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Ebola 2014

Verdacht auf Ebolainfektion

Im Falle eines Verdachts auf eine Ebolainfektion informieren Sie bitte umgehend die Rettungsleitstelle unter der Telefonnummer: 112.
Von dort werden alle weiteren Maßnahmen koordiniert.

Situation in Deutschland

Stand 05.12.2014
Das Risiko einer Einschleppung von Ebolafieber durch Reisende nach Deutschland mit anschließender Weiterverbreitung ist sehr gering. Auf das Auftreten von Ebolafieber ist Deutschland gut vorbereitet. Das Robert Koch-Institut hat von Beginn an das Geschehen aufmerksam begleitet und gemeinsam mit Bundesländern und Fachkreisen Empfehlungen und Informationen erstellt. Ein am 1.12.2014 veröffentlichtes Rahmenkonzept (Link siehe unten) fasst die vorhandenen Informationen, Empfehlungen und Regelungen zum seuchenhygienischen und klinischen Management von Erkrankungen an Ebolafieber in Deutschland zusammen und setzt sie in den Kontext des aktuellen Ausbruchsgeschehens in Westafrika.

Situation in USA und Europa, 24.11.2014

In New York, USA, wurde der Patient, der nach Rückreise aus Guinea positiv auf Ebolafieber getestet worden war, als geheilt aus dem Krankenhaus entlassen. Der Arzt hatte für Ärzte ohne Grenzen in Guinea gearbeitet und war am 17.10.2014 in New York gelandet. Er hat nach Angaben des CDC (Centers for Disease Control and Prevention) am 23.10. Fieber bekommen und sich direkt bei den Gesundheitsbehörden gemeldet, die ihn sofort in eine Spezialklinik brachten.
Auch in Spanien war unter dem Medizinpersonal eine Person an Ebolafieber erkrankt, die zuvor einen Ebolafieber-Patienten gepflegt hatte. Der behandelte Patient hatte sich zuvor in Westafrika angesteckt und war nach Spanien zurückgebracht worden. Inzwischen ist die maximale Inkubationszeit bei allen nachverfolgten Kontaktpersonen verstrichen, sodass keine weiteren Erkrankungsfälle beobachtet worden sind.

Deutschland ist auf die Behandlung von Patienten, die an Ebolafieber erkrankt sind, gründlich vorbereitet.
Wer sich in Regionen mit Ebolafieber-Fällen aufgehalten hat, sollte auf Symptome der Infektion achten und sich beim Auftreten von Krankheitszeichen an einen Arzt wenden . Ärzte sollten bei Reiserückkehrern mit entsprechenden Symptomen eine Ebolavirus-Infektion in Betracht ziehen.

Hinweise für medizinisches Personal zum Umgang mit Ebolavirus-Verdachtsfällen in Deutschland

Es gibt weiterhin nur ein SEHR GERINGES RISIKO für eine EINSCHLEPPUNG von Ebolaviren aus Westafrika nach Deutschland. Eine Weiterverbreitung des Ebolavirus in Deutschland ist aufgrund der guten medizinischen Versorgung und Infrastruktur praktisch ausgeschlossen.
Der DIREKTE KONTAKT mit Blut oder anderen Körperflüssigkeiten von erkrankten Menschen oder der Kontakt mit an Ebolavirus-Verstorbenen ist der wichtigste Übertragungsweg. Es gibt keine Hinweise auf eine Übertragung auf den Menschen durch die Atemluft. Ein Übertragungsrisiko geht nur von symptomatischen Ebola-Erkrankten aus.
Wichtig ist bei Patienten mit Fieber (> 38,5°C) mit oder ohne weitere Symptomen wie Durchfall, Erbrechen, Muskelschmerzen, eine genaue ANAMNESE und REISEANAMNESE zu erheben. Rückreisende aus betroffenen Ländern Afrikas (z.Z. Guinea, Liberia, Sierra Leone) sollten aber nicht nur aufgrund der Reiseanamnese unter Verdacht stehen. Nur wenn es Hinweise auf einen DIREKTER KONTAKT zu Blut oder anderen Körperflüssigkeiten von Ebolavirus-Erkrankten oder Kontakt mit an Ebolavirus-Verstorbenen gibt, besteht ein BEGRÜNDETER VERDACHT, der weiter diagnostisch abgeklärt werden muss. Malaria stellt dabei die häufigste und wichtigste Differentialdiagnose da.
Zum Umgang mit Ebolavirus-Verdachtsfällen hat das RKI ein ABLAUFSCHEMA erstellt.

Zur Abklärung, ob ein begründeter Verdachtsfall vorliegt, reicht es aus, entweder Abstand (> 1m) zum Patienten zu halten oder, falls dies nicht möglich ist oder eine körperliche Untersuchung erforderlich sein sollte, Handschuhe, FFP3-Maske, Schutzbrille sowie Einmal-Schutzkittel zu tragen. Sind die Kriterien für einen begründeten Verdachtsfall nicht erfüllt, sind keine speziellen Schutzmaßnahmen zur weiteren Behandlung des Patienten notwendig.
Besteht ein begründeter Verdacht, informieren Sie bitte umgehend das zuständige GESUNDHEITSAMT, das das entsprechende Kompetenz- und Behandlungszentrum für hochkontagiöse und lebensbedrohliche Erkrankungen einbeziehen wird. Diese Zentren sind auf den Umgang mit gefährlichen Infektionskrankheiten spezialisiert und sorgen für eine bestmögliche Behandlung unter optimalen Schutzmaßnahmen, damit eine Weiterverbreitung verhindert wird.

Taskforce gegen Infektionskrankheiten

Direkt am Flughafen München sollen sich fünf Ärzte um Gefahren durch Ebola und andere Infektionskrankheiten kümmern. Die Einheit wird direkt dem Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit unterstellt. Wenn es während eines Flugs Verdachtsfälle auf derartige Krankheiten gibt, ist München einer der deutschen Flughäfen, die angesteuert werden.
Die Taskforce soll zudem als „mobile Krisenreaktionseinheit“ bei schwerwiegenden Infektionsausbrüchen in ganz Bayern aktiv werden.

Ausführliche Informationen finden Sie bei

Aktualisiert am 17.08.2015, 14:17 Uhr

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