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Aktueller Sachstand „Lernort Zeppelinfeld“

Oberer Bereich der Zeppelintribüne auf dem ehemaligen Reichsparteitagsgelände in Nürnberg.

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Die Planungen für den „Lern- und Begegnungsort Zeppelintribüne und Zeppelinfeld“ gehen weiter voran. Das langfristig angelegte Projekt soll die Zeppelintribüne und das Zeppelinfeld künftigen Generationen weitestgehend öffnen, historisch erklären und dafür sicher betretbar machen. 2018 hat der Deutsche Bundestag zugesagt, die Hälfte der Gesamtkosten in Höhe von 85,1 Millionen Euro zu übernehmen. 2019 beschloss der Bayerische Landtag die Übernahme eines Viertels der Kosten. Das verbleibende Viertel der Gesamtsumme trägt die Stadt ebenso wie den künftigen Betrieb und die Pflege.

Alle baulichen Maßnahmen dienen der fortgesetzten Vermittlung der NS-Geschichte am historischen Ort. Mehrere hunderttausend Menschen aus aller Welt kommen jährlich zur Zeppelintribüne und zum Zeppelinfeld als einzigem sowohl in der NS-Zeit gebauten, während der Reichsparteitage genutzten als auch heute noch im Wesentlichen erhaltenen Ort, um sich über Architektur und Propagandawirkung zu informieren.


Bahnhof Dutzendteich wird Anlaufpunkt

Ein wesentliches Element zur Vertiefung der Auseinandersetzung mit der NS-Zeit ist ein neuer Anlauf- und Orientierungspunkt in nächster Nähe der Zeppelintribüne. Besucher sollen sich dort einen ersten Überblick über die Geschichte des Geländes, insbesondere Zeppelinfeld und Zeppelintribüne, verschaffen und sich über das Angebot des Dokumentationszentrums informieren. Daneben soll es wettergeschützte Möglichkeiten zum Unterstellen, öffentliche Toiletten und eine gastronomische Grundversorgung geben.

Bisher war hierfür der Neubau eines Infopavillons geplant. Mit dem Erwerb des ehemaligen Bahnhofs Dutzendteich eröffnen sich für die Stadt nun neue Möglichkeiten. Inklusive Außenflächen ist das Grundstück über 5.000 Quadratmeter groß. Im Bahnhofsgebäude und unter dem überdachten Vorbereich können alle Funktionen für einen Anlaufpunkt untergebracht werden. Ab 2024 soll umgebaut werden.

Der Bahnhof Dutzendteich wurde 1871 errichtet und zwischen 1934 und 1936 durch den Architekten Fritz Limpert für die nationalsozialistischen Reichsparteitage umgebaut. Das Gebäude steht als Teil des ehemaligen Reichsparteitagsgeländes wie die anderen NS-Bauten seit 1973 unter Denkmalschutz. Neben den fertiggestellten und unfertig gebliebenen Bauwerken der Herrschafts- und Machtarchitektur steht der Bahnhof für die praktischen Aspekte der nationalsozialistischen Massenveranstaltungen in Form der Verkehrsinfrastruktur am Reichsparteitagsgelände. Durch den Erwerb sichert die Stadt den Erhalt eines für die Erkenntnisse über den funktionalen Ablauf der nationalsozialistischen Reichsparteitage wichtigen Gebäudes.


Bauliche Untersuchungen haben begonnen

Anfang 2022 haben die baulichen Planungen auf dem Zeppelinfeld und der Zeppelintribüne begonnen. Mit einem Abschluss der Planungsphase ist nicht vor Herbst 2023 zu rechnen. Dies liegt zum einen an der Größe des Areals mit seinen 140.000 Quadratmetern, zum anderen an den vielschichtigen Themen von der Landschaftsplanung bis hin zum Umgang mit den Natursteinfassaden. Etablierte Großveranstaltungen müssen ebenfalls berücksichtigt werden.

Derzeit werden die fast 50.000 Quadratmeter Natursteinoberflächen der Zeppelintribüne nach Auffälligkeiten untersucht und kartographiert, um denkmalgerechte Reparaturansätze zu ermitteln. Ziel ist es, ein nachhaltiges und wirtschaftliches Unterhaltskonzept für die gesamte Zeppelintribüne zu entwickeln. In den nächsten Wochen folgen entsprechende Untersuchungen an den 34 Türmen des Zeppelinfelds. Neben ProDenkmal wird hier das Nürnberger Büro für Tragwerksplanung Leonhardt, Andrä und Partner Beratende Ingenieure VBI AG beteiligt sein. Die abschnittsweise Umsetzung ist ab 2024 vorgesehen.


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