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Photovoltaikanlagen in Sokodé und Aného

Technischer Abschluss beim Solarprojekt

Das erste große Kooperationsprojekt Nürnbergs mit afrikanischen Kommunen konnte im Februar 2021 erfolgreich abgeschlossen werden: Sechs Photovoltaik-Anlagen in Sokodé und Aného in Togo wurden mit Nürnbergs Hilfe innerhalb von 20 Monaten installiert und liefern Energie für vier Gesundheits- und Bildungseinrichtungen. Eine abschließende Reise mit Expertenaustausch zum Thema Energieeffizienz steht noch aus und kann hoffentlich im Sommer 2021 realisiert werden.
Seit Mai 2018 besteht zwischen der Stadt Nürnberg und den beiden Städten Sokodé und Aného in Togo eine Projektpartnerschaft. Im Rahmen einer Verwaltungsreform 2019 wurden die Kommunen übrigens umbenannt und heißen jetzt Tchaoudjo 1 (ehemals Sokodé) und Lacs 1 (ehemals Aného). Die alten Bezeichnungen werden der Einfachkeit halber hier noch weiter verwendet.

Ausgabenreduzierung plus Nachhaltigkeitseffekte

Mit insgesamt 323 Solarmodulen wurden zwei Anlagen mit je 46 Kilowatt-Peak (kWp) Nennleistung für die beiden Krankenhäuser gebaut. Die beiden Anlagen können über 70 000 kWh Strom im Jahr erzeugen, das entspricht einer Einsparung von rund 12 600 Euro pro Jahr und pro Anlage. Diese Mittel stehen nun für die eigentliche Gesundheitsarbeit zur Verfügung, wichtig gerade in Pandemiezeiten.

Die Installationsfirmen in Sokodé und Aného konnten vor Ort ihre Kompetenz belegen und haben nun ein großes Referenzprojekt im Repertoire.

Grundlage für die Kooperation der drei Kommunen ist die Agenda 2030 mit ihren 17 UN-Zielen für nachhaltige Entwicklung (die sog. "SDGs"). Mit diesem Projekt werden gleich drei SDGs erfüllt: Gesundheit (SDG 3), berufliche Bildung (SDG 4) und saubere und bezahlbare Energie (SDG 7).

Die Kommunen Sokodé und Aného informieren die Bürgerinnen und Bürger in französischer sowie der jeweiligen regionalen Sprache (Kotokoli bzw. Guin/MIna) schriftlich wie auch mündlich über die Kooperation mit Nürnberg.


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PV-Anlage für Hospital in Sokodé/Tchaoudjo 1, Togo

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Die Solarpanelen für das Hospital von Sokodé/Tchaoudjo 1 - aus statischen Gründen neben dem Gebäudekomplex platziert.

Technik PV Anlage Sokode

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Letzte Checks der Wechselrichter in der Berufsschule L.E.T.P. in Sokodé, Togo

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Photovoltaikanlage auf dem Hospital in Aného

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Photovoltaikanlage auf dem Hospital in Aného, Togo: Befestigung der Solarpanelen

PV-Anlage Hospital Aného, Dezember 2020

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Die Photovoltaikanlage des Hospitals in Aného kurz vor der Fertigstellung

Anfang Dezember 2020: Alle Photovoltaikanlagen in Sokodé und Aného stehen

Neben den Aufdachanlagen in unseren togoischen Projektpartnerstädten wurden in den letzten Wochen auch auf den Freiflächen die vorgesehenen Photovoltaikanlagen aufgebaut. In den Berufsschulen in Sokodé und Aného stehen nun jeweils eine Anlage mit 4,6 kWp für die Schulung netzgebundener PV-Anlagen und jeweils eine mit 1,4 kWp und einem 6 kWh Speicher für die Schulung von netzfernen Inselanlagen zur Verfügung. So können die Auszubildenden die beiden meistverwendeten Installationsarten so praxisnahe wie nur möglich kennenlernen. In beiden kommunalen Einrichtungen wird seit langem im Ausbildungsbereich Elektrotechnik die Fachrichtung erneuerbare Energie mit Schwerpunkt auf Photovoltaik unterrichtet.

Die Aus- und Weiterbildung von Experten erneuerbarer Energien ist gerade in Togo von zukunftsweisender Bedeutung. Das zentralafrikanische Land hat sich zum Ziel gesetzt bis 2030 einen universellen Zugang zu Elektrifizierung zu erreichen. Grob geschätzt ein Drittel der Menschen im Land haben Zugriff auf Elektrizität. Die Zukunft Afrikas liegt in der dezentralen, bedarfsorientierten Stromerzeugung. Diese kann in erster Linie durch Photovoltaik, beispielsweise auch mit kleinen Mini- und Mikro-Grids, erreicht werden. Sehr wohl gibt es ausgebildetes Fachpersonal, aber für den großen Bedarf noch lange nicht genug. Mit der neuen Ausstattung der Berufsschulen in Sokodé und Aného können junge Menschen den Anlagenbau und den Umgang mit nachhaltiger Energie praxisbezogener erlernen und sich selbst mit der Ausbildung eine langfristige Zukunftschance eröffnen.

