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Wiederinbetriebnahme von Holzöfen wegen Gasmangellage

Das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz hat die Kommunen aufgefordert, Allgemeinverfügungen zu erlassen, die eine Wiederinbetriebnahme von stillgelegten, aber noch nicht abgebauten Holzöfen als Ausnahmeregelung ermöglichen. Das Umweltamt als zuständige Untere Immissionsschutzbehörde der Stadt Nürnberg kommt dieser Aufforderung mit einer Allgemeinverfügung nach, die am 31.8.2022 im Amtsblatt veröffentlicht wird und ab dem 1. September 2022 in Kraft tritt. Die Gültigkeit ist befristet bis zum 31. Mai 2023, also auf die kommende Heizperiode. Die Ausnahmeregelung gilt sowohl für sogenannte Einzelraumfeuerungsanlagen, also Kachelöfen und sonstige Kaminöfen, als auch für zentrale Heizungsanlagen, für die die in der Allgemeinverfügung genannten Voraussetzungen erfüllt sind. Die Wiederinbetriebnahme muss beim zuständigen Bezirksschornsteinfeger und beim Umweltamt angezeigt werden.

Kurz und knapp - um welche Anlagen handelt es sich?

Von der Allgemeinverfügung erfasst sind Holzfeuerungsanlagen, die in den letzten Jahren außer Betrieb genommen werden mussten, weil sie die Anforderungen der 1. BImSchV nicht mehr erfüllen konnten. Bei dieser Außerbetriebnahme gibt es die Möglichkeit, die Anlagen nicht abzubauen, sondern mit den unten verlinkten Formularen für einen sogenannten Notbetrieb weiter vorzuhalten. Sie sind dann weiter im Feuerstättenbescheid des Schornsteinfegers enthalten und müssen auch weiterhin regelmäßig gekehrt werden. Es kann daher von einem betriebsbereiten und sicheren Zustand ausgegangen werden.
Alte "Kanonenöfen" oder Ähnliches, die derzeit ungenutzt in Kellern oder auf Dachböden lagern oder quasi als Möbelstücke in Zimmern stehen, sind damit also ausdrücklich nicht gemeint.

Eine weitere Voraussetzung ist, dass die Wiederinbetriebnahme der Holzfeuerung den Gasverbrauch der aktuellen Gebäudeheizung ganz oder teilweise ersetzt, was auch mit der Anzeige zur Wiederinbetriebnahme bestätigt werden muss. Die Ausnahmeregelung gilt daher schon in der Alarmstufe des Notfallplans Gas und nicht erst in der (derzeit noch nicht ausgerufenen) Notfallstufe, damit durch den reduzierten Verbrauch Gasspeicher gefüllt werden können bzw. das Gas anderen Verbrauchern ohne Ausweichmöglichkeit zur Verfügung steht.

Wen spreche ich an?

Die zuständigen bevollmächtigten Bezirksschornsteinfeger können Sie Ihrem letzten Feuerstättenbescheid oder der Internetseite der Schornsteinfegerinnung Mittelfranken entnehmen. Anzeigen an das Umweltamt können über das Kontaktformular des Technischen Umweltschutzes oder per Post an die Hausadresse des Umweltamtes übermittelt werden.

Umweltamt Nürnberg, Technischer Umweltschutz

Bauhof 2

90402 Nürnberg

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Und sonst?

Das Heizen mit Holz ist flächendeckend und dauerhaft kein guter Ersatz für fossile Brennstoffe und angesichts der derzeit überteuerten Holzpreise auch nicht besonders geeignet, Heizkosten zu verringern, wenn man nicht ohnehin über entsprechende Vorräte verfügt. Auf jeden Fall sinnvoll ist es, den Energieverbrauch durch Dämmung, effizientes Heizen und Lüften und jahreszeitlich angemessene Temperaturen in der Wohnung zu senken. Ein Blick in den Energieausweis und in die Abrechnung des Gasversorgers, in der auch Durchschnittsverbräuche zum Vergleich enthalten sind, zeigt, welche Einsparmöglichkeiten vorhanden sind. Davon unabhängig ist eine Umstellung der Energieversorgung auf Solarenergie oder Geothermie der umweltfreundlichste Weg, den eigenen Energiebedarf zu decken. Wenn die Verhältnisse auf dem Grundstück es nicht anders zulassen, sollte auch eine Teilversorgung aus diesen Quellen in Betracht gezogen werden.

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