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Barcamp Menschenrechte

Vorstellung Sessions

Vorstellung der Workshops. Die Leiterinnen und Leiter stehen in einer Reihe und halten Blätter mit den Workshoptiteln in den Händen.

Das erste Barcamp Menschenrechte der Stadt Nürnberg

Anlässlich des 25jährigen Bestehens der Straße der Menschenrechte in Nürnberg fand am Freitag, 30.11.2018 das Barcamp Menschenrechte statt.
Ziel war es herauszuarbeiten, ob Nürnberg den hohen ethischen Anspruch einer Stadt des Friedens und der Menschenrechte erfüllt und wo noch Verbesserungspotential besteht. Hierzu kamen über 50 Teilnehmende im Tagungshaus cph Nürnberg zusammen. Alle, die Interesse hatten, konnten ein Thema vorschlagen, dass dann entweder in Form eines Workshops, eines Impulsvortrages und/oder einer Diskussionsrunde gemeinsam aufgearbeitet wurden. Wie für ein Barcamp üblich, wurden erst am Abend selbst die zum Thema „Menschenrechte“ passenden Vortragsthemen vom Publikum ausgewählt. Insgesamt gab es zehn „Sessions“.
Viele verschiedene Arten von Diskriminierung wurden demnach angesprochen und lebhaft bearbeitet.
Die Veranstaltung hat gezeigt, dass sich Nürnberg engagiert, Bürgerinnen und Bürger nie aufhören wollen ihre Stadt zu verbessern und weiterzuentwickeln und, dass es immer Projekte gibt, mit denen man seine Heimat ein Stückchen besser machen kann.

Kurzberichte zu den Sessions....

"Du kommst (nicht) rein"

Ipek Erdönmez, Beauftragte für Diskriminierungsfragen diskutierte unter dem Motto: „Du kommst (nicht) rein“ das Thema der Diskriminierung im Nachtleben. Ist es immer Diskriminierung, wenn eine feierwütige Person aufgrund eines äußeren Merkmals der Eintritt in ein Nachtlokal von einem Türsteher verwehrt wird? Während der Gesprächsrunde wurde herausgearbeitet, dass nicht nur die Gäste, sondern auch die Clubbesitzer Rechte haben, das heißt, nicht immer, wenn jemand vom Security Personal abgewiesen wird liegt eine Diskriminierung vor. Vielmehr kann der Eigentümer eines Nachtlokals auch Regeln, beispielsweise betreffend der Kleidung, für sein Etablissement festlegen. Aufgrund der Hautfarbe, oder eines Akzents ist eine Einlassverweigerung jedoch verboten. Da solche Diskriminierungen in Nürnbergs Nachtleben jedoch häufiger vorkommen hat sich ein Arbeitskreis gebildet, indem auch die Seite der Clubbetreiber vertreten ist. Das Ziel dieses Arbeitskreises soll sein, dass die Diskotheken- und Barbetreiber aus Nürnberg für das Thema Diskriminierung, zum Beispiel durch ein gemeinsames Treffen, sensibilisiert werden und auch ihr Personal entsprechend schulen.

Die Sprache Afrikas in der Straße der Menschenrechte

Auch in dieser Session sollte die Frage beantwortet werden, wo Nürnberg nach 25 Jahren Menschenrechtsarbeit steht. Die NifA und der EuroGuinee e. V. bewerteten Nürnbergs Arbeit zu diesem wichtigen Thema als positiv. Auch den hohen ethischen Anspruch, den Nürnberg als Stadt des Friedens und der Menschenrechte hat sehen diese beiden Organisationen als erfüllt. Die Würdigung der afrikanischen Sprachen in der Straße der Menschenrechte, in Artikel 18 – Ful/ Pulaar und Artikel 24 Zulu, haben damit den afrikanischen Kulturen in der Gesamtheit ein Zeichen der Integration und der Völkerverständigung in Nürnberg aufgesetzt. Das Verbesserungspotential wurde noch darin gesehen, dass die Chancen und Schwächen bei der Erfüllung der Menschenrechte in Afrika in der Stadt Nürnberg öffentlicher gemacht werden sollten. Dies am besten in einer Zusammenarbeit mit der afrikanischen Zivilgesellschaft und in Form von Veranstaltungen und einer besseren Vernetzung mit der afrikanischen Diaspora und den Menschenrechtsorganisationen in Afrika.
Weitere diskutierte Fragen waren außerdem, ob in Nürnberg eine Chancengleichheit für alle besteht und wie andere Städte mit dieser Problematik umgehen. Da hierzu keine Daten bekannt waren wurde vorgeschlagen, dass Untersuchungen durchgeführt werden sollten.

