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Projekte der Preisträger

Ein Schulgebäude für Ruanda

In den Jahren 2008 und 2009 errichtete die Stadt Nürnberg mit Spenden ihrer Bürgerinnen und Bürger ein neues Unterrichtsgebäude für die „École Technique Saint Peter Igihozo“ in der ruandischen Gemeinde Nyanza.

Diese Bildungseinrichtung kümmert sich vor allem um Jugendliche, die durch den Völkermord von 1994 ihre Familien verloren hatten und deshalb ihre schulische Ausbildung abbrechen mussten. Die Schule Sankt Peter Igihozo gibt ihnen nun die Chance, ihre Ausbildung abzuschließen. Dies ist in Ruanda ganz besonders wichtig, denn Jugendliche ohne einen Schulabschluss haben dort in aller Regel nur eine Perspektive: ein Leben in Elend und Hoffnungslosigkeit.
Die Technische Schule Sankt Peter Igihozo ist mit rund 650 Schülerinnen und Schülern völlig überfüllt, in den kleinen Klassenzimmern drängen sich 40 bis 50 Jugendliche. Die neuen Räumlichkeiten bringen nun die dringend notwendige Entlastung.

Darüber hinaus konnte ein Schulungszentrum für die Nationale Einheits- und Versöhnungskommission Ruandas errichtet werden, die eine vorbildliche Arbeit zur Bewältigung der Folgen des Völkermords in diesem kleinen ostafrikanischen Land leistet. Mit den Spenden aus Nürnberg können nun auch die Innenausstattung der Schule Sankt Peter Igihozo und die Sanierung der alten Schulgebäude, die sich in einem desolaten Zustand befinden, finanziert werden.

2012 förderte die Stadt Nürnberg dringend notwendige Sanierungsmaßnahmen am Schulgebäude. Die unzumutbaren Toilettenanlagen und die provisorische Gasversorgung des Labors wurden saniert. Zusätzliche Hilfe kam von der Bismarckschule in Nürnberg, die sich stark für ihre Partnerschule in Nyanza engagierte und Spenden sammelte.


Projekte für die indigene Bevölkerung in Mexiko

Der im Januar 2011 verstorbene emeritierte Bischof Samuel Ruíz García, Preisträger des Internationalen Nürnberger Menschenrechtspreises 2001, stand 40 Jahre lang an der Spitze der im Indio-Gebiet gelegenen Diözese San Cristóbal de Las Casas, die zu den ärmsten und konfliktreichsten Regionen Mexikos zählt. Dort hat er mehrere Menschenrechtsprojekte zugunsten der indigenen Bevölkerung ins Leben gerufen, drei davon werden von der Stadt Nürnberg unterstützt.

Die Lage der indigenen Bevölkerung im südmexikanischen Bundesstaat Chiapas

Der Anteil an indigener Bevölkerung im mexikanischen Bundesstaat Chiapas ist nicht nur besonders hoch, hier offenbart sich die soziale und wirtschaftliche Diskriminierung der indianischstämmigen Bevölkerung auch besonders deutlich: Viele Dörfer haben weder Anschluss an das Trinkwassersystem noch an die Stromversorgung. Die medizinische und schulische Versorgung ist sehr schlecht. Entsprechend hoch ist die Kindersterblichkeit. Und Chiapas zählt zu den mexikanischen Bundesstaaten mit der höchsten Analphabetenrate unter den Indios. Der Großteil des fruchtbaren Landes, Rinderfarmen und Kaffeeplantagen, befindet sich im Eigentum weniger Großgrundbesitzer, die ihren Arbeitern selten den Mindestlohn bezahlen. Die Arbeitslosigkeit ist hoch. Ungezählte Landlose müssen in menschenunwürdigen Behausungen leben. Die große Mehrheit der Indios sind Tagelöhner und Kleinbauern, diskriminiert, marginalisiert und rechtlos. 1994 erhoben sich die in der „Nationalen Zapatistischen Befreiungsarmee“ organisierten Indios in Chiapas, um auf ihre Lage aufmerksam zu machen. Der Aufstand führte dazu, dass seither ein Großteil des mexikanischen Heeres in Chiapas stationiert ist.


Das Straßenkinder-Projekt ´NICH K’KOK`

Dieses Projekt konzentriert sich auf indigene Kinder und Jugendliche, die in der Stadt San Cristóbal de Las Casas unter schwierigsten Bedingungen auf der Straße leben müssen. Mit einem kleinen Haus bietet NICH K’KOK’ diesen Mädchen und Jungen eine Anlaufstelle, in der sie Betreuung, Verpflegung und in sehr begrenztem Umfang auch Unterkunft finden. Die Träger des Projekts haben sich zum Ziel gesetzt, möglichst vielen Straßenkindern eine Lebenschance zu geben. Deshalb bemühen sie sich, ihre Schützlinge medizinisch zu versorgen, psychologisch zu begleiten und ihnen den Weg in eine schulische und berufliche Ausbildung zu ermöglichen. Die Entwicklung der Kinder wird durch Erziehungs- und Bildungsprogramme gefördert, die auf ihren ethnischen und kulturellen Wurzeln aufbauen.

