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Nürnberger Autorenstipendium

Drehbuchideen gesucht – das Nürnberger Autorenstipendium Drehbuch

Das Nürnberger Autorenstipendium für den Bereich „Drehbuch“ wird alle zwei Jahre durch die Stadt Nürnberg und das Bayerische Fernsehen ausgeschrieben. Gefördert werden Autorinnen und -autoren im Nachwuchsbereich, deren Drehbücher noch nicht verfilmt wurden. Das Thema des Autorenstipendiums 2017/2018 lautet „Grenzenlos“. Aus den Bewerbungen werden die fünf besten Drehbuchideen für einen 90minütigen Kino- oder TV-Film ausgewählt (Einsendeschluss war der 15. Februar 2017).

Die Stipendiaten werden über ein Jahr bei der Weiterentwicklung ihrer Idee bis hin zum fertigen Drehbuch durch erfahrene Tutorinnen und Tutoren begleitet. Zusätzlich finden drei Intensiv-Seminare statt. Das Autorenstipendium 2017/2018 beginnt im März 2017 und endet im Juli 2018.

Mit dem Autorenstipendium, das seit 1993 zweijährlich ausgeschrieben wird, leisten die Stadt Nürnberg und der Bayerische Rundfunk einen wichtigen Beitrag zur Förderung von Nachwuchsautorinnen und -autoren im deutschsprachigen Raum.


Egon Günther am 31. August 2017 gestorben

Der langjährige Tutor und Ehrenvorsitzende des Nürnberger Autorenstipendium Drehbuch, Egon Günther ist gestern mit 90 Jahren in Potsdam verstorben. Obwohl nicht unerwartet, hat uns die Nachricht von Egon Günthers Tod tief getroffen. Das Nürnberger Autorenstipendium Drehbuch ist glücklich, mit Egon Günther lange Jahre einen wunderbaren Berater, Begleiter und Tutor zur Seite gehabt zu haben. Seine unnachahmliche Art, den jungen Nachwuchsschreibern alle Sinne für das "Filme-Schreiben" zu öffnen, werden wir nicht vergessen. Sein wunderbarer Rat: "Schreib was Du fühlst, dann wird es richtig!" wird lange im Gedächtnis bleiben. Es bleibt das große Glück, einen so liebevollen Visionär wie ihn gekannt zu haben. In seinen außergewöhnlichen Filmen wird Egon Günther weiterleben. Wir alle werden Egon Günther im Herzen behalten.

Egon Günther

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Egon Günther am 14. Mai 2012 beim Eintrag ins Gästebuch der Stadt Nürnberg

Stimmen aus dem Nürnberger Autorenstipendium zum Tod Egon Günthers:

Egon Günther war ein Künstler und als solcher ein Anarchist. Und er formulierte immer wie ein Künstler. Unvergessen sein Satz: DU BEGINNST MIT EINEM ERDBEBEN UND STEIGERST DANN LANGSAM. (Michael Füting)

Von Egon Günther betreut zu werden war ein Erlebnis - von dem ich bis heute zehre. Ein Satz von ihm ist mir in besonderer Erinnerung: „Schreib was Du fühlst, dann wird es richtig.“ Danke, Egon Günther, das mach ich seither. (Ute Mügge-Lauterbach)

Egon Günther stellte oft die unerwarteten Fragen, die man nicht sofort beantworten konnte. Dadurch regte er uns Autoren an, länger und tiefer über unsere Geschichten nachzudenken. (Nick von Uthmann)

Er war ein interessanter Mann und Filmemacher, ein Freigeist! Er sagte nicht viel, aber was er sagte, hatte Gewicht. Ich hab mich gefreut, ihn in der Drehbuchwerkstatt miterleben zu dürfen. Danke für die schöne Zeit! (Simone Kollmorgen)

Egon war für mich ein Stück ostdeutscher Filmgeschichte, und seine Anwesenheit bei den Sitzungen des Nürnberger Autorenstipendiums eine Ehre für uns alle. (Marie Amsler)

Wann immer Egon Günter bei uns im Kino war, ging die Sonne auf. Seine Herzlichkeit, Wahrhaftigkeit und seine Lebensfreude strahlten sofort auf uns und das Publikum über.
Unvergesslich waren seine Gespräche nach seinen wunderbaren Filmen: Wenn Du groß bist lieber Adam, Abschied, Die Schlüssel, Die Dritte, Lotte in Weimar, Die Leiden den des jungen Werther, Lenz, die Braut - um nur einige zu nennen. Wir werden uns über seine Filme immer an ihn erinnern und vermissen einen guten Freund. (Christiane Schleindl, Filmhaus Nürnberg)

