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Friedenstafel 2001

Im Anschluss an die vierte Verleihung des Internationalen Nürnberger Menschenrechtspreises am 16. September 2001 sollte erneut ein multikulturelles Bürgerfest gefeiert werden. In und an der Straße der Menschenrechte waren Diskussionsforen und ein Kulturprogramm mit Musik aus dem Heimatland des mexikanischen Preisträgers Bischof Samuel Ruíz García vorgesehen. Internationale Gastronomieangebote sollten die Nürnberger Bürgerinnen und Bürger und ihre Gäste dazu einladen, miteinander zu speisen, zu teilen und ins Gespräch zu kommen.

Doch es kam anders: Fünf Tage vorher hatten die Terroranschläge in New York und Washington die Welt erschüttert. Die Friedenstafel, ein Fest zu Ehren des Preisträgers, wurde abgesagt, denn zum Feiern stand niemandem der Sinn. Stattdessen rief die Stadt zu einer Kundgebung vor dem Opernhaus auf, an der rund 7.500 Nürnbergerinnen und Nürnberger teilnahmen. Der argentinische Menschenrechtsverteidiger und Friedensnobelpreisträger Adolfo Pérez Esquivel, der die Laudatio auf den Preisträger gehalten hatte, mahnte besonnenes Vorgehen an: „Mit Rache, Hass und Revanchismus kann man die Probleme der Menschheit nicht lösen“. Auch Bischof Ruíz warnte vor der Gefahr, dass nun Rachegelüste die Oberhand gewinnen könnten. Er forderte die Frage nach dem „Warum“ in den Vordergrund zu stellen. Nach der Kundgebung zogen die Menschen in einem Gedenkmarsch durch die Straße der Menschenrechte, legten Blumen nieder, zündeten Kerzen an und trugen sich in Kondolenzbücher ein.

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