Damit das Projekt NICH K’KOK’ weitergeführt werden kann, ist eine finanzielle Unterstützung dringend notwendig.

Wenn Sie speziell dieses Projekt fördern wollen, spenden Sie bitte auf folgendes Konto:

Stadt Nürnberg
Sparkasse Nürnberg
IBAN: DE50 7605 0101 0001 0109 41
BIC: SSKNDE77XXX

Bitte geben Sie dabei den Verwendungszweck „Menschenrechtsbüro, Spende Ruiz/Straßenkinder“ auf dem Überweisungsträger an.


Das Gemeinschaftshaus „Hogar Comunitario“

Während der Kriegshandlungen in Chiapas sind zahlreiche indigene Frauen von mexikanischen Soldaten vergewaltigt worden. Im Falle einer Schwangerschaft wurden diese Frauen in doppelter Hinsicht zu Opfern: Ein uneheliches Kind bedeutet für viele von ihnen, auch aus der Familie ausgegrenzt zu werden. Die Militarisierung dieses Bundesstaates und die schlechten Lebensbedingungen haben darüber hinaus viele junge indigene Frauen veranlasst, ihre Gemeinden zu verlassen, um in der Stadt San Cristóbal de Las Casas eine bessere Zukunft zu finden – eine Hoffnung, die sich selten erfüllt, häufig jedoch in Einsamkeit und Schutzlosigkeit endet.

Im Juni 1997 gründete Maria de la Luz Ruiz García, die Schwester des Menschenrechtspreisträgers Samuel Ruiz García, das Gemeinschaftshaus „Hogar Comunitario Yachil Antzetik A.C.“ in San Cristóbal de Las Casas. Die von einem gemeinnützigen Verein getragene Einrichtung betreut Frauen, die ungewollt schwanger geworden sind, um Abtreibungen und das Aussetzen von Kindern zu vermeiden. Sie bietet ihnen psychologische, medizinische und soziale Unterstützung sowie Alphabetisierungs- und Bildungsprogramme, eröffnet ihnen Ausbildungsmöglichkeiten und vermittelt Arbeitsplätze, so dass die Frauen eine neue Lebensperspektive aufbauen können.

Nach der Intention von Bischof Ruíz García soll das Gemeinschaftshaus zu einem Zentrum der Friedens- und Menschenrechtserziehung ausgebaut werden, um in dieser konfliktbeladenen Region zur Versöhnung, zu einer Kultur des Respekts vor dem Leben und zur Entwicklung einer gewaltfreien solidarischen Gesellschaft beizutragen.

Damit die Existenz des Gemeinschaftshauses „Hogar Comunitario“ gesichert werden kann, ist eine finanzielle Unterstützung dringend notwendig.

Wenn Sie dieses Projekt fördern wollen, spenden Sie bitte auf folgendes Konto:

Stadt Nürnberg
Sparkasse Nürnberg
IBAN: DE50 7605 0101 0001 0109 41
BIC: SSKNDE77XXX

Bitte geben Sie dabei den Verwendungszweck „Menschenrechtsbüro, Spende Ruíz /Gemeinschaftshaus“ auf dem Überweisungsträger an.


Radiospots für indigene Frauen

Seit 2010 unterstützt die Stadt Nürnberg aus Stiftungsmitteln und Spendengeldern ein drittes Projekt: Eine Evaluation von Yach´il Antzetic im Jahr 2008 ergab, dass es nach wie vor – auch wegen der hohen Zahl von Analphabetinnen – sehr schwierig ist, die von häuslicher Gewalt betroffenen Frauen und ungeplant Schwangere zu erreichen und über das Angebot des Hogar Comunitario zu informieren. Das neue Projekt trägt diesen Schwierigkeiten Rechnung, indem es sich des in Chiapas am weitesten verbreiteten Mediums, des Radios, bedient.

Ziel ist es, mit Radiospots gesundheitliche Aufklärung – Schwangerschaftsprävention, Schutz vor HIV etc. zu betreiben, die Frauen über ihre Rechte zu informieren und auf die Angebote des Hogar Comunitario aufmerksam zu machen. Ein weiteres Ziel ist die Sensibilisierung der gesamten mexikanischen Gesellschaft in Fragen von Prävention und häuslicher Gewalt. Die Spots sollen auch in den beiden wichtigsten indigenen Sprachen von Chiapas gesendet werden.

Am 24. Januar 2011 ist Bischof Samuel Ruiz Garcia im Alter von 86 Jahren verstorben. Die Projekte haben damit ihren größten Förderer und Unterstützer verloren. Nun ist es umso wichtiger, sein Lebenswerk mit Spendengeldern zu erhalten und zu sichern.

Wenn Sie dazu beitragen wollen, spenden Sie bitte auf folgendes Konto:

Stadt Nürnberg
Sparkasse Nürnberg
IBAN: DE50 7605 0101 0001 0109 41
BIC: SSKNDE77XXX

Bitte geben Sie dabei den Verwendungszweck „Menschenrechtsbüro, Spende Ruíz/Gemeinschaftshaus“ auf dem Überweisungsträger an.

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