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Hintergrund: Was tut Nürnberg für saubere Luft?

Saubere Luft ist wichtig für Gesundheit und Umwelt. In Großstädten ist sie aber leider keine Selbstverständlichkeit. Wegen der bundesweiten Debatte um Feinstaub-Belastungen und Fahrverbote für Diesel-Autos sind viele Menschen auch in Nürnberg besorgt. Doch wie steht es hier tatsächlich um die Luftqualität? Und was wird für saubere Luft bereits getan? Eine kleine Bestandsaufnahme.


„Weckruf für Bundespolitik und Automobilindustrie“

Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig hat am 27. Februar 2018 entschieden, dass Fahrverbote für Diesel-Fahrzeuge in Städten grundsätzlich zulässig sind. So hat Oberbürgermeister Ulrich Maly das Urteil in einer ersten Stellungnahme kommentiert:


Was lässt sich über die Luftqualität in Nürnberg sagen?

Die Jahresmittelwerte für Stickstoffdioxid liegen in manchen Bereichen des Bundesstraßen-Rings, gemessen an der Station Von-der-Tann-Straße, über dem Grenzwert von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft (μg/m³). Allerdings konnten die Belastungen in den letzten Jahren von Werten um 55 μg/m³ auf einen Jahresmittelwert von 43 μg/m³ im Jahr 2017 gesenkt werden.


Altstadtring mit positivem Effekt für die Luft

Die vergleichsweise moderate Belastungssituation verdankt Nürnberg ganz wesentlich strukturellen Veränderungen im Verkehr: Konsequent hat die Stadt den öffentlichen Nahverkehr ausgebaut. Zudem wurde für den motorisierten Verkehr die Durchfahrt durch die Altstadt verboten. Stattdessen ist sie nun über eine sogenannte Schleifenlösung erschlossen, bei der der Verkehr also über den Altstadtring geleitet wird.

Dies hat sich als langfristig erfolgreich erwiesen: Das Verkehrsaufkommen in der Hauptachse ist von früher circa 28.000 Fahrzeugen auf circa 3.000 Fahrzeuge gesunken. Dementsprechend sind auch die Stickstoffdioxid-Einträge in diesem eng und hoch bebauten Bereich reduziert worden.

Weiterhin konnten verschiedene große Logistik-Einrichtungen wie das Nürnberger Hauptzollamt oder die Logistik-Zentralen von DB-Schenker von innerstädtischen Lagen in den Nürnberger Hafen verlagert werden. Dies entlastet Teilbereiche der Stadt vom Verkehr.

Erdgas für Busse, Fahrzeug-Mix für Kurierdienste

Darüber hinaus werden etwa die Hälfte der Nürnberger Busse mit Erdgas betrieben, vereinzelt kommen Hybrid-Busse zum Einsatz. Zudem hat die VAG einen Elektrobus angeschafft, der ab März 2018 in den Regelbetrieb geht. Auch bei den örtlichen Kurier- und Express-Diensten tut sich einiges: Seit vielen Jahren arbeitet die Stadt mit ihnen daran, die innerstädtischen Zustellsysteme emissionsärmer zu gestalten.

Neben den klassischen Lieferwägen befinden sich nun Fahrzeuge mit Elektroantrieb, Erdgas-Fahrzeuge oder Hybrid-Fahrzeuge im Einsatz. Auch bei der Auslieferung zu den Endkunden hat sich etwas verändert: Die Kuriere stellen die Waren teilweise mit Handwägen und Lastenfahrrädern zu. Diese Zusammenarbeit wurde wissenschaftlich begleitet.

Hybridbus fährt entlang des Spittlertorgrabens, im Hintergrund sieht man ie Burg.

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Schon jetzt fährt die Hälfte aller Busse mit Erdgas oder, wie hier, mit einem Hybrid-Antrieb. Und der erste E-Bus ist auch schon im Nürnberger Stadtgebiet unterwegs.


Radschnellwege und ein verbesserter öffentlicher Nahverkehr

Der Fahrradverkehr gewinnt kontinuierlich an Bedeutung. Wegen der starken Dieselflotte der Autofahrer, die aus dem Umland nach Nürnberg einpendeln, spielen zudem Radschnellwege eine entscheidende Rolle, um die Luftqualität in der Stadt zu verbessern. Ebenso wichtig sind Verbesserungen des grenzüberschreitenden öffentlichen Nahverkehrs, der ebenfalls die Landkreise erschließen muss.

Auch in der städtischen Fahrzeugflotte steigt der Anteil emissionsarmer Fahrzeuge. Hier bedarf es aber noch der Ausgestaltung in der Breite. Fördermittel des Bunds für den Umstellungsprozess im öffentlichen Nahverkehr und bei Kommunalfahrzeugen sind essentiell, um in diesem Bereich rasch voranzukommen.

Die Stadt Nürnberg erarbeitet derzeit einen Masterplan für emissionsfreie und nachhaltige Mobilität im Rahmen des „Sofortprogramms Saubere Luft 2017 – 2020“ der Bundesregierung. Ziel ist es, die Wirkung verschiedener Maßnahmen und deren Priorisierung zu ermitteln. Die Stadt setzt darauf, die Fördermittel, die aktuell seitens der Bundesregierung zugesagt wurden, insbesondere auch dazu zu nutzen, den öffentlichen Nahverkehr weiter zu stärken.

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