Kontakt

Lebenswelt Konflikt - Programm für Kitas in Kooperation mit Nürnberger Grundschulen

Konstruktiver Umgang mit Konflikten, Aggression und Gewalt


Programm für Nürnberger Kindertageseinrichtungen und Grundschulen

Ausgangspunkt der Entwicklung von bedarfsgerechten neuen Strategien des Umgangs mit aggressiven Kindern und Jugendlichen war eine beobachtbare wachsende Gewaltbereitschaft bei Kindern und Jugendlichen im Schul- und Freizeitbereich.
Die Bereiche "Städtische Kindertageseinrichtungen" und "Erzieherische Hilfen und Krisenhilfen" des Jugendamts der Stadt Nürnberg haben das Programm Lebenswelt Konflikt gemeinsam entwickelt, führen es gemeinsam durch und entwickeln es fachlich weiter.

Karl-Heinz Bittl, der Trainer für dieses Programm, beschreibt Konflikt und Aggression als festen Bestandtteil der Lebenswelt von Menschen so: "Konflikte dienen der Klärung von Bedürfnissen und Aggression schafft Kontakt und sorgt für Grenzen." Durch einen bewussten und kompeteten Umgang wird die Sozialkompetenz gefördert und damit das gewaltfreie, gleichberechtigte und mündige Miteinander. Dabei benötigen Kinder Vorbilder und Unterstützung. Beides nimmt das Programm in den Fokus.

Um es mit den Worten von Karl-Heinz Bittl, des Trainers für dieses Programm auszudrücken: Konflikte dienen der Klärung von Bedürfnissen und Aggression schafft Kontakt und sorgt für Grenzen.


Ziele und Arbeitsweise von Lebenswelt Konflikt

Ziel ist, die Sozialkompetenz der Kinder zu fördern und sie zu einem konstruktiven Umgang mit Konflikten, Aggression und Gewalt zu befähigen. Kinder und pädagogische Fachkräfte in Nürnberger Kindertageseinrichtungen und Grundschulen erweitern durch das Programm „Lebenswelt Konflikt“ ihre Kompetenzen und entwickeln kreative Lösungsstrategien.

Mit den Kindern werden innovative Projekte zur Verbesserung des konstruktiven Umgangs mit Konflikten, Aggression und Gewalt erprobt. Die Interessen, Fragen und brennenden Themen der Kinder und auch der Fachkräfte werden in den Bereichen Konflikt, Aggression und Gewalt aufgegriffen. Dies wird in Form eines erfahrungs- und themenorientierten Lernens exemplarisch und nachhaltig bearbeitet. Die strukturelle Ebene der Arbeit in den Kindertageseinrichtungen und Grundschulen wird dabei berücksichtig: Gruppendynamik, Zuweisung und Übernahme von Rollen, Raumgestaltung, Teamarbeit, konzeptionelle Ziele.


Der Fokus von Lebenswelt Konflikt

  1. Ausdrucksformen von Konflikten, Aggressionen und Gewalt in Kita und Schule sowie deren Ursachen und Hintergründe
  2. Bedürfnisse der Kinder und deren Integration in die pädagogische Arbeit
  3. Themenorientierte Projektarbeit
  4. Rolle der Fachkräfte, des Teams und der Struktur der Einrichtung bzw. Schule

Kindertageseinrichtungen und Schulen als Kooperationspartner

Viele Kinder besuchen sowohl die Grundschulen als auch den Kinderhort. Beide Erziehungsinstitutionen haben innerhalb des Stadtteils ähnliche oder gleiche sozialräumliche Bezüge. Dabei bringen die Kinder ihre Biografien, Werte, Haltungen, Fähigkeiten, Konflikte, Probleme und Fragestellungen in beide Institutionen ein. Deshalb bezieht Lebenswelt Konflikt seit seiner konzeptionellen Weiterentwicklung auch Grund- und Förderschulen bzw. Förderzentren mit in das Programm ein.

Diese Kooperation erfolgt mit dem Ziel, die gemeinsame Erziehungsarbeit und die Kooperation zwischen Kindertageseinrichtungen und Grundschulen zu verbessern und weiter zu entwickeln. Es sollen nachhaltige Kooperationsformen und gemeinsame Projekte ins Leben gerufen werden.


Beteiligung von Eltern und der Teams

Auch die Eltern der Kinder, die am Programm teilnehmen, werden im Rahmen von Elterntrainings in den Kinderhorten intensiv in das Programm mit einbezogen.

Wesentlicher Bestandteil des Programms ist außerdem die Teilnahme aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kindertageseinrichtung. Für die Kindertageseinrichtungen hat sich die Teilnahme des gesamten Teams bewährt, da die Teamarbeit zentraler Bestandteil der pädagogischen Arbeit ist. Die prozesshafte, mitarbeiter- und erfahrungsorientierte Ausrichtung zieht gemeinsame Teamprozesse nach sich.

