Maßnahmen im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) sind immer mittel- bis langfristig angesetzt. Um den Anforderungen der Zukunft im ÖPNV gerecht werden zu können, sind entsprechend weitreichende strategische Konzepte notwendig. Hierfür wird derzeit ein Gutachten erstellt, der Nahverkehrsentwicklungsplan. Mit der Bearbeitung wurde die Ingenieurgruppe IVV im April 2008 beauftragt. Die Fertigstellung des Gutachtens wird 2011 erfolgen.
Der Nahverkehrsentwicklungsplan basiert auf dem gesetzlichen Nahverkehrsplan (NVP). Er aktualisiert und schreibt frühere Gutachten fort (Generalverkehrsplan 1972 und integrierte ÖPNV-Planung 1993). Damit soll der NVEP die Grundlage für die Hierarchisierung der verschiedenen Verkehrsträger Bus, Straßen-/Stadtbahn, U-Bahn und S-Bahn bilden. Er unterliegt dabei keinen gesetzlichen Vorgaben.
Für die Optimierung des öffentlichen Personennahverkehrs soll der Nahverkehrsentwicklungsplan Lösungsansätze für folgende Herausforderungen liefern:
Als wesentliche Grundlage für die Verkehrsmodellierung des Nahverkehrsentwicklungsplans soll uns die "Datenbasis für Intermodale Verkehrsuntersuchungen und Auswertungen im Großraum Nürnberg (DIVAN)" dienen. Konzipiert ist DIVAN als einheitliche Datenbasis, die von verschiedenen Planungsträgern im Großraum Nürnberg zur Erstellung von Gesamtverkehrsprognosen genutzt werden kann. Das Projekt wurde gemeinsam von der Bayerischen Straßenbauverwaltung und dem Zweckverband Großraum Nürnberg (ZVGN) in Auftrag gegeben. Basis sind die Simulationsprogramme PTV VISUM / VISEVA. Die Modellierung des gesamten Verkehrs im flächenmäßig drittgrößten Verkehrsbund in Deutschland stellt eine große technische Herausforderung dar und muss kontinuierlich verfeinert werden.
Die mit der Bearbeitung des Nahverkehrsentwicklungsplans betraute Ingenieurgruppe IVV wird in den nächsten Monaten eine fachlich und auch politisch abgestimmte Fallstudie durchführen. Hierzu gibt es einen projektbegleitenden Arbeitskreis, der dem Gutachter als rein fachliche Ebene zur Abstimmung zur Verfügung steht. Beteiligt sind die betroffenen Referate und Ämter der Verwaltung sowie Vertreter von Verkehrsbetrieben und dem Verkehrsverbund Großraum Nürnberg.
Die Ergebnisse und Fragestellungen aus dem Arbeitskreis und der laufenden Bearbeitung des Gutachters werden dem Projektbeirat NVEP Nürnberg zur Diskussion und Entscheidung vorgetragen. Der Projektbeirat setzt sich aus Vertretern der Stadtratsfraktionen des Verkehrsausschusses, der Regierung von Mittelfranken, Vertretern der Industrie und Handelskammer sowie Zweck- und Interessensverbänden zusammen.
Die Entscheidungen aus diesem Projektbeirat werden zur abschließenden politischen Beratung dem Stadtrat bzw. dem Verkehrsausschuss des Stadtrates vorgestellt. Mit Hilfe dieses umfangreichen Abstimmungsprozesses wird eine möglichst hohe Beteiligung und damit auch eine umfassende Konsenslösung für die Fragen der Investitionen in die Zukunft erreicht.