb werden Infektionen mit dem Influenza-Virus nur teilweise erfasst und -damit verbunden- vom Hausarzt an das Gesundheitsamt gemeldet.

Zudem wird -im Vergleich zu SARS-CoV-2- eher selten auf Influenzaviren getestet. Somit ergibt sich, dass es eine extrem hohe Dunkelziffer gibt, die deutlich größer als bei COVID-19 ist.

Das Robert-Koch-Institut führt aus: "Als Faustregel kann gelten, dass es bei etwa einem Drittel der Influenza-Infektionen zu einem fieberhaften, einem weiteren Drittel zu einem leichteren und dem letzten Drittel zu einem asymptomatischen Verlauf kommt. Die Krankheitsdauer liegt in der Regel bei 5 bis 7 Tagen, die in Abhängigkeit von der individuellen Konstitution sowie Komplikationen und Risikofaktoren jedoch auch deutlich länger sein kann."

Zumeist 4-5 Tage lang ist eine erkrankte Person ansteckend für die Umgebung ("infektiös").

Bei schwerem Krankheitsverlauf tritt eine Verschlechterung oft ca. 3 bis 10 Tage nach Symptombeginn auf. Betroffen sind v.a. ältere Personen und Personen mit Grundkrankheiten. Zu diesen zählen z.B. chronische Herzerkrankungen, chronische Lungenerkrankungen, Stoffwechselerkrankungen (z.B. Diabetes mellitus), Immundefekte, neurologische bzw. neuromuskuläre Erkrankungen und schwere Fettleibigkeit (Adipositas).

Bedingt durch die Lockdowns und Corona-Schutzmaßnahmen der vergangenen zwei Jahre hatten Menschen über einen längeren Zeitraum einen deutlich reduzierten Kontakt untereinander und darüber auch eine geringere Exposition gegenüber Viren, welche Atemwegserkrankungen auslösen können. Dazu gehören auch die Influenzaviren.
Experten für Lungenerkrankungen raten für über 60-Jährige und Risikopatienten dringend zur Grippeschutzimpfung, denn diese schützt nicht nur vor einer akuten Grippeerkrankung, sondern kann auch das Risiko für Herzinfarkte deutlich senken.

Infektionsgeschehen bei Kinder und Jugendlichen

Bei Kindern und Jugendlichen wird die extrem frühe Influenza-Welle von einer sehr ausgeprägten RSV-Infektionswelle ("Humanes Respiratorisches Synzytial-Virus", einer akuten Erkrankung der oberen und unteren Luftwege) flankiert. Insbesondere bei Säuglingen und Kleinkindern können hier schwere Verläufe auftreten. Derzeit führt die RSV-Infektionswelle zu einer allgemein sehr stark angespannten Situation in den Kinderkliniken.

Impfstoffe gegen RSV werden derzeit entwickelt, spezifische Medikamente stehen nicht zur Verfügung. Bei gefährdeten pädiatrischen Risikopatienten ist einzig eine passive Immunprophylaxe möglich. Deshalb kommt dem Schutz der Kinder und Säuglinge eine hohe Bedeutung zu: Kontaktreduktion bei Erkältungssymptomen sowie allgemeine Hygienemaßnahmen reduzieren die Infektionsgefahr. Wie in der Corona-Pandemie sollten die allgemeinen AHA-L-Regeln berücksichtigt werden.

Seit 2013 empfiehlt die STIKO, Kinder und Jugendliche im Alter von 2 bis einschließlich 17 Jahren mit erhöhter gesundheitlicher Gefährdung infolge eines Grundleidens entweder mit inaktivierten Influenza-Impfstoffen (IIV) oder mit lebend-attenuierten Influenza-Impfstoffen (engl. live „attenuated influenza vaccine, LAIV) zu impfen.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) wiederum empfiehlt eine Grippeschutzimpfung aller Kinder ab dem sechsten Monat mit einer Influenza-Impfdosis. Die Länder USA, Japan und Kanada impfen mit sehr guten Erfolgen auch in dieser Altersgruppe, wie jüngste wissenschaftliche Studien ergaben.

Letztlich obliegt die Entscheidung den Eltern der Kinder. Wenn eine Influenza-Impfung des Kindes gewünscht wird, können Kinderärzte diese jederzeit verabreichen.

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