- Bäume für die Menschenrechte – Menschenrechtsarbeit im Stadtteil

In vielen Stadtteilen Nürnbergs steht einer der 80 Bäume für die Menschenrechte, der einem der 30 Menschenrechtsartikel der „Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte“ von 1948 gewidmet ist. Thomas Müller, Amt für Kultur und Freizeit, stellte die jährliche Aktionstage an den Bäumen für die Menschenrechte kurz vor. Viele Organisation, die einen Baum gepflanzt haben, thematisieren das Menschenrecht an ihrem Baum mit vielfältigen Veranstaltungen. (www.baeume-fuer-die-menschenrechte.de),
Für 2019 sollen neue Veranstaltungsformate entwickelt werden, um im Stadtteil das Thema Menschenrechte verstärkt zu positionieren. Um lebendige und streitbare Gesprächskultur im Stadtteil zu fördern, wurde in der Session über ein Gesprächsformat Talk am Baum diskutiert. Die Idee ist, mit einer guten Moderation und 1 oder 2 bekannten Persönlichkeiten aus dem lokalen Umfeld mit Besucherinnen und Besuchern Themen in Bezug auf das Menschenrecht, dem der Baum gewidmet ist zu diskutieren. Themen können sein (Soziale) Sicherheit, Wohnen, Gesundheit, Armut, Diskriminierung u.v.m. Die Idee wird auf dem Jahrestreffen der Initiativen Bäume für die Menschenrechte weiter diskutiert.

Kontakt: Thomas Müller

Dialog zwischen Menschen mit und ohne Migrationshintergrund

Die Session von Cooper Thompson hatte das Thema Dialog zwischen Menschen mit und ohne Migrationsgeschichte (M mit und ohne MG). Die Gruppe was sehr vielfältig, und als Effekt hat eine Art von Dialog stattgefunden. Die erste Frage war, "in euren Erfahrungen, in welche Sinne ist Dialog schwierig? Was ist passiert, sodass ein Dialog nicht möglich war bzw nicht stattgefunden hat?"
Und danach habe wurde die Gruppe gefragt "was sind die Bedingungen für Dialog?
Was ist wichtig/nötig sodass Dialog stattfindet?" Außer einer Teilnehmerin, haben alle in der Gruppe selten ein Dialog zwischen M mit und ohne MG erlebt. Und am Ende war der Wunsch, mehrere Möglichkeiten für echten Dialog zu schaffen. Die ausgearbeiteten Bedingungen für einen Dialog waren unter anderem, dass ein neutraler Schutzraum geschaffen wird und das Gespräch ohne Vorurteile ablaufen sollte. Um die sprachlichen Ebenen anzupassen und man sich auf Augenhöhe begegnen kann wäre es wichtig, dass sich während des Dialogs geduzt und die „Ich-Sprache“ verwendet wird. Die Betroffenen brauchen Raum ihre Erfahrungen äußern zu können, dafür ist es natürlich elementar, dass alle beteiligten Parteien geduldig sind und zuhören. In der Session wurde festgehalten, dass es ein langwieriger Prozess ist einen Dialog aufzubauen und Resultate aus diesem ziehen zu können und, dass dieser Prozess auf Vertrauen basiert.

Gibt´s nichts Wichtigeres?

Fragen zum Thema Gleichstellung, geschlechtergerechte Sprache, Rechte für Lesben, Schwule, Trans- Bi- und Interpersonen oder zur Inklusion werden häufig mit: „Gibt´s nichts Wichtigeres“ oder aber: „Ihr habt doch schon alles erreicht“ kommentiert. In der Tat, auf rechtlicher Ebene gab es in den letzten 30 Jahren beachtliche Fortschritte zur Gleichstellung. Was sich jedoch hartnäckig hält, sind strukturelle Ungleichgewichte und gesellschaftliche Vorurteile. Der Anteil von Frauen in Führung, der Anteil von Männern in Elternzeit, der Gender Pay Gap, Altersarmut, Diskriminierung und Mobbing von LSBTI, nicht mitdenken von Inklusion oder kein Zugang von Menschen mit Behinderung in das Bildungssystem oder den ersten Arbeitsmarkt. In der Session ging es darum Ideen zu finden wie diese Themen besser vermittelt werden können. Ein Statement dazu war, dass vor allem in Deutschland Gleichstellung und Diversität zu sachlich und zu wenig auf der Gefühlsebene diskutiert werden, dieser Gedanke wurde aufgegriffen und Kampagnen überlegt wie Vorteile von Gleichstellung deutlicher gemacht werden können. Eines ist klar, je weniger Menschen in einer Gesellschaft diskriminiert oder ausgeschlossen werden umso besser geht es der gesamten Gesellschaft. Diesen Gedanken haben wir aufgegriffen und sind bei der Planung zweier konkreter Aktionen für 2019 mit Teilnehmer*innen des Arbeitskreises.