Aufbau der Photovoltaikanlagen in Togo


Der Schwerpunkt der Zusammenarbeit der drei Kommunen ist die Förderung und der kommunale Fachaustausch im Bereich erneuerbarer Energien. Mit einer durchschnittlichen Sonnenscheindauer von 7 bis 8 Stunden von Oktober bis Mai und einer unwesentlicher geringeren in den restlichen Monaten verfügt Togo über ein hohes thermisches Potential, das stärker nutzbar gemacht werden soll.
Gerade in den zahlreichen Gebieten, die nur marginal an die Stromversorgung angeschlossen sind oder bei Einrichtungen, wie beispielweise Krankenhäusern, die einen hohen Energiebedarf verzeichnen, bieten sich für die Gewinnung von Solarstrom an.

Mit dem gemeinsamen Projekt wollen die drei Städte Togos Potential klimafreundlich und bedarfsorientiert nutzen und mit Einsatz von Photovoltaikanlagen die konventionellen Energiequellen entlasten und eine netzunabhängige Stromversorgung etablieren.


Die Photovoltaikanlagen entstehen mit großzügiger Unterstützung durch die

Wappen der Bayerischen Staatskanzlei

Kommunaler Fachaustausch

Ein Wesenselement dieser partnerschaftlichen Zusammenarbeit ist der Austausch kommunaler Expertise. Ein erstes Treffen zum kommunalen Fachaustausch fand deshalb im September 2018 statt. Vertreter der Stadt Nürnberg und togolesischer Vereine in Nürnberg besprachen mit den Projektpartnern der togolesischen Städte die Voraussetzungen und die Zielvorstellungen für das gemeinsame Projekt.

Im März 2019 wurde der Austausch in die Praxis überführt. Drei Berufsschullehrer für Elektrotechnik aus Sokodé nahmen am Fachaustausch in Nürnberg teil. Dabei fanden Gespräche und Besichtigungen in der Beruflichen Schule 1 für Kompetenz in Metall, Elektro und IT statt. Die Photovoltaikanlagen auf den Dächern der Veit-Stoß-Realschule und des Rathauses Hauptmarkt 18 wurden besichtigt sowie Fachgespräche zwischen den togolesischen Gästen und dem Umweltreferenten, dem Klimaschutzbeauftragten, und einem Vertreter des Kommunalen Energiemanagements geführt.

ProjektpartnerschaftTogo - Fachaustausch 2019

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Fachaustausch im Rahmen der Kommunalen Entwicklungsarbeit zwischen den Städten Nürnberg und Sokodé in Togo. In der Werkstatt der Beruflichen Schule 1 in Nürnberg

Projektpartnerschaft mit Togo - Fachaustausch 2019

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Fachaustausch im Rahmen der Kommunalen Entwicklungsarbeit zwischen den Städten Nürnberg und Sokodé in Togo. Auf dem Dach der Veit-Stoß-Realschule: Karin Gleixner, Céline Havla-Picard, Wolfgang Müller, Patcham Ekpai, Matthias Eidenschink, Komsouga Tabata (von li. nach re.)

Projektpartnerschaft Togo - Fachaustausch 2019

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Fachaustausch im Rahmen der Kommunalen Entwicklungsarbeit zwischen den Städten Nürnberg und Sokodé in Togo. Auf dem Dach des Rathauses Am Hauptmarkt 18: Kousmsoga Tabata, Mouhamed Issa, Wolfgang Müller, Patcham Ekpai (von li. nach re.)

Ebenfalls 2019 nahmen drei Berufsschullehrer aus Sokodé am Programm „Ausbildung der Ausbilder für eine Welt mit Zukunft“ teil. Im Beruflichen Fortbildungszentrum der Bayerischen Wirtschaft (BFZ) in Wildpoldsried im Allgäu entstand in einem zweiwöchigen Kurs ein mobiles Solarmodul. Dieser Solarkoffer wird seither im praktischen Unterricht in Sokodé eingesetzt und die neu gewonnenen Kenntnisse der Lehrer über Pädagogik, Didaktik und Teamarbeit werden begeistert umgesetzt.


Zur Vorgeschichte

Entstanden ist die kommunale Zusammenarbeit in Nürnberg in einem ca. achtmonatigen partizipativen Prozess mit drei öffentlichen Workshops zur Erarbeitung einer Grundlage für entwicklungspolitische Beziehungen der Stadt zu Afrika.
Im dritten Workshop fiel die Entscheidung, mit den beiden Kommunen Sokodé und Aného in Togo eine befristete Projektpartnerschaft auf Grundlage der Agenda 2030 einzugehen. Zu beiden Städten existieren aktive Vereine in Nürnberg und bereits früher gab es Kontakte zwischen den Stadtverwaltungen.

Die Nürnberger Vereine „Association du Développement du Tchauodjo“ (ADT e.V.) und „Action Développement Togo“ (AcDT e.V.) sind kontinuierlich an der Ausgestaltung der Projektpartnerschaft beteiligt.


Kommunale Entwicklungspolitik

Logos der Förderer KEPOL

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