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Rustikaler Roller-Sport: Rollerderby in Nürnberg

Text: Manuela Ziegler

Rollschuhe beim Rollerderby

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Rollschuhe beim Rollerderby

Auf Rollschuhen zu stehen ist für viele Normalbürger an sich machbar. Wer fahren und sogar bremsen kann, ist klar im Vorteil. Wer sich dann aber durch andere Skater rempelt und seinen Weg erkämpft, hinfällt, aufsteht und schon wieder weggedrängt wird, der hat etwas anderes im Sinn: Rollerderby. So auch „Pirate Pain“. Die 29-Jährige heißt eigentlich Marianne Klotz, ist Sozialarbeiterin in einer Clearingstelle und fast von Anfang an in Nürnbergs erstem Rollerderby-Team „Sucker Punch“ dabei.

Wie funktioniert Rollerderby?

Rollerderby ist eine Damen-Mannschaftssportart und ein Vollkontaktsport. „Es ist vollkommen egal, ob man groß oder klein, dick oder dünn ist, nur Blaue Flecken sollten einem nichts ausmachen“, sagt Marianne Klotz. Gespielt wird auf einem Oval. Jedes Team besteht aus 5 Skaterinnen auf dem Track und den Auswechselspielerinnen.

Eine Person im Team ist Punktemacher (Jammer), die durch überholen der Gegnerinnen Punkte erzielt. Die anderen vier Spielerinnen haben als Blocker die Aufgabe, den eigenen „Jammer“ zu unterstützen, aber auch den gegnerischen „Jammer“ am Überholen zu hindern. Jeder Jam dauert 2 Minuten. „Danach sind 30 Sekunden Pause zum Auswechseln und Atem schöpfen“, erklärt Marianne Klotz. Insgesamt dauert ein Spiel eine Stunde.

Worin besteht der Trainingseffekt?

Der Sport fordert eine Menge Ausdauer, Kraft und Power. „Aber es lohnt sich, man fühlt sich so gut, so selbstbewusst dabei. Das Teamgefühl haut einen um!“, sagt Marianne Klotz. Damit einen nicht auch noch die Gegner umhauen, ist auch die Schutzkleidung sehr wichtig. Protektoren, Helm und ein Mundschutz sind Pflicht.

„Ich bin zum Rollerderby gekommen, als ich nach einer tollen Mannschaftssportart gesucht habe“, erzählt die 29-Jährige. „Das Team gab es da noch nicht so lange, so dass ich vom Trainingslevel her gut mithalten konnte. Ich konnte es schon ein bisschen, aber auch Rollschuhfahren lernt man bei uns innerhalb kurzer Zeit.“ Der Sport fordert und fördert alles: Koordination, Fitness, Kraft, Ausdauer, aber auch den Kopf. „Man ist danach so richtig schön ausgepowert.“

Was ist das Besondere an der Sportart?

„Die Rollerderby-Welt ist wie eine riesige Familie. Wir reisen in viele Städte und treffen einen Haufen toller Menschen“, beschreibt „Pirate Pain“ das Wir-Gefühl und die spannende Atmosphäre rund um den Sport auf Rollen. Seit diesem Jahr trainieren die jungen Frauen im Verein DJK Nürnberg-Eibach e.V.

Die Sportart selbst wurde in den 30er Jahren in den USA erfunden. Seit 2006 ist sie auch in Deutschland vertreten. 2015 gibt es hier erstmals ein Ligasystem. Die Sucker Punch-Mädels treten dabei als eher neues Team automatisch in der 3. Liga an, zwei Auswärts- und zwei Heimspiele bestreitet das Team in diesem Jahr. „Unser Ziel ist es erst mal, so viel Erfahrung wie möglich zu sammeln. Aber gegen Siege haben wir natürlich auch nichts!“

Wo kann man in Nürnberg beim Rollerderby mitmachen?

Wer jetzt Lust bekommen hat: Sucker Punch, Nürnbergs einzige Rollerderby-Mannschaft, ist beständig auf der Suche nach Nachwuchs. Daher veranstalten sie auch alle drei Monate einen sogenannten „Fresh-Meat-Day“, an dem sich Mädels ab 16 Jahren ausprobieren und informieren können. Aber auch zu den Trainings sind Interessierte jederzeit willkommen.

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