Nürnberger haben das Zufußgehen wiederentdeckt

Die Mobilitätswende kommt in Nürnberg deutlich voran. Nürnbergerinnen und Nürnberger legen ihre täglichen Wege vermehrt zu Fuß zurück und nicht mehr so häufig mit dem Auto. Dies ergab die Befragung der Nürnberger Bevölkerung zum Mobilitätsverhalten im Jahr 2023. Die jährliche Befragung, die von der VAG Verkehrs-Aktiengesellschaft Nürnberg beauftragt wird, kam zu dem Ergebnis, dass 2023 insgesamt 30 Prozent aller Wege zu Fuß und nur noch 32 Prozent mit dem Kraftfahrzeug zurückgelegt wurden.

Vor der Pandemie lag der Anteil der Kraftfahrzeug-Nutzung bei 38 Prozent. Die öffentlichen Verkehrsmittel haben wie 2019 nun auch 2023 einen Anteil von 23 Prozent, das Fahrrad wird nach wie vor für 15 Prozent aller Wege genutzt.

Deutschland Ticket sorgt für verändertes Nutzungsverhalten

Dass der Anteil des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) nach einem deutlichen pandemiebedingten Rückgang wieder auf seinem früheren Niveau liegt, ist auch der verstärkten Nutzung von Bussen und Bahnen aufgrund des günstigen Deutschland-Tickets zu verdanken. Dies spiegelt sich im Besitz von Zeitkarten für den öffentlichen Nahverkehr wider, der sich um circa 60 Prozent gegenüber 2019 erhöht hat.

Homeoffice begünstigt den Fußverkehr

Die Auswertung der versandten Fragebogen kommt zu dem Schluss, dass die abnehmende Autonutzung in erster Linie auf die Möglichkeit zurückzuführen ist, zu Hause arbeiten zu können. Diese Chance wird von vielen wahrgenommen. Statt mit dem Auto zur Arbeit zu fahren, werden nun in der Pause oder nach dem Arbeiten häufiger Fußwege im näheren Umfeld getätigt – eine Erklärung für den positiven Sprung bei den Wegen zu Fuß. Dazu passt, dass 2019 noch 23 Prozent aller Wege mit Arbeit und Dienstlichem begründet waren, 2023 dieser Wert jedoch auf 20 Prozent gesunken ist.

Nürnberg ist Stadt der kurzen Wege

Die Befragung hat außerdem ergeben, dass weiterhin ein hohes Potenzial für die Verlagerung weiterer Autofahrten auf Busse und Bahnen, das Fahrrad oder Zufußgehen besteht. Rund 57 Prozent aller Fahrten mit dem Pkw im Binnenverkehr Nürnbergs sind nicht länger als fünf Kilometer. Diese Distanz kann genauso schnell und bequem mit öffentlichen Nahverkehrsmitteln oder mit dem Rad bewältigt werden. Die Wege bis zu einem Kilometer Länge, für die immerhin von sechs Prozent der Befragten das Auto verwendet wird, könnten in den meisten Fällen sogar zu Fuß gegangen werden.

Die Befragungsergebnisse decken sich auch mit den Ergebnissen der Verkehrszählungen des Verkehrsplanungsamts, bei denen ebenfalls festgestellt wurde, dass der Kraftfahrzeug-Verkehr sowohl an der Stadtgrenze als auch im innerstädtischen Verkehr deutlich abgenommen hatte.

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