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Die Wässerwiesen im Rednitztal

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Die Rednitzaue ist eine jahrhundertalte Kulturlandschaft. Bis heute hat sich hier eine Form der Grünlandbewirtschaftung erhalten, deren Ursprünge bis in das Mittelalter zurückreichen und die in Deutschland nur noch selten zu finden ist: die Wiesenbewässerung.

Wässerwiesen zeichnen sich durch eine sehr hohe Biodiversität aus und erfüllen wichtige Funktionen für das Stadtklima. In der modernen, zunehmend industriellen Landwirtschaft ist jedoch diese arbeitsintensive alte Kulturform zunehmend von Auflassung bedroht. Die Stadt Nürnberg unterstützt daher den Erhalt dieser nachhaltigen Grünlandnutzung.

Der Freistaat Bayern hat im April 2020 die „traditionelle Wässerwiesennutzung in Franken“ in die Liste des immateriellen Kulturerbes aufgenommen.


Förderung der Nutzung von Wässerwiesen

Alte Kulturtechnik seit dem Mittelalter

Bei dieser traditionellen und energieunabhängigen Bewässerungstechnik wird über kleine Wehre Wasser aus der Rednitz und ihren Nebenflüssen abgeführt und dann über ein kilometerlanges, ausgeklügeltes System von weiteren Be- und Entwässerungsgräben in die Wiesen geleitet.


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Gelebte Tradition

Da Wasser keine Grenze, auch keine Flurgrenze kennt, kann die Wässerung nur gemeinschaftlich durchgeführt werden.


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Ökosystemleistungen

Diese nachhaltige Form der Grünlandbewirtschaftung hat die Landschaft seit Jahrhunderten geprägt und spielt heute eine wichtige Rolle für Natur- und Klimaschutz im Stadtgebiet. Sie zeigt uns, wie Düngen und Wässern auf natürliche Weise geht, wie Grundwasser erneuert werden kann und wie Hochwässer und Dürren nachhaltig entschärft werden kann.


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Wässerwiesen heute

Zur Aufrechterhaltung dieses Bewässerungssystems müssen Gräben und Wehre regelmäßig gepflegt und erhalten werden. Da sich der hohe Arbeits- und Kostenaufwand für die Landwirte heutzutage kaum noch lohnt, werden sie dabei von der Stadt Nürnberg unterstützt.


Auf dem Weg zum Immateriellen Kulturerbe

Im gesamten fränkischen Raum zwischen Schwabach und Forchheim existieren insgesamt noch mindestens 800ha Wiesen, die in dieser traditionellen Form bewirtschaftet werden. Sie zählen mit zu den besterhaltenen Bewässerungsgebiete in ganz. Europa. Um die Bedeutung dieser alten Kulturtechnik gemeinsam stärker in das öffentliche Bewusstsein zu bringen haben sich mit der Unterstützung der Stadt Nürnberg mehrere Wässerorganisationen in Schwabach, Nürnberg, Möhrendorf und Forchheim zu einer Interessensgemeinschaft zusammengetan und Antrag auf Anerkennung als Bayerisches Kulturerbe gestellt.

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Die erfolgreiche Aufnahme in das Landesverzeichnis des Immateriellen Kulturerbes erfolgte im Frühjahr 2020 und damit auch der Vorschlag für das bundesweite Verzeichnis.
Seit dem Jahr 2003 stellt die UNESCO kulturelle Ausdrucksformen in den Fokus der Öffentlichkeit mit dem Ziel, überall auf der Welt überliefertes Wissen und Können als sog. „Immaterielles Kulturerbe“ zu erhalten und zu fördern.
Mit der Aufnahme in die Liste des Verzeichnisses des immateriellen Kulturerbes soll ein Zeichen der Wertschätzung und Anerkennung für den persönlichen Einsatz in Zusammenhang mit dem Erhalt und der Weitergabe von Traditionen“ gesetzt werden.

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