Zeppelinfeld mit Zeppelintribüne als einzig erhaltener Schauplatz der nationalsozialistischen Reichsparteitagsinszenierung
Das Zeppelinfeld ist ein historischer Ort, an dem die ideologisch-rassistische begründete Idee der „Volksgemeinschaft“ als Zukunftsgemeinschaft propagiert und zelebriert wurde. Das Versprechen einer angeblichen „Volksgemeinschaft“ machte einen erheblichen Teil der Attraktivität der Herrschaft des Nationalsozialismus aus, die als Gesellschaftsutopie und Handlungsanweisung für viele Menschen Aufstieg und Integration bedeutete. Und bei der Konstruktion eines „Wir“ wurde zugleich das „Andere“ definiert, „Volksgemeinschaft“ bedeutete auch immer Ausgrenzung.
Das Zeppelinfeld war der architektonische Rahmen zur Inszenierung von „Volksgemeinschaft“. Heute ist das Feld ein wichtiger Lernort zur Frage, wie „Volksgemeinschaft“ während der Reichsparteitage „gemacht“ bzw. inszeniert wurde, eventuell aber auch unterlaufen wurde oder möglicherweise misslang. Gerade beim Thema „Volksgemeinschaft“ wird deutlich, dass Vorstellungen von einem einheitlichen (deutschen) Volk und die Konstruktion nebulöser Wir-Identitäten (in Abgrenzung zu dem, was als fremd definiert wird) keineswegs vergangene, sondern sehr gegenwärtige Phänomene sind, die kritisch hinterfragt werden müssen.



