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Sonderausstellung: Neuanfänge – Heimatvertriebene in Bayern

26. Mai bis 15. Oktober 2023

Die Sonderausstellung, die vom Haus der Bayerischen Geschichte konzipiert wurde, widmet sich den nahezu zwei Millionen Flüchtlingen und Vertriebenen, die am Ende des Zweiten Weltkriegs nach Bayern kamen. Ihre Aufnahme und Integration wurde zu einer der größten Herausforderungen der jüngeren Geschichte, die trotz anfänglicher Schwierigkeiten aus heutiger Sicht als Erfolgsgeschichte gilt. Schließlich galt es in den Jahren nach Kriegsende, Hunderttausende von deutschstämmigen vor allem aus Polen und der Tschecheslowakei Vertriebenen in das noch stark

agrarisch geprägte Bayern einzubinden. Gerade die ländlichen Regionen, in die wegen der Wohnungsnot der zerstörten Städte zuerst der Zustrom erfolgte, leisteten dabei eine Pionierarbeit.

Werkstatt der Firma Wenzel Meinl für Musikinstrumentenbau in Geretsried, 1952.

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Werkstatt der Firma Wenzel Meinl für Musikinstrumentenbau in Geretsried, 1952.

Der inhaltliche Schwerpunkt der Ausstellung liegt auf der erfolgreichen Integration der Heimatvertriebenen und deren Beitrag zum bayerischen Wirtschaftswunder in den 1950er und 1960er Jahren. Sie brachten technisches und industrielles Know-How mit und gründeten zahlreiche Unternehmen, wie beispielsweise die Firmen Phönix in Konstein (Glaswaren), Kunert in Immennstadt (Nylonstrümpfe), Klira in Bubenreuth (Musikinstrumente) oder Ernst Müller in Barbing bei Regensburg (Back- und Puddingpulver). Diese Firmengeschichten spiegeln die Kontinuitäten, Brüche und Neuanfänge im Leben der Vertriebenen wider. Auch kommen in der Ausstellung Zeitzeuginnen und Zeitzeugen zu Wort, die von ihren Erlebnissen bei Flucht, Vertreibung und Migration berichten.

Ein Begleitprogramm beleuchtet die Geschichte der Vertriebenen in Nürnberg. Außerdem bietet ein Programm für Schulen die Möglichkeit sowohl anhand von Führungen die Thematik „Vertreibung, Flucht, Integration und Neuanfang“ aktiv zu erarbeiten als auch an einem Live-Zeitzeugengespräch online teilzunehmen.

Gitarre „Triumphator Electric“ aus den frühen 1960er-Jahre der Firma Klira in Bubenreuth bei Erlangen.

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Gitarre „Triumphator Electric“ aus den frühen 1960er-Jahre der Firma Klira in Bubenreuth bei Erlangen.

Öffnungszeiten

Di 10.00 – 17.00 Uhr
Mi 10.00 – 17.00 Uhr
Do 10.00 – 17.00 Uhr
Fr 10.00 – 21.00 Uhr
Sa 13.00 – 17.00 Uhr
So 10.00 – 17.00 Uhr
Mo geschlossen
Der Eintritt ist frei.


Begleitprogramm

Aus der Heimat in die Heimat?

Gespächsabend

Moderation: Dr. Arnold Otto, Leiter des Stadtarchivs Nürnberg

Für deutsche Vertriebene und Aussiedler aus dem östlichen Europa gestaltete sich der Weg nach Nürnberg sehr unterschiedlich. Einige Zeitzeugen und Zeitzeuginnen erzählen vom Ankommen und wie sie eine neue Heimat fanden.

Montag, 17.7.2023, 18 Uhr
Norishalle, Marientorgraben 8, 90402 Nürnberg
Eintritt frei


Vertriebenenintegration in Franken. Anmerkungen zu einem nur scheinbar randständigen Thema

Vortrag von Prof. Dr. Matthias Stickler, Universität Würzburg

Der Vortrag behandelt Unterschiede und Gemeinsamkeiten der Vertriebenenintegration in den drei fränkischen Regierungsbezirken nach 1945 und ordnet diese ein in den Rahmen der damaligen Vertriebenenpolitik in Bayern und in den Westzonen beziehungsweise der frühen Bundesrepublik.

Montag, 31.7.2023, 18 Uhr
Norishalle, Marientorgraben 8, 90402 Nürnberg
Eintritt frei


Neuanfänge in Nürnberg: Migrationsgeschichten zwischen 1945 und 1985

Eine Lesung aus dem Fundus der Zeitzeugeninterviews des Stadtarchivs mit
Dr. Viola Wittmann und Dr. Alexandra Edzard, Stadtarchiv Nürnberg

Moderation: Dr. Arnold Otto, Leiter des Stadtarchivs Nürnberg

Warum verlassen Menschen ihre Heimat? Was haben sie erlebt auf ihrer Reise ins Ungewisse, was hat sie geprägt? Wie war es, an einem anderen Ort anzukommen und neu anzufangen, anfangen zu müssen? Migration hat viele Gesichter. Die Lesung aus Interviews mit Nürnberger Migrantinnen und Migranten zeigt verschiedene Facetten der Zuwanderung, auch als Teil der Stadtgeschichte.

