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Mehr Grün für ein lebenswertes Nürnberg

Nürnberg boomt: Die Bevölkerung legte seit 2005 um fast 30.000 Menschen zu. Gleichzeitig steigt der Bedarf an Wohnungen und Arbeitsplätzen. Die Flächen für diese Bedarfe in der bereits sehr dicht besiedelten Stadt werden zunehmend knapp. Das Stadtgrün als wichtiger Faktor für Lebensqualität und die Anpassung an klimatische Veränderungen soll dabei nicht unter die Räder kommen. Deshalb hat die Stadtverwaltung den Masterplan Freiraum entwickelt.

Der Masterplan, dessen erste Projekte sich bereits in der Planungsphase befinden, schreibt die Entwicklung von Freiräumen als zentrales Element der Nürnberger Stadtentwicklung fest. So trägt er dazu bei, trotz des Wachstums der Stadt die Lebensqualität in Nürnberg langfristig und nachhaltig zu sichern.

Mehr als die Parks im Blick

Gerade in den dicht besiedelten Gebieten der Innenstadt spielen dabei Parks eine wichtige Rolle: Die bereits bestehenden sollen attraktiver werden, wenn möglich sollen auch neue Parks und Grünanlagen entstehen. Mehr Grün auf den Plätzen der Stadt sowie mehr Straßenbäume, Blumenzwiebeln und Stauden ergänzen die Grünoffensive im Stadtbild. Die Begrünung von Hinterhöfen, Fassaden und Dachflächen soll das Klima besonders in dicht bebauten Stadtgebieten mit wenig Freiflächen verbessern.

Auch die Gewässer sowie die natürlichen und landwirtschaftlich genutzten Flächen spielen im „Masterplan Freiraum“ eine wichtige Rolle. Der Zugang zu Pegnitz, Rednitz, den Kanälen und weiteren Wasserflächen soll verbessert werden, damit die Nürnberger das Wasser direkter erleben können. Die Natur- und Kulturflächen rund um die Stadt sind sowohl für die Naherholung als auch für das Klima von großer Bedeutung und sollen in ihrem Bestand geschützt werden. Zwischen den bestehenden grünen Freiräumen strebt die Stadt Nürnberg eine bessere Vernetzung an.


Beispiele: Nürnberger Freiräume in Bildern


Häufige Fragen zum „Masterplan Freiraum“

Was bedeutet „Freiraum“ in diesem Fall eigentlich?

Freiraum bezieht sich hier vor allem auf öffentliche Grünanlagen und Parks. Aber auch Kleingartenanlagen, Sportplätze oder Friedhöfe zählen dazu, ebenso wie die landwirtschaftlich genutzten Flächen. Wälder, Gewässer, Naturräume und Schutzgebiete sind Teil des Freiraums. Zusammen ergibt das bereits 47 Prozent der Stadtfläche, die noch von privaten Gärten, grünen Hinterhöfen oder die begrünten Freiflächen entlang der Straßen und Bahnlinien ergänzt werden.

Dürfen die Nürnberger mitreden?

Bürgerbeteiligung ist ein zentraler Bestandteil im „Masterplan Freiraum“. Die dabei eingesetzten Verfahren werden sich von Fall zu Fall unterscheiden und auch nach den Gegebenheiten vor Ort sowie der gesamtstädtischen Bedeutung der betreffenden Anlage richten. Bei einer Präsentation vor Medienvertretern betonte Bürgermeister Christian Vogel: „Bürgerbeteiligung sorgt für Akzeptanz und auch für eine gesteigerte Qualität des Planungsprozesses“.

Wieviel Geld ist für die Umsetzung des Masterplans vorgesehen?

Bis zum Jahr 2020 sind 6,5 Millionen Euro im Mittelfristigen Investitionsplan der Stadt Nürnberg eingestellt. Insgesamt sind für den „Masterplan Freiraum“ 25 Millionen Euro vorgesehen.

Gibt es schon konkrete Projekte, die umgesetzt wurden?