Aus der Grundschule nehmen cairca vier bis fünf Lehrkräften an Lebenswelt Konflikt teil. Diese geben ihre Erfahrungen als Multiplikatorinnen und Multiplikatoren dann an das gesamte Lehrerkollegium weiter.


Fortbildung und Schulung der pädagogischen Fachkräfte

Die Fortbildungen geben den am Programm beteiligten pädagogischen Fachkräften auf folgenden vier Ebenen Unterstützung:

  • Erwerb von Kompetenzen im Umgang mit Konflikten, Aggression und Gewalt sowie Erwerb praxisbezogener Handlungsmodelle
  • Reflexion des eigenen erzieherischen Handelns
  • Strukturanalyse in Bezug auf das Thema Gewalt und Aggression
  • Weiterentwicklung der Kooperation zwischen Kindertageseinrichtung, Schule und Elternhaus

Für die pädagogischen Fachkräfte aus Kita und Schule werden sowohl zentrale Fortbildungen als auch Inhouse-Schulungen angeboten. Beides findet im Wechsel und zeitlich sowie thematisch aufeinander aufbauend statt.

Zentrale Fortbildungen über das Bildungsprogramm

Im Rahmen von zentralen Fortbildungen, die auch im Bildungsprogramm für soziale Berufe und Kitas trägerübergreifend ausgeschrieben werden, erhalten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer fachliches Know-how zum Thema. Hier werden Hintergründe, Ursachen, Wirkungszusammenhänge, Konfliktthemen und Rahmenbedingungen herausgearbeitet und behandelt.

Inhouse-Schulungen

Bei Inhouse-Schulungen erhalten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der jeweiligen Einrichtung bzw. der Grundschule weitergehende Kompetenzen im Umgang mit konflikthaften bzw. aggressiven Verhaltensweisen von Kindern. Der Erfahrungsaustausch der Teilnehmerinnen und Teilnehmer hat dabei einen hohen Stellenwert.
Bei den Inhouse-Schulung werden folgende Aspekte, Themen und Fragestellungen behandelt:

  • Welche Problemlagen und Konfliktpotentiale sind in der Einrichtung vorhanden?
  • Rolle und Verhalten der Fachkräfte
  • Persönlichkeitsfördernder Umgang mit Kindern, die besonderem Förderbedarf haben
  • Reflexion und Analyse struktureller Rahmenbedingungen in der Einrichtung und deren Einfluss auf das Verhalten der Kinder und daraus resultierende notwendige Veränderungen
  • Entwicklung von themenorientierten, konfliktmindernden und konfliktverhindernden Aktivitäten und prozessorientierten Projekten

Wichtig ist, dass die Angebote und Projekte mit den Kindern im Bezugssystem der Einrichtung bzw. der Schule stattfinden. Dadurch werden vorhandene Beziehungen der Kinder und ihnen vertraute Strukturen in das Training einbezogen.


Dauer des Programms

Lebenswelt Konflikt startete im Jahr 2001 mit drei Einrichtungen in der Sozialregion Nürnberg-West. Ab 2002 wurde das Programm jährlich an wechselnden Standorten mit je drei bis vier Einrichtungen/Schulen durchgeführt. Das Programm wird über einen Zeitraum von zehn bis elf Monaten mit insgesamt circa 50 Stunden in Form von zentralen Fortbildungen für alle beteiligten Einrichtungen/Schulen und Inhouse-Schulungen für die einzelnen Einrichtungen und Grundschulen durchgeführt. Hinzu kommen circa 50 Stunden Team-, Kooperations-, Vor- und Nachbereitungsarbeiten je Mitarbeiterin und Mitarbeiter der Einrichtung.


Finanzierung

Die Finanzierung externer Referenten erfolgt über die vom Jugendhilfeausschuss bereitgestellten Gelder des Programms „Prävention Gewalt“.


Praxisbeispiele von Lebenswelt Konflikt

Wie beschrieben, ist Aufgabe dieser Projekte, die Kompetenzen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu stärken und zu erweitern und in Bezug auf die Themen Konflikt, Aggression und Gewalt gemeinsam neue kooperative Lösungsstrategien zu entwickeln. Kinder benötigen dafür für sie spannende und interessante Inhalte und Aufgabenstellungen. Diese sind vielfältig, da sie von den unterschiedlichen Rahmenbedingungen, Bedürfnissen, Erfahrungen und Ressourcen der Kinder und auch Einrichtungen und schulen abhängig sind.


Zurück zum Seitenanfang URL dieser Seite:
<http://www.nuernberg.de/internet/jugendamt/lebensweltkonflikt.html>