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Ballsport ohne Netz und Tore: Baseball in Nürnberg

Text: Nikolai Nabekanow

Auf den ersten Blick erscheint Baseball völlig unverständlich: Ein Spieler wirft einen Ball, ein anderer versucht, diesen mit einem Schläger zu treffen und dann laufen alle unkoordiniert über den Platz. Auch das Spielfeld wirft Fragen auf: keine Tore, keine Körbe, keine Netze. Doch wenn die Regeln einmal klar sind, dann braucht man nur drei Sachen: Ball, Schläger, Handschuh – und los geht der Spaß!

Wie funktioniert Baseball?

Für ein Baseball-Spiel braucht man zwei Teams zu jeweils neun Spielern. Mehrfach abwechselnd hat jeweils eines der Teams das Schlagrecht und kann Punkte erzielen. Die Mannschaft, die am Schlag ist, heißt Offense-Team, während die gegnerische Mannschaft das Defense-Team ist und im Feld steht. Das Spielfeld besteht aus einem Quadrat. An drei Ecken des Quadrats befindet sich je eine „base“. Die vierte Ecke ist der Startpunkt, die sogenannte „home plate“. Der Werfer der Defense, genannt „pitcher“, wirft dem Schlagmann der Offense den Ball zu.

Trifft der Schlagmann, wird er zum Läufer und muss so schnell wie möglich die nächste base erreichen. Wenn die Defense den Ball zuerst bekommt, ist der Läufer „out“. Falls der Läufer schneller ist, heißt es „safe on first“ und der nächste Schlagmann, „batter“ genannt, steht dem nächsten pitcher gegenüber. Schafft ein Läufer alle drei bases zu umrunden und zur home plate zurückzugelangen, hat er einen „home run“ und somit ein Punkt für seine Mannschaft erzielt. Wenn drei Spieler der Offense out sind, tauschen die Teams die Rollen.

Worin besteht der Trainingseffekt?

„Jeder Spieler muss Allrounder sein“, erklärt Baseball-Trainer Roland Lennert. Besonders trainiert wird Ausdauer, denn die Spieler müssen eine Spieldauer von bis zu zweieinhalb Stunden aushalten. Aber auch das Schlagen und Werfen gehören zu wichtigen Trainingseinheiten. „Es muss nicht immer ein homerun sein“, sagt Lennert. „Die fehlende Kraft lässt sich meist durch richtig erlernte Technik ersetzten.“

Was ist das Besondere an der Sportart?

Es gibt nie ein Unentschieden: Jedes Spiel endet mit einem Sieg oder einer Niederlage nach sieben beziehungsweise neun Spielrunden, den „Innings“. „Daher kann man nie die Dauer eines Spiels einschätzen“, so Coach Lennert, „es wird so lange gespielt, bis ein Ergebnis erzielt wurde.“ Ein unterbrochenes Spiel, sei es durch Gewitter, Regen oder Dunkelheit, wird entweder an einem anderen Tag fortgesetzt oder wiederholt.

Vorzeitig beendet werden können Spiele nur, wenn das eine Team durch Verletzungen die Mindestspielerzahl unterschreitet oder eine Mannschaft ab einem bestimmten Inning uneinholbar führt. „Das Besondere am Baseball ist der Mix aus Technik, Taktik und Erfahrung“, sagt Lennert.

Wo kann man in Nürnberg Baseball spielen?

Neugierig geworden? Die Nürnberger Noris Diamonds bieten sowohl Baseball als auch Softball für Jungs und Mädchen ab vier Jahren. Die Damenmannschaft wurde 2015 Landesmeister im Softball, einer Variante von Baseball. Mädchen können schon ab 13 Jahren in der Damenmannschaft anfangen und Jungs ab 15 Jahre in der Herrenmannschaft. Die Diamonds trainieren auf dem C-Platz des DJK Eintracht Süd in der Germersheimerstraße. Neueinsteiger sind gerne gesehen, wie Lennert sagt: „Baseball ist für alle geeignet und es wird nie langweilig, weil die Sportart so komplex ist und immer wieder von Spieltag zu Spieltag Überraschungen bereithält.“

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