Kontakt: Christine Burmann

„Betzavta – was ist das?“

Die Session „Betzavta – was ist das?“ hat die Teilnehmenden buchstäblich verbunden. Das Wort „Betzavta“ kommt aus dem hebräischen und bedeutet „Miteinander“. Ein solches Miteinander durften die Teilnehmenden dieser Session spüren, denn sie wurden während der Sitzung mit einem Faden verbunden. So hatten sie die Möglichkeit sich während der Dauer der Session besser kennenzulernen, mussten sich jedoch auch in ihren Bewegungen und Bedürfnissen nacheinander richten. Bei „Betzavta“ geht es um das Erfahren, Erlernen und Begreifen eines demokratischen Miteinanders im Kontext des persönlichen Umgangs. Das Ziel der Session, die Teilnehmenden zu sensibilisieren, wurde durch die unkonventionelle Verbindung erreicht.
Und bitte mich als Ansprechpartnerin angeben :)
Kontakt: Sofi Brostean-Kaiser

E-Mail: S.Brostean-Kaiser@kjr-nuernberg.de


Ballons steigen bei der Friedenstafel auf

* Das Barcamp - Menschenrechte * 30. November * 16:00 - 19:30 Uhr *

Die Einweihung der Straße der Menschenrechte im Oktober 1993 war nicht nur die Geburtsstunde des Internationalen Nürnberger Menschenrechtspreises, sie bildete auch den Auftakt für zahlreiche Menschenrechtsaktivitäten in unserer Stadt. Die Umsetzung der im städtischen Leitbild verankerten Selbstverpflichtung erfuhr eine institutionelle Verankerung, strukturbildende Maßnahmen wurden auf den Weg gebracht und die Zivilgesellschaft unterstützt eine Kultur der Menschenrechte in Nürnberg im alltäglichen Leben.

Wo stehen wir nach diesen 25 Jahren? Haben wir alles richtig gemacht?

  • Wird Nürnberg dem hohen ethischen Anspruch einer Stadt des Friedens und der Menschenrechte tatsächlich gerecht?
  • Haben wir noch Leerstellen?
  • Fehlen uns Partner*innen in der Menschenrechtsarbeit?
  • Genügen die Formate und Konzepte?
  • Besteht Chancengleichheit in Nürnberg für Alle?
  • Machen es andere Städte besser? Gibt es dort gute Ideen?
  • to be continued......

* Nürnberg hält zusammen * Sichtbar * Vernetzt * Engagiert

Diese und andere Fragen wollen wir mit Euch = Expert*innen, Engagierte und Interessierte aus Zivilgesellschaft, Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Kunst, Kultur, Handel, Musik, Handwerk oder einfach purer Lebenserfahrung diskutieren.
Antworten finden, Initiativen starten oder einen Prozess in Gang bringen.

Wir bieten Raum für Ideen und Visionen.

Wann?

15:30
16:00
16:45 - 17:45

Was?

Ankommen - Ideen für Sessions melden
Begrüßung und Sessionplanung
Uhr Sessions und Workshops

17:45 - 18:00

PAUSE

Wann?

18:00 - 19:00
19:00 - 19:30

Was?

Sessions und Workshops
Abschlussrunde

Notizzettel

Ideen für Sessions?

Ihr wollt Inhalte aufgreifen, eine These diskutieren, eine Session anbieten? Alleine, zu zweit? Als Workshop, Performance......?

Welche Sessions stattfinden, wird vor Ort von allen Besucher*innen entschieden.

Schickt uns eine E-Mail an: menschenrechtsbuero@stadt.nuernberg.de

Anmeldung

Die Teilnahme am Barcamp Menschenrechte ist kostenfrei.
Der Veranstaltungsort ist barrierefrei und besitzt eine Induktionsanlage.
Wir freuen uns auf euch!

Barcamp Menschenrechte

Tagungshaus CPH

Königstraße 64

90402 Nürnberg

Einlassvorbehalt

Die Veranstalter behalten sich gem. § 6 VersG /Art. 10 BayVersG vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die neonazistischen Organisationen angehören oder der extremen rechten Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch antisemitische, rassistische oder nationalistische Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren.

Interner Link: Kulturhauptstadt Europas 2025. Wir bewerben uns!

Ich will dabei sein.....

Wetter in Nürnberg

am 15. Dezember 2018

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Der Veranstaltungsort - Tagungshaus CPH

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