Dienstag, 19.9.2023, 19 Uhr
Norishalle, Marientorgraben 8, 90402 Nürnberg
Eintritt frei


Zeitzeugengespräch mit Roland Gößl

Moderation: Dr. Richard Rongstock, Staatliche Berufsoberschule Nürnberg

Roland Gößl stammt aus dem Sudetenland und musste 1946 mit seiner Familie die Heimat verlassen. Er berichtet von der Flucht und von seinen Erlebnissen als Kind und Jugendlicher in Nürnberg.

Donnerstag, 5.10.2023, 17 Uhr
Norishalle, Marientorgraben 8, 90402 Nürnberg
Eintritt frei


Programm für Schulen

Zeitzeugengespräch mit Roland Gößl

Moderation: Dr. Richard Rongstock, Staatliche Berufsoberschule Nürnberg

Roland Gößl stammt aus dem Sudetenland und musste 1946 mit seiner Familie die Heimat verlassen. Er berichtet von der Flucht und von seinen Erlebnissen als Kind und Jugendlicher in Nürnberg.

Mittwoch, 4.10.2023, 11:30 Uhr
Diese Veranstaltung wird online und kostenfrei angeboten. Eine Voranmeldung ist nicht erforderlich. Über folgenden Link können Sie dem Meeting beitreten: https://go.nuernberg.de/X9DBXZRC
www.stadtarchiv.nuernberg.de


Führungen - Kunst- und Kulturpädagogisches Zentrum der Museen in Nürnberg (KPZ)

Mein Weg in ein neues Leben

Eindrücklich schildern die Zeitzeugen ihre Erlebnisse auf der Flucht und den harten Kampf nach der Ankunft in Bayern. Dabei berichten die Interviewten auch, wie es ihnen gelang, hier persönlich und beruflich Fuß zu fassen. Nach einer kurzen Wiederholung zu den Hintergründen von Flucht und Vertreibung setzen sich die Schülerinnen und Schüler mit einzelnen Lebensgeschichten von Flüchtlingen und Vertriebenen auseinander. Was hat den Menschen bei ihrem Neuanfang geholfen? Welche dieser persönlichen Erfahrungen lassen sich auf andere Menschen übertragen, die ihre Heimat verlassen haben? Zum Abschluss wird diskutiert, was den Neubeginn an einem anderen Ort oder in einem anderen Land erleichtern kann.
Geschichte, ab 8. Jahrgangsstufe
Lehrplanbezüge MS GPG 8 L 2 und GPG 9 L4; RS G 10 L2 Gym G 9 L4

Bitte mind. 6 Smartphones oder Tablets mitbringen, um in Kleingruppen die Zeitzeugengespräche über das Internet aufzurufen!

Dauer: 90 Minuten; Führungsgebühr: 40 Euro

Buchung: KPZ, Tel. 0911/1331-241; E-Mail: schulen@kpz-nuernberg.de


Alte Heimat – neues Zuhause

Was waren die Gründe für Flucht und Vertreibung? Wie erlebten die Menschen ihre Ankunft in Bayern? An ausgewählten Einzelbiografien erarbeiten die Schülerinnen und Schüler, wie sich Flüchtlinge und Vertriebene hier eine neue Existenz aufbauten. Was wurde aus der alten Heimat auf der Flucht mitgenommen? In der Ausstellung „Horizonte“ im Germanischen Nationalmuseum vertieft die Klasse das Thema an wertvollen Kultobjekten, die bei der Flucht mitgenommen wurden. Davon ausgehend diskutieren die Jugendlichen die identitätsstiftende Bedeutung von besonderen Gegenständen und die Rolle des Germanischen Nationalmuseums, das Anfang der 1950er Jahre als Sammelstelle für Kulturgüter aus den Ostgebieten einen neuen Geschichtsauftrag erhielt.
Geschichte, ab. 9. Jahrgangsstufe
Lehrplanbezüge: MS GPG 9 L4; RS G 10 L6; Gym G9 L4

Dauer: 120 Minuten inkl. Gang zum Germanischen Nationalmuseum

Führungsgebühr: 40 Euro; Eintritt im GNM: 1 Euro

Buchung: KPZ, Tel. 0911/1331-241; E-Mail: schulen@kpz-nuernberg.de

Flyer zur Ausstellung

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