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Internationaler Nürnberger Menschenrechtspreis

Am 17. September 1995, fast auf den Tag genau 60 Jahre nach der Verabschiedung der nationalsozialistischen Rassengesetze und 50 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs, wurde der Internationale Nürnberger Menschenrechtspreis zum ersten Mal verliehen. Der Preis ist eine Antwort der Stadt Nürnberg auf die staatlich verordneten Menschenrechtsverbrechen jener Jahre und soll aller Welt ein Symbol dafür sein, dass von Nürnberg niemals mehr andere Signale ausgehen dürfen als solche des Friedens, der Versöhnung, der Verständigung und der Achtung der Menschenrechte.

Die Entstehungsgeschichte

Im Sommer 1993 trat der damalige Oberbürgermeister Dr. Peter Schönlein mit seiner Initiative an die Öffentlichkeit, einen Internationalen Nürnberger Menschenrechtspreis zu stiften. Für diese Idee erntete er große Zustimmung. Inspiriert hatte ihn die Straße der Menschenrechte, die sich zu dieser Zeit gerade im Bau befand. Die Installation des israelischen Künstlers Dani Karavan in der Kartäusergasse im Herzen Nürnbergs erinnert an das dunkelste Kapitel deutscher und Nürnberger Geschichte, symbolisiert aber auch die Hoffnung auf eine Welt, in der alle Menschen in Würde, Frieden und Freiheit leben können. Diese Botschaft motivierte die Stadt Nürnberg dazu, mit der Stiftung eines internationalen Menschenrechtspreises selbst einen aktiven Beitrag zur weltweiten Durchsetzung der Menschenrechte zu leisten.

Die Intention des Preises

Der Preis soll nicht nur eine Anerkennung für die Leistung der Ausgezeichneten sein, sondern darüber hinaus auch dazu beitragen, gefährdete Verteidiger der Menschenrechte zu schützen und andere zu ermutigen, sich für die Menschenrechte zu engagieren. Die mit 15.000 Euro dotierte Auszeichnung wird alle zwei Jahre an Einzelpersonen oder Gruppen verliehen, die sich in vorbildlicher Weise und unter hohem persönlichem Risiko für die Wahrung der Menschenrechte einsetzten und einsetzen.

Der Preis und die davon ausgehenden Signale haben rasch internationale Aufmerksamkeit und Anerkennung gefunden. So stand bereits die erste Preisverleihung unter der Schirmherrschaft von José Ayala Lasso, dem damaligen Hochkommissar für Menschenrechte der Vereinten Nationen. Der ursprünglich aus neun, heute aus elf Mitgliedern bestehenden Jury gehören namhafte Persönlichkeiten aus aller Welt an. Die Jurymitglieder entscheiden über die Preisträger.

Das hohe Ansehen der Jury und die Unterstützung des Preises durch die Vereinten Nationen, die UNESCO und namhafte Nichtregierungsorganisationen haben wesentlich dazu beigetragen, dass der Preis inzwischen international erheblich an Reputation gewonnen hat und die Absicht, Verteidiger der Menschenrechte zu schützen, erste Wirkung zeigt.

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