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So wuchs Nürnberg über seine Altstadt hinaus

Die Zahl der Woche ist diesmal - im wahrsten Sinne des Wortes - bodenständig: 18.638 Hektar umfasste das Stadtgebiet von Nürnberg Ende 2014. Das klingt zunächst nach viel, doch damit ist Nürnberg unter den flächengrößten deutschen Städten und Gemeinden nicht einmal unter den Top 100 vertreten. In Bezug auf die Bevölkerung liegt Nürnberg aktuell auf Rang 14 in Deutschland, in Bezug auf die Bevölkerungsdichte auf Rang 11.

Der Wöhrder Marktplatz im Jahr 1916

Der Marktplatz in Wöhrd im Jahr 1916. Die östliche Vorstadt war im Jahr 1825 eine der frühen Eingemeindungen in die Stadt Nürnberg. (StadtAN A 38 Nr. E-12-VII)

Bis 1806 war das Nürnberger Stadtgebiet aus heutiger Sicht sehr überschaubar: Lediglich die Gebiete innerhalb der Stadtmauer gehörten dazu, was einer Fläche von rund 160 Hektar entsprach. Bis Ende des 19. Jahrhunderts war diese Fläche bereits auf das 34-fache angewachsen. Verantwortlich waren Eingemeindungen von Gemeinden wie Gostenhof, St. Johannis, Wöhrd, Steinbühl, Galgenhof und Teilen von Gleißhammer (alle 1825). Besonders groß war der Flächengewinn Nürnbergs durch die 1899 hinzukommenden einstigen Landgemeinden Schniegling, Wetzendorf, Thon, Klein- sowie Großreuth hinter der Veste, Schoppershof, Erlenstegen, Mögeldorf, Gibitzenhof, Schweinau und einigen anderen. Mit fast 4150 Hektar „neuer“ Fläche verzeichnete die Stadt das zweitgrößte Wachstum auf einen Schlag.

Große Zuwächse in den 1920er und 1970er Jahren

In den 1920er Jahren kamen schließlich Ziegelstein (1920), Röthenbach, Eibach, Reichelsdorf, Buchenbühl (alle 1922), Almoshof, Zerzabelshof (beide 1923), Buch (1924), Höfles (1928) sowie einige andere hinzu. Am Ende des Jahrzehnts war das Stadtgebiet damit auf über 10.000 Hektar angewachsen. Bis in die 1970er blieb anschließend der Zuwachs überschaubar. Einzige Ausnahme war 1938, als das damalige Reichsparteitagsgelände und heutige Langwasser dem Nürnberger Stadtgebiet zugeschlagen wurde. Damit kamen knapp 1500 Hektar neuer Fläche, also etwa das Neunfache der Altstadt, hinzu.

Der letzte große Zuwachs an Fläche ist gleichzeitig der Rekordhalter aller Zeiten: Am 1. Juli 1972 kamen im Zuge der Gebietsreform im Freistaat Bayern die Gemeinden Boxorf, Großgründlach, Neunhof, Katzwang, Worzeldorf, Kornburg, Fischbach, Brunn sowie kleinere Ortsteile von Wolkersdorf und Schwaig zum Nürnberger Stadtgebiet. Nach dieser Umstellung umfasste das Stadtgebiet bereits 18.228 Hektar – also nur etwas weniger als am heutigen Tag. Seither gab es lediglich kleinere Zuwächse und Korrekturen. (job)

Die Gebietsreform in Bayern

Die Gebietsreform im Freistaat Bayern in den Jahren 1971 bis 1980 reduzierte die Anzahl der Gemeinden von über 7000 auf nur noch 2050. Ziel der Reform war es, leistungsfähige Gemeindeverwaltungen aufrecht zu erhalten. Dazu wurden viele der Kleingemeinden unter 2000 Einwohnern aufgelöst, deren Verwaltungen Schwierigkeiten hatten, ihr Dienstleistungsangebot aufrecht zu erhalten.

Hintergrund: Zahl der Woche

Das Amt für Stadtforschung und Statistik der Städte Nürnberg und Fürth veröffentlicht in in Monatsberichten, Jahrbüchern und vielen weiteren Publikationen sehr regelmäßig Zahlen, die Aufschluss über verschiedenste Entwicklungen in Nürnberg geben. In unserer neuen Serie "Nürnberg numerisch: die Zahl der Woche" stellen wir Ihnen ab Juni 2016 nach und nach einige der Zahlen und deren Hintergründe vor.

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