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FAQ

Der Raumkompass ist gerade erst am entstehen und ist daher vielen Eigentümer*innen und Interessierten noch unbekannt. Deshalb beantworten wir hier einige der am häufigsten gestellten Fragen.

Was ist Leerstandsmanagement für Kulturräume und wozu gibt es das?

Eine lebendige und vielfältige Stadtgesellschaft braucht Kulturräume. Doch ist Raum begehrt, zunehmend teuer und die Kunst-, Kultur- und Kreativschaffenden können sich oft keine hohen Mieten leisten. Denn viele von ihnen stehen am Anfang ihrer Berufstätigkeit, sind gemeinnützig ausgerichtet oder sind beispielsweise als bildende Künstler*innen branchenbedingt einkommensschwachen Schichten zugehörig.

Andererseits gibt es wiederum viele Eigentümer*innen, deren Gebäude leer bleiben, da die Bausubstanz nicht den heutigen Standards für klassische Gewerbe entspricht und sie aufgrund spezieller Bauweisen ständig neu umgebaut werden müssten. Zusätzlich sind ihre Gebäude während langer Planungsphasen Vandalismus und Verfall ausgesetzt.

Genau da setzt Leerstandsmanagement an. Es hilft, für kurz oder lang, kreative Nutzer*innen und Eigentümer*innen zusammen zu führen.

Wie kam es dazu, dass der Raumkompass für Nürnberg konzipiert wird?

Am 31. Januar 2018 wurde mit der Kulturstrategie die "Anbahnung eines Raumleerstand- und Zwischennutzungsmanagements" als Startmaßnahme beschlossen. 500 Kulturschaffende aus Nürnberg hatten zu den Inhalten beigetragen. Die Strategie ist Teil des Bewerbungsprozesses zur Europäischen Kulturhauptstadt 2025. Sie soll die strukturellen Voraussetzungen für eine "zukunftsfähige Kultur" schaffen.

Im Mai 2019 wurde daraufhin ein Stadtratsbeschluss verabschiedet, der die Konzepterarbeitungszeit von zwei Jahren ermöglicht.

Was ist das Ziel der Raumkompass-Projektzeit?

Ziel ist die Konzipierung einer "Kompetenzeinheit für Zwischennutz- und Raumvermittlung", um eine zentrale und von allen Akteur*innen genutzte Anlaufstelle auf der Suche nach Räumen für Kunst und Kultur zu erhalten. Auf diese Weise sollen zukünftig Räume für kulturelle Nutzung im gesamten Stadtgebiet akquiriert und vermittelt werden.

Was wird das Konzept zum Ende 2021 beinhalten?

Das Konzept wird aufzeigen, wie zukünftig Nutzungsinteressierte bis zum Mietvertragsabschluss oder Kaufvertrag begleitet, beraten und unterstützt werden können und wie zwischen Mieter*innen bzw. Eigentümer*innen und den zuständigen Genehmigungsbehörden vermittelt werden kann.

Darin aufgeschlüsselt sind die finanziellen Aspekte, Abläufe, zu beteiligende Ämter sowie Akteur*innen. Desweiteren sind während der Erprobungsphase vermittelnde und informierende Veranstaltungen zum Thema kulturelles Leerstandsmanagement und Modellprojekte durchzuführen, deren Ergebnisse mit einfließen.

Warum kümmert sich das Amt für Kultur und Freizeit um die Konzeption?

Das Amt für Kultur und Freizeit war bereits zweimal Partner*in in EU-Projekten zur Belebung von leerstehendem Baukulturerbe. Im Rahmen dessen konnten die Kulturwerkstatt auf AEG und der Nordgarten des Z-Bau entstehen.

Diese Aktivitäten generierten Erfahrungswerte, Kooperationen und Knowhow - Es entstanden Studien, Handbücher und unsere digitale Plattform OffSpaces, die nun als Grundstein für den Raumkompass weiter entwickelt und gepflegt wird.

Warum dauert die Konzeption bis Ende 2021?

Viele Großstädte Deutschlands haben zwar bereits ihr eigenes "Leerstandsmanagement-Modell" gefunden, wie etwa München mit dem Kompetenzteam Kultur- und Kreativwirtschaft München, Bremen mit der Zwischenzeitzentrale oder Dresden mit der Kreativraumagentur. Diese Modelle sind jedoch nicht einfach übertragbar.

Das Konzept muss Dezentralität, Stadtentwicklung, Bedarfe, Besonderheiten und vorhandene Erfahrungen in Nürnberg berücksichtigen. Dazu gehört, stadtintern und ämterübergreifend alle Partner*innen ins Boot zu holen und mit ihnen notwendige Arbeitsabläufe zu besprechen sowie notwendige Kapazitäten in Erfahrungen zu bringen. Selbiges gilt für externe Partner*innen.

Weiterhin ist eine Bedarfserhebung sowie die transparente Kommunikation über Webseite und Newsletter notwendig und es bedarf Modellprojekten, um konzeptuelle Aspekte zu testen und in die Praxis umzusetzen.

Wie geht es mit dem Raumkompass nach Ende 2021 weiter?

Am Januar 2018 wurde im Stadtrat mit der Kulturstrategie die "Anbahnung eines Raumleerstand- und Zwischennutzungsmanagements" als Startmaßnahme beschlossen. Im Mai 2019 wurde daraufhin ein weiterer Stadtratsbeschluss verabschiedet, der die Konzepterarbeitungszeit von zwei Jahren ermöglicht. Auch über die Umsetzung dieses Konzeptes wird im Stadtrat entschieden.

Was ist Zwischennutzung?

Der Begriff Zwischennutzung bezeichnet die temporäre Nutzung von Räumen. Immobilieneigentümer*innen decken damit die Kosten für den Leerstand und die Räume verfallen nicht weiter, sondern werden gepflegt. Auf der anderen Seite   erhalten Raumsuchende so die Möglichkeit, ihre Selbstständigkeit auszuprobieren und kulturelle, künstlerische oder soziale Ideen umzusetzen sowie mit ihrem Schaffen positiv auf das Quartier zu wirken.

Geht es nur um Zwischennutzungen?

Nein. Zwischennutzungen sind seit den letzten 15 Jahren ein anerkanntes und in der Stadtentwicklung zunehmd angewandtes Instrument zur Leerstandsbelebung. Jedoch bergen sie auch Nachteile - Vor allem für die Nutzer*innen, da diese nicht langfristig planen können. Investitionen gehen nach dem Ende der Nutzung teilweise verloren, die Raumsuche beginnt von Neuem und Netzwerke müssen neu aufgebaut werden.

Was bringt mir eine Kulturnutzung für meine Räume?

Kulturelle Nutzungen von Räumen bieten Eigentümer*innen viele Chancen: Sie werten Leerstände auf und erwecken das Interesse weiterer potentieller Mieter*innen. Die Umgebung und der Standort gewinnen an Attraktivität und ein mögliches künftiges Nutzungskonzept kann sich entwickeln.

Können Sie mir auch ohne öffentlichen Aufruf Nutzer*innen für meinen Raum vorschlagen?

Wir vermitteln in der Konzeptionsphase bisher nicht aktiv. Eigentümer*innen können momentan nur unsere Plattform OffSpaces nutzen, um ihre Raumangebote sichtbar zu machen. Wir sind aber für Fragen stets offen und geben gern unser Wissen weiter. In Modellprojekten erproben wir später, wie eine aktive Vermittlung gelingen kann und Eigentümer*innen und Nutzer*innen bis zur Vertragsunterzeichnung und darüber hinaus angemessen begleitet werdet können.

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