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Nürnberg beteiligt sich an der Schienenbrücke für die Ukraine und trifft auf Welle der Unterstützung

Die Stadt Nürnberg hat gemeinsam mit dem Partnerschaftsverein Charkiw-Nürnberg und zahlreichen Unterstützerinnen und Unterstützern aus der Region und darüber hinaus drei Container mit Hilfsgütern für die Ukraine zusammengestellt. Diese werden als Teil der deutsch-polnisch-ukrainischen Schienenbrücke in das osteuropäische Kriegsgebiet gebracht.

Zusammenstellung und Anlieferung der Hilfsgüter für die Ukrain

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Lebensmittel, „Powerbanks“ und Spezialausrüstung

Die drei Container mit einem Fassungsvermögen von jeweils 33 Paletten befördern in den nächsten Tagen Grundnahrungsmittel wie Nudeln, Bohnen und Linsen, Konserven, Babynahrung, H-Milch, Trinkwasser und Säfte, Hygiene- und Desinfektionsmittel sowie Windeln nach Charkiw.

Auf den Weg gebracht werden darüber hinaus wieder Medikamente, Verbandsmaterial und medizinische Instrumente, darunter trausende Spritzen, sowie Schutzkleidung. Für die Feuerwehrleute in der Ukraine, die unermüdlich versuchen, die Folgen der Bombardierungen zu minimieren, Trümmer zu beseitigen und nach Toten und Verletzten zu suchen, enthält der Transport Werkzeuge und Schneidegeräte. Auch zwei dringend benötigte Notstromaggregate konnte von der Nürnberger Flughafen-Feuerwehr bereitgestellt werden.

In den Containern befindet sich darüber hinaus eine Vielzahl an geladenen „Powerbanks“ und Modems, mit denen die Menschen in der Ukraine Neuigkeiten empfangen und in Kontakt mit ihren geflüchteten Familienangehörigen bleiben können. Der Gesamtwert der Waren beläuft sich auf über 230.000 Euro.
Die Summe stammt aus Spenden an den Partnerschaftsverein für "Hilfsprojekte für Charkiw".

Und so lief der zweite Anlieferungstag im Nürnberger Lager

Anlieferung der Hilfsgüter für die Ukraine

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Per LKW kamen die Hilfsgüter im Lager der DB Cargo TRANSA in Nürnberg an.

Anlieferung der Hilfsgüter für die Ukraine

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In Windeseile entluden die Mitarbeiter die LKW.

Zusammenstellung der Hilfsgüter für die Ukraine

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Hier einer der beiden Lagerplätze mit Grundnahrungsmittel, Babynahrung und Konserven, die von Nürnberger Spenden gekauft wurden.

Ankunft der Merlins Crailsheim in Nürnberg mit Hilfsgütern für die Ukraine

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Herzlich empfangen wurde auch der LKW mit Material von den Hakro Merlins Crailsheim. Hier der Vertreter der Merlins, Joachim Wieler mit Silvie Preußer vom Amt für Internationale Beziehungen.

Zwischenlagerung der Hilfsgüter (H-Milch) für die Ukraine

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Die Hakro Merlins Crailsheim brachten 33 Paletten Hilfsgüter, darunter H-Milch, für den Schienentransport in die Ukraine nach Nürnberg.

Anlieferung der Hilfsgüter für die Ukraine

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Knuth Radbruch von DB Cargo TRANSA Nürnberg zeigte Prof. Diether Götz vom Partnerschaftsverein Charkiw-Nürnberg und Silvie Preußer (Amt für Internationale Beziehungen) wie die Warenlogistik bis zur Verladung in die Zugcontainer funktioniert.

Anlieferung der Hilfsgüter für die Ukraine via Schienenbrücke

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Bis der nächste LKW mit Waren zum Entladen vor der Rampe stand.


Mehr Inhalt als geplant

Zunächst waren zwei Container für die Schienenbrücke geplant, aber dank guter Kontakte der Israelitischen Kultusgemeinde konnte der Transport auf drei erweitert werden.

