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Geliehen, nicht gekauft: Kostümverleih Richter & Gullmann

Text und Fotos: Christina Bleisteiner

„Wie viele Kostüme wir da haben, kann ich gar nicht so genau sagen“, meint Edith Gullmann lachend. Ihr und Ursula Richter gehört der Kostümverleih Richter & Gullmann. Auf zwei Stockwerken hängen dicht an dicht mehrere tausend Kostüme: Ritter und Burgfräulein, Cinderella und der Froschkönig, venezianische Dogen und indische Tänzerinnen – egal, welche Verkleidung man sucht, in der Solgerstraße 4 wird man fündig.

Richter und Gullmann bieten nicht nur ausgefallene Kostüme an, sondern auch klassische Abendmode: Schöne Ballkleider und Smokings werden das ganze Jahr über ausgeliehen. Der Bestand wächst ständig: „Früher gab es nur einen Smoking, heute ändert sich die Mode alle zwei Jahre – und wir müssen aktuell bleiben“, erzählt Richter. Die gelernte Schneiderin hat den damals noch sehr kleinen Kostümverleih 1991 übernommen und seitdem ist der Fundus beständig gewachsen.

„Unglaublich, aber wahr: Auch Nikoläuse sind Trends unterworfen. Momentan ist die traditionelle Bischofs-Kleidung wieder modern“, sagt Gullmann, die vor zwölf Jahren mit eingestiegen ist. Wird ein neues Modell angeschafft, braucht man nicht nur ein Exemplar, sondern möglichst viele Größen. „Wir können ohne Probleme eine Veranstaltung mit 100 Gästen einkleiden“, erzählen die beiden Inhaberinnen nicht ohne Stolz.

Die Kundenwünsche sind so unterschiedlich wie die Kostüme

Mit welchen Wünschen die Kunden in den Laden kommen, ist ganz unterschiedlich. Oft dienen Figuren aus Serien oder Kinofilmen als Vorbilder. „Zurzeit ist Game of Thrones sehr gefragt“, sagt Gullmann. Immer öfter gibt es aber auch wieder Mottoparties oder ganze Junggesellenabschiede kommen in den Kostümverleih. Ausleihen kann man die Kostüme ab 45 Euro, für einen Tag oder für ein Wochenende. Prinzipiell richtet sich die Leihdauer aber nach individueller Absprache.

Die Preise variieren je nach Kleidungsstück, die Reinigung ist bereits inbegriffen: „Deshalb ist eine Lederhose zum Beispiel immer teurer als eine Stoffhose. Lederreinigung ist sehr aufwendig“, erklärt Gullmann. Alte Kleidungsstücke schmeißen Richter und Gullmann nur ungern weg. „Oft versuchen wir ein aus der Mode gekommenes Ballkleid einfach umzuarbeiten. Oder wir verkaufen die Sachen“, erläutert Richter.

Es geht nicht nur um das Kostüm, sondern um die Beratung

Selbst ziehen die beiden nur selten Kostüme an: „Wir verkleiden lieber die anderen.“ Das macht ihnen dafür umso mehr Spaß. „Es geht meistens nicht nur um das Ausleihen an sich, sondern um die Beratung. Die Leute wollen ein Styling“, sagt Gullmann. Und das bekommen sie dann auch. Die beiden Inhaberinnen haben mit der Zeit ein Gespür für die Wünsche ihrer Kunden entwickelt. Sie finden für jeden die richtigen Schnitte in den passenden Farben. Richter sagt lachend: „Die meisten Kunden fühlen sich hier echt wohl. Die bleiben dann auch mal ein bis zwei Stunden – und nehmen dann oft doch das erste Gewand.“

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