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Luftqualität in Nürnberg

Saubere Luft ist in Großstädten leider keine Selbstverständlichkeit. Wegen der bundesweiten Debatte um Feinstaubbelastungen und Fahrverbote für Diesel-Autos sind auch in Nürnberg viele Menschen besorgt. Wie steht es hier um die Luftqualität? Und was wird für saubere Luft bereits getan?


Sprechstunde zu Luftqualität und Gesundheit

Um die Luftqualität in Nürnberg geht es auch in einem Vortrag von Umweltreferent Peter Pluschke am 18. Februar 2020 in der Bürgersprechzeit im Kulturladen Röthenbach. Bürger aus dem Stadtteil sind eingeladen, sich zu informieren und nach dem Vortrag aktuelle Entwicklungen zu diskutieren.


Aktuelle Daten zur Luftqualität

2019 sind in der Städteachse keine Überschreitungen von Grenzwerten für Feinstaub aufgetreten. In der Städteachse lagen die 2019 gemessenen Jahresmittelwerte an allen Messstellen unter dem Grenzwert von 40 μg/m³. Auch die Häufigkeit der Überschreitung des Tagesmittelwerts von 50 μg/m³ hat an keiner Stelle den zulässigen Höchstwert von 35 erreicht.

Das Silvesterfeuerwerk verursacht allerdings alljährlich eine temporäre Ausnahmesituation, deren Ausprägung sehr stark von den Wetterverhältnissen abhängt. 2019 gab es witterungsbedingt beim Jahreswechsel eine etwas längere Belastungsepisode als im Vorjahr. Die Höchstwerte in der Städteachse wurden dabei in Nürnberg gemessen.

In der Messstation Nürnberg Von-der-Tann-Straße wurden am Jahreswechsel um 1 Uhr nachts 1.219 μg/m³ gemessen. Auf Grund fehlender Luftströmung haben sich die Feinstaubpartikel nicht rasch verteilt, so dass die Messwerte am Neujahrsmorgen um 8 Uhr in den Innenstädten der gesamten Region noch erhöht und erst gegen 14 Uhr auf die zu messende Grundbelastung abgesunken waren. Mit einem Tagesmittelwert von 196 µg/m³ wies die Luftmessstation an der Von-derTann-Straße sogar bayernweit die höchste Feinstaubbelastung auf.


Altstadtring mit positivem Effekt für die Luft

Die vergleichsweise moderate Belastungssituation verdankt Nürnberg strukturellen Veränderungen im Verkehr: Konsequent hat die Stadt den öffentlichen Nahverkehr ausgebaut. Zudem ist die Durchfahrt durch die Altstadt für den motorisierten Verkehr verboten. Stattdessen wird der Verkehr über den Altstadtring geleitet. Das Verkehrsaufkommen in der Hauptachse ist von früher circa 28.000 Fahrzeugen auf circa 3.000 Fahrzeuge gesunken. Dementsprechend sind auch die Stickstoffdioxid-Einträge in diesem eng und hoch bebauten Bereich gesunken. Weiterhin konnten verschiedene große Logistik-Einrichtungen wie das Hauptzollamt oder die Logistik-Zentralen von DB-Schenker von innerstädtischen Lagen in den Hafen verlagert werden. Dies entlastet Teilbereiche der Stadt vom Verkehr.


Erdgas für Busse, Fahrzeug-Mix für Kurierdienste

Darüber hinaus werden etwa die Hälfte der Nürnberger Busse mit Erdgas betrieben, vereinzelt kommen Hybrid- und Elektro-Busse zum Einsatz. Auch bei den örtlichen Kurier- und Express-Diensten tut sich einiges: Seit vielen Jahren arbeitet die Stadt mit ihnen daran, die innerstädtischen Zustellsysteme emissionsärmer zu gestalten. Neben den klassischen Lieferwägen befinden sich Fahrzeuge mit Elektroantrieb, Erdgas-Fahrzeuge oder Hybrid-Fahrzeuge im Einsatz. Auch bei der Auslieferung zu den Endkunden hat sich etwas verändert: Die Kuriere stellen die Waren teilweise mit Handwägen und Lastenfahrrädern zu.


Radschnellwege und verbesserter Nahverkehr

Der Fahrradverkehr gewinnt kontinuierlich an Bedeutung. Wegen der starken Dieselflotte der Autofahrer, die aus dem Umland nach Nürnberg einpendeln, spielen zudem Radschnellwege eine entscheidende Rolle, um die Luftqualität in der Stadt zu verbessern. Ebenso wichtig sind Verbesserungen des grenzüberschreitenden öffentlichen Nahverkehrs, der ebenfalls die Landkreise erschließen muss. Auch in der städtischen Fahrzeugflotte steigt der Anteil emissionsarmer Fahrzeuge. Hier bedarf es aber noch der Ausgestaltung in der Breite. Fördermittel des Bunds für den Umstellungsprozess im öffentlichen Nahverkehr und bei Kommunalfahrzeugen sind essentiell, um in diesem Bereich rasch voranzukommen.

Die Stadt Nürnberg erarbeitet derzeit einen Masterplan für emissionsfreie und nachhaltige Mobilität im Rahmen des „Sofortprogramms Saubere Luft 2017 – 2020“ der Bundesregierung. Ziel ist es, die Wirkung verschiedener Maßnahmen und deren Priorisierung zu ermitteln. Die Stadt setzt darauf, die Fördermittel, die aktuell seitens der Bundesregierung zugesagt wurden, insbesondere auch dazu zu nutzen, den öffentlichen Nahverkehr weiter zu stärken.


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Aktualisiert am 05.09.2020, 19:05 Uhr

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