Mann sieht über eine Mauer

Rite de Passage

Das Werk

RITE DE PASSAGE ist eine internationale Kooperation zwischen niederländischen und deutschen Künstler*Innen. Im Vordergrund der audiovisuellen Installation, steht die Musik im Zusammenspiel mit Licht- und Klangkunst. Jedoch ist auch der Ort mit seiner wechselhaften Geschichte Teil der Gesamtkomposition — genauso wie die Besucher*Innen durch das Betreten der Installation Teil des Werkes werden. Gleichzeitig färbt die Komposition auf den Platz außerhalb des Tunnels ab und lässt ihn in einem anderen Licht erscheinen, beleuchtet seine Vergangenheit und lässt seine Zukunft erahnen. Die musikalische Komposition von RITE DE PASSAGE bedient sich aus akustischen, instrumentalen und elektronischen Quellen sowie gesampelten Aufnahmen aus dem Alltag der Stadt. Hieraus ergeben sich drei Ebenen, in deren Zentrum das melodische Hauptwerk steht, das durch Fieldrecordings angereichert und von abstrakten, elektronischen Klängen eingerahmt wird. Auf Basis der musikalischen Komposition findet die Programmierung des Lichtes statt. Um das immersive Erleben der Kunstinstallation noch weiter zu verstärken, werden aus realen Videoaufnahmen des Stadtlebens Signalinformationen für die Lichtintensität und -steuerung generiert, auf dessen Grundlage ein besonders komplexes und natürlich anmutendes Lichtfeld erzeugt werden kann.

Das Stadtbild Nürnbergs ist Zeuge der extremen und brutalen Veränderungen unserer Gesellschaft, aber erzählt genauso von der Kraft der Veränderung und Erneuerung. Vom merkantilen Zentrum im Mittelalter zeugen die gewaltigen Stadtmauern, alte Handelshäuser sowie die Burganlage. Die Nationalsozialisten rückten wiederum das mittelalterliche Stadtbild Nürnbergs ins Zentrum ihrer Propagandamaschinerie und nutzten die Stadt als Kulisse für faschistische Aufmärsche. Obwohl sie wiederaufgebaut wurde, sieht man Nürnberg die komplette Zerstörung während des zweiten Weltkriegs immer noch an. Heute ist die Stadt eine der multikulturellsten Deutschlands — über die Hälfte der Bewohner*Innen hat eine Migrationsgeschichte. Hin- und hergerissen zwischen Aufbruchsstimmung und der Vergangenheit ist das Zentrum Nürnbergs der ideale Ort, um die Kraft von Transformation und positiven Zukunftsbildern künstlerisch sichtbar zu machen.

Komposition: Frieder Nagel

Der Autodidakt Frieder Nagel „kombiniert Jazz, Neo-Klassik, Synthetik und Broken Beats mit souveräner Leichtigkeit“ (GROOVE Magazin). Seine Debüt-EP „Distract Robots“ wurde 2019 vom französischen Label InFiné veröffentlicht und entführt die Zuhörer*Innen laut dem kalifornischen Magazin XLR8R in ein sich ständig veränderndes auditives Wurmloch voller Licht, Dunkelheit und kosmischer Glückseligkeit. Nagel komponiert regelmäßig für Theater, Film und Tanz und spielte u.a. auf dem Multiplica Festival in Luxembourg, dem Stereolux Festival in Nantes, im Centquatre Paris, dem Berghain Berlin oder dem Reeperbahn Festival in Hamburg. Er remixte Frankreichs Superstar Rone, die deutschen Tech-House Stars Santé und Re.you genauso wie die A.I. Aqaxa und die italienischen Violonistinnen Francesca Guccione und Laura Masotto. Mit dem niederländischen Szenographie und Lichtkunst-Kollektiv SIDF arbeitete er erstmals im Rahmen seiner Ostinato-Konzerte (Deutsches Symphonie-Orchester & Philharmonie Essen) zusammen. Klanginstallationen in Nürnberg verwirklichte er bislang im Stadtpark im Rahmen der Ausstellung Lost and Found 2020 sowie auf dem Rauhnächte-Festival 2021.

Lichtdesign: Tim Vermeulen

Als Teil des niederländischen Kollektivs SIDF kreiert Tim Vermeulen Räume für Theater, Musik und Tanz u. a. am niederländischen Nationaltheater oder dem Staatstheater des Kosovo. Er tourt europaweit mit internationalen Größen der Musikszene wie Jon Hopkins, David August, Anoushka Shankar oder Lyra Pramuk. Er entwickelte das
Lichtdesign für Festivals wie Rewire in Den Haag, Todays Art oder das Dockville Kunstkamp in Hamburg genauso wie Lichtinstallationen für z. B. das Vonk Festival. In seinen Entwürfen sind Raum und Atmosphäre die wichtigsten Zutaten, während Naturphänomene wie Feuer, Sonnenlicht und organische Bewegungen als Inspirationsquellen dienen. Er kreiert dabei immersive und abstrakte, virtuelle Räume, die zum Wundern und Eintauchen einladen.

URL dieser Seite
<http://www.nuernberg.de/internet/nuernbergkultur/rite_de_passage.html>