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Nürnberg in den 1980ern – Fotografische Impressionen. Ausstellung vom 15. Juli bis 28. August 2022

Ausstellung im Handwerkerhof (Raum über der Töpferei), Königstr. 82

Die Fotografien aus den Beständen des Stadtarchivs Nürnberg rücken eine Zeit des Umbruchs und des Übergangs in den Mittelpunkt. Was in jenem Jahrzehnt begann, prägt unsere Gegenwart und ist für uns inzwischen ganz selbstverständlich geworden. In Nürnberg machen sich bis heute die damals getroffenen Entscheidungen in der Verkehrs- und Stadtplanung bemerkbar, ebenso wie die Erweiterung des U-Bahn-Netzes und die Stadterneuerungsprojekte in den ehemaligen Arbeitervierteln wie Gostenhof und Bleiweiß.
Der durchgreifende Wandel von der Industrie- zur Dienstleistungsgesellschaft war damals in der Stadt noch nicht spürbar. Große Fabrik- und Firmenanlagen dominierten noch immer das Erscheinungsbild der Südstadt und der westlichen Viertel. Vor allem an der Fürther Straße waren mit AEG, Quelle, Triumph-Adler und Grundig Firmen von Weltruf angesiedelt. Im Bleiweißviertel und in Gostenhof mit seinen im 19. Jahrhundert errichteten und inzwischen baufälligen Mietskasernen setzte man ein an den Bedürfnissen der Einwohnerschaft orientiertes Stadterneuerungskonzept um. Gostenhof entwickelte sich so zu einem beliebten Szeneviertel mit eigener Kneipenkultur, die bis heute lebendig ist. Der Wunsch der Wohnbevölkerung nach Treffpunkten rückte auch beim Bau einer neuen Siedlung in Langwasser in den Mittelpunkt: die Nachbarschaft „Paula“ war das erste autofreie Wohngebiet in Deutschland. Zu den wichtigsten Sanierungsprojekten historischer Bausubstanz aus reichsstädtischer Zeit zählen die Wiederherstellung des Rathaussaals, die Rekonstruktion der Hesperidengärten in St. Johannis und die Fertigstellung der Häuser am Unschlittplatz.

Admiral-Kino in der Königstraße

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Blick auf das Admiral-Kino in der Königstraße, in dessen Sälen die damaligen Blockbuster liefen: Neben dem ersten Star Trek-Film und dem Hollywood-Drama „Kramer gegen Kramer“ war der DDR-Spielfilm „Solo Sunny“ zu sehen. Foto Hochbauamt, 1980 (StadtAN A 40 Nr. L-3035-30a)

Mit der Etablierung alternativer Kultureinrichtungen und der Gründung von Stadtteilzentren verloren die traditionellen Kunst- und Kulturformen mehr und mehr ihren Vorrang. Zum Umbruch der Stadtgesellschaft trug auch die Veränderung der Medienlandschaft bei. Private Radiostationen, darunter der nicht-kommerzielle Sender „Radio Z“, entstanden und als Gegenform zum öffentlich-rechtlichen Fernsehen gründete sich 1980 die Medienwerkstatt, die bis heute Filme zu gesellschafts- und sozialkritischen Themen produziert. Im Theaterbereich wurden damals eine ganze Reihe von inzwischen im Kulturleben fest etablierten freien Gruppen gegründet. Begleitet wurden die kulturellen Veränderungen vom Wandel der politischen Landschaft: Das Parteienspektrum erweiterte sich auch in Nürnberg um „Die Grünen“. Zu den prägenden politischen Ereignissen zählt die Wende 1989, die die hiesige Stadtgesellschaft vor allem durch die Städtepartnerschaft mit dem thüringischen Gera direkt berührte.

Ehekarussell

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Das 1984 aufgestellte „Ehekarussell“ erregte wegen seiner drastischen Figurendarstellung die Gemüter. Mittlerweile ist der Brunnen eine Touristenattraktion und aus dem Straßenbild nicht mehr wegzudenken. Foto Hochbauamt, 1984 (StadtAN A 55 Nr. VIII-8-2-10)

Straßenbahn zwischen Muggenhof und Stadtgrenze

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Zu den wichtigsten Bauvorhaben in Nürnberg zählt der Ausbau des U-Bahn-Systems, das in den 1980er Jahren nach Fürth verlängert wurde. Am 20. Juni 1981 endete der Straßenbahnverkehr zwischen beiden Städten und die Hochbahn wurde für den U-Bahn-Verkehr umgerüstet. Die Straßenbahnlinie 1 ist die älteste Linie und fuhr zwischen der Südstadt und der Bielinganlage in Fürth. Foto Hochbauamt, Juli 1980 (StadtAN A 55 Nr. V-29-3-5)

Südstadtfest 1981

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Unter dem Motto „Kultur für alle“ setzte sich eine breite Palette an Veranstaltungen durch, die Stadtbevölkerung quer durch alle Altersgruppen und Schichten ansprechen wollten. Dazu zählt auch das Südstadtfest, das 1981 erstmals auf dem Kopernikusplatz stattfand und heute im Annapark veranstaltet wird. Foto Hochbauamt, Juli 1981 (StadtAN A 40 Nr. L-3338-19)

Informationen zu Ihrem Besuch

Ort:
Handwerkerhof, Raum über der Töpferei

Öffnungszeiten:
15. Juli bis 28. August 2022
Mo - So: 10:30 Uhr bis 18:00 Uhr

Der Eintritt ist frei.

Hinweis

Bitte beachten Sie bei Ihrem Besuch die aktuell geltenden Hygieneauflagen und die Hinweise dazu in der Ausstellung.

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