Zum Stand März 2017 befinden sich drei Projekte des „Masterplan Freiraum“ in der Planungs- und Beteiligungsphase: Die Umgestaltung des Cramer-Klett-Parks, die Schaffung einer neuen Grünanlage an der Ecke Jülicher- und Düsseldorfer Straße in Wetzendorf sowie die neue Nutzung einer kleinen Fläche in der Nonnengasse nahe des Lorenzer Platzes.

Wo ist in den kommenden Jahren mit Projekten des „Masterplan Freiraum“ zu rechnen?

Der „Aktionsplan 2020“ definiert neun Maßnahmen, die in den kommenden Jahren den „Masterplan Freiraum“ zunächst sichtbar machen und mit Leben füllen sollen. Sie reichen vom Gründlachtal im Nordwesten der Stadt bis hin zum Volkspark Dutzendteich im Südwesten. Blumenzwiebeln und Stauden bringen bereits heute viele Grünstreifen entlang der Straßen und Wiesen in Parks zum Blühen. Der neu anzulegende Wetzendorfer Park sowie die Umgestaltung des Cramer-Klett-Parks sind aktuell in der Planungsphase und an der Gustav-Adolf-Gedächtniskirche in Lichtenhof soll ein grüner Stadtplatz entstehen. Auf der Nord-Süd-Achse soll eine Freiraumverbindung zwischen dem Nordbahnhof und dem Volkspark Marienberg sowie zwischen dem Frauentorgraben und dem Alten Kanal entwickelt werden. Das Prinzregentenufer soll zu einer Promenade am Wasser werden. Dazu kommen in der näheren Zukunft Projekte in der Nonnengasse, an der Christuskirche sowie am Nägeleinsplatz in der Altstadt.

Sind Kontumazgarten und das Südufer der Insel Schütt Teil des „Masterplan Freiraum“?

Die beiden Projekte sind nicht direkt Teil des „Aktionsplans 2020“. Sie leisten dennoch einen wichtigen Beitrag dazu, die Ziele des Masterplans zu erreichen, da sie wichtige und zentrale Grünflächen in der Stadt aufwerten.

Was hat es mit den gelben Pflanzenkübeln und Parkbänken mit Aufschriften wie „Eddzerdla baggmers“ auf sich?

Diese Kombination ist das sogenannte „Markerset“. In Grünanlagen, deren Umgestaltung im Zuge des „Masterplan Freiraum“ ansteht, finden Sie künftig diese Hingucker. Sie sollen vor Ort im Stadtbild deutlich machen, dass sich an diesen Orten etwas tun wird. Ein QR-Code verweist dabei auf weitergehende Informationen des Umweltamts im Internet.

Was haben Parks und Grünflächen in der Stadt mit dem Klimawandel zu tun?

Grünanlagen und -flächen bieten nicht nur Raum für Erholung, Entspannung und Naturerlebnis, sondern sind auch aus klimatischer Sicht äußerst wertvoll. Im Nürnberger Stadtklimagutachten von 2014 untersuchte ein Gutachterbüro nicht nur die jetzige klimatische Situation in der Stadt, sondern erstellte auch eine Klimaprognose bis zum Jahr 2100. Schon heute ist in vielen der dicht bebauten Nürnberger Stadtteile in Zentrumsnähe die nächtliche Temperatur während sommerlicher Hochdruckwetterlagen deutlich höher als in den weniger dicht besiedelten Gebieten. Die Zahl der Hitzetage (Temperaturen über 30 Grad Celsius) soll laut Gutachten von heute rund 12 Tagen im Jahr auf bis zu 45 Tage im Jahr 2100 steigen. Die Zahl der Tropennächte (Temperaturen über 20 Grad Celsius) soll ebenfalls stark zunehmen. Besonders solch hohe Temperaturen über einen längeren Zeitraum haben eine ungünstige Auswirkung auf Wohlbefinden und Gesundheit des Menschen. Daher ist es wichtig, gerade in den dicht besiedelten Bereichen der Stadt dem Klimawandel entgegen zu wirken. Der „Masterplan Freiraum“ setzt dafür viele Akzente.

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