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Die Wässerwiesen im Rednitztal

Die Rednitzaue ist eine jahrhundertalte Kulturlandschaft. Bis heute hat sich hier eine Form der Grünlandbewirtschaftung erhalten, deren Ursprünge bis in das Mittelalter zurückreichen und die in Deutschland nur noch selten zu finden ist: die Wiesenbewässerung.

Das Wasser hierfür wird an verschiedenen Stellen aus der Rednitz und den Nebenflüssen in Hauptgräben eingeleitet und dann über ein kilometerlanges ausgeklügeltes System von weiteren Be- und Entwässerungsgräben sowie Holzschützen zur Wasserstandsregulierung über die Wiesenflächen verteilt.

Über dieses weit verzweigte Netz werden die Wiesen zwischen Gerasmühle und Schwarzach in der Zeit von Mai bis September ca. zwei- bis dreimal bewässert.

Mit dieser Technik sorgen die Landwirte im Rednitztal zum Teil schon seit hunderten von Jahren dafür, dass den überwiegend sandigen, trockenen und eher nährstoffarmen Böden mehr Wasser und Nährstoffe zugeführt werden.

Zur Organisation der Bewässerung haben sich die Landwirte von jeher im Nürnberger Raum zu sechs Wässerverbänden zusammengeschlossen. Noch immer wird hier altes Wässerrecht angewendet. So sorgt z.B. die Wässerordnung für den Hopfengarten (Katzwang/Wolkersdorf) aus dem Jahr 1702 bis zum heutigen Tag dafür, dass es bei der Wiesenwässerung gerecht und ordnungsgemäß zugeht. Bis ins Detail ist darin geregelt, wer, wann, wie lange seine Wiesen wässern darf und wer für den Unterhalt von Gräben und Wehren zuständig ist.

Gebänderte Heidelibellen bei der Paarung

Noch im 19. Jahrhundert erfuhr die Wiesenbewässerung im Rednitztal eine letzte Blüte. Von den einst zahlreichen Wasserschöpfrädern im Nürnberger Stadtgebiet sind an der Rednitz jedoch keine mehr vorhanden.

Die Gräben und Wehre müssen jedoch regelmäßig gepflegt und erhalten werden. Da sich der hohe Arbeits- und Kostenaufwand für die Landwirte heutzutage kaum noch lohnt, werden sie dabei im Rahmen des Storchenprojekts unterstützt. So soll gewährleistet werden, dass diese traditionelle Bewirtschaftung auch weiterhin erhalten bleibt.

Vor allem der Weißstorch findet zu den Wässerzeiten einen reich gedeckten Tisch.
Auch die seltene Gebänderte Heidelibelle, deren Larven sich vor allem in den wasserführenden Wässergräben entwickeln, wird von dieser Bewirtschaftungsform gefördert.

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