Die „Hakro Merlins Crailsheim“ schlossen sich dem Nürnberger Hilfstransport an. Die Basketballer aus Baden-Württemberg schickten am Mittwoch einen Lkw mit weiteren 33 Paletten zur Verladung nach Nürnberg. Mit an Bord war eine Tonne Milchpulver, das Ehrenamtliche des Erstligisten in Handarbeit zuvor in kleine Vakuumbeutel umgefüllt hatten. Weitere Grundnahrungsmittel wie Mehl, Gemüse-, Suppen- und Wurstkonserven sowie Schokolade, Insulin und Windeln wurden bereitgestellt. Ein wichtiger Bestandteil der Hilfsleistung sind rund 700 waschbare OP-Jacken, die ebenfalls dringend in den Krankenhäusern benötigt werden.
Der Gesamtwert dieser Waren beläuft sich auf rund 110 000 Euro, von denen 60 000 Euro die „Hakro Merlins Crailsheim“ übernahmen und 50 000 Euro von Spendern kamen.

„So einfach war das nicht, Güter in diesen Mengen zu beschaffen“, resümiert Silvie Preußer. Sie organisierte und koordinierte die Beteiligung Nürnbergs an der Schienenbrücke. „Lieferengpässe aufgrund von Rohstoffmangel und Personalknappheit in den Containerhäfen erschweren die Verfügbarkeit enorm. Überwältigend aber war die Bereitschaft zur Hilfestellung durch verschiedenste Menschen und Unternehmen. Es helfen so viele mit, ob bei der Beschaffung, der Zusammenstellung oder der Verpackung und Verladung. Auch die Zollerklärung musste noch schnell und korrekt ausgestellt werden. Toll, danke!“

Wie engagiert die Beteiligten sind, zeigt auch das Nürnberger Team DB Cargo Transa. Obwohl über die Hälfte der Beschäftigten in der Verladung derzeit ausgefallen ist, nehmen sie die Güter in Empfang und lagern sie. Am Samstag, 26. März, werden Angestellte aus Büro und Verwaltung die Waren ehrenamtlich in die Zugwaggons verladen und auf der Schiene zunächst nach Berlin bringen.

So funktioniert die Schienenbrücke

Grafik der Schienenbrücke von Deutschland in die Ukraine

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Die Hilfsgüter werden in Deutschland gesammelt, in Lkw oder direkt in Containern nach Berlin/Seddin gebracht. Vom dortigen Rangierbahnhof aus geht es auf der Schiene nach Polen und von dort weiter in die Ukraine. Ein erster Containerzug fuhr am Freitag, 11. März, von Seddin via Krakau in Richtung Kiew. Beteiligt sind als zentrale Transportunternehmen die Deutsche Bahn mit ihren Töchtern DB Cargo, DB Cargo Transa, DB Cargo Polska, DB Schenker und ihre polnischen Teams sowie die ukrainische Eisenbahn.

Weitere Wege notwendig

Bisher fuhren täglich Lastwagen von Polen aus an die ukrainische Grenze. Dort wurden sie von ukrainischen Fahrern übernommen und die Hilfsgüter ins Landesinnere gebracht. Wie zum Beispiel Anfang März, als eine Hilfslieferung Medikamente, Verbandsmaterial und medizinische Kleininstrumente aus Nürnberg via Krakau nach Bila Zerkva in der Nähe von Kiew gebracht wurde. In der Zwischenzeit schließen sich leider einige Grenzübergänge, die Straßenwege werden zu gefährlich oder es fehlen Lkw-Fahrerinnen und -Fahrer, die den Transport in die Ukraine übernehmen.

Mit der Schienenbrücke wird ein weiterer Weg mit großer Wirkungskraft erschlossen, den der Partnerschaftsverein Charkiw-Nürnberg, die Stadt Nürnberg, die „Harko Merlins Crailsheim“ und alle Helferinnen und Helfer gemeinsam nutzen, um die Menschen in der Ukraine weiter zu unterstützen.

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