Sätze, die in Erinnerung bleiben "Als erwachsener Mensch müssen Sie wissen, dass man keine Ratschläge gibt". Und dann abe rauch gern: "Dicht neben den Fehlern liegen die Wirkungen." Ich bin froh, Egon Günther kennengelernt zu haben. (Samia Susan Trabolsi)

Als ich das erste Mal Egon Günther traf, war er bereits über achtzig. Aber alles an ihm war jung, seine Worte, sein Humor, seine Direktheit. Unsere Begegnungen werden mir in Erinnerung bleiben. (Nataly E. Savina)

Egon Günther

Seit 1999 war Egon Günther, Autor und einer der bedeutendsten deutschen Regisseure, Tutor beim Nürnberger Autorenstipendium Drehbuch.

Nach Schlosserlehre, Kriegsgefangenschaft und Flucht studierte er in Leipzig Pädagogik, Germanistik und Philosophie (bei Ernst Bloch). Seit 1953 veröffentlichte er Erzählungen und Romane. 1958 ging er als Dramaturg und Szenarist zur DEFA. 1964 bekam er mit „Lots Weib“ die Chance zum Debüt und gehörte seither zu jenen Regisseuren, deren Filme sich durch Konfliktorientierung, formale Innovation, insbesondere Bildverfremdung auszeichnen. "Ich will versuchen, Filme zu machen, die auffallen. Die sollen ruhig Fehler haben, aber nicht unaufrichtig, lau oder mittelmäßig sein"“ (Egon Günther). Trotz wiederholter Eingriffe in seine Arbeiten verfilmte er Gegenwartsstoffe (u.a. „Der Dritte“ 1971, „Die Schlüssel“ 1974), adaptierte literarische Vorlagen (so J. R. Bechers „Abschied“ 1968, der sofort aus den Kinos genommen wurde), Arnold Zweig, Thomas Mann und Johann Wolfgang von Goethe. "Meinen Büchern merkt man an, dass der Autor Filme macht; und in meine Filme versuche ich Stilmittel zu übernehmen, die der Roman hervorgebracht hat.", sagte er 1976. Als ihm 1978 die nichtrealistische Bildsprache eines seiner Filme zum Vorwurf gemacht wurde, reagierte Egon Günther mit dem Austritt aus dem Verband der Filmschaffenden der DDR. Er verließ schließlich das Land (behielt jedoch den DDR-Pass) und arbeitete in den folgenden Jahren nur noch an westdeutschen Film- und Fernsehproduktionen mit. Erst 1990 kehrte er in die DDR zurück. 1991 drehte er bei der untergehenden DEFA „Stein“, ein geniales Requiem auf die verspielten Chancen der DDR. 1998 entstand „Die Braut“ über eine große Liebe zwischen Christiane Vulpius und Goethe. 1999 folgte der Fernsehzweiteiler „Else“. Für sein Nietzsche-Projekt fand sich allerdings kein Produzent und für „Unkenrufe“ fehlte das Geld. Egon Günther dazu: „Heute redet mir überhaupt keiner mehr in meine Filme herein, weil ich keine machen darf.“
Er wirkte als Dozent an der Filmhochschule Potsdam-Babelsberg. Er erhielt zahlreiche Auszeichnungen u.a. 1999 den Ehrenpreis des Deutschen Filmpreises in Gold für sein Gesamtwerk. 2014 wurde er mit einem Stern auf dem Boulevard der Stars in Berlin geehrte. Seine Geburtsstadt Schneeberg verlieh ihm 2016 die Ehrenbürgerschaft.
Am 31. August 2017 ist er nach langer Krankheit in Potsdam gestorben.


Filme

eine ausführliche Filmografie finden Sie auf den Seiten der DEFA Stiftung.


Die Stipendiatinnen und Stipendiaten 2017/2018 sind ausgewählt

Insgesamt haben uns 96 Bewerbungen aus dem deutschsprachigen Raum erreicht, die in den letzten Wochen von der Jury gelesen und beurteilt wurden. Nach dem persönlichen Gesprächen mit den nominierten Nachwuchsschreibenden stehen sie nun fest, die fünf Stipendiatinnen und Stipendiaten des Nürnberger Autorenstipendiums 2017/2018.
In den nächsten Monaten werden Tabea Zeltner, Jasper Diedrichsen, Anne Daschkey, Fabian Oswald und Fentje Hanke ihre Drehbuchideen zum Thema "Grenzenlos" zu einer ersten Drehbuchfassung entwickeln. Das erste Intensivseminar "Drehbuchaufstellung" und das zweite Intensivseminar "Figurenentwicklung" fanden statt und haben wichtige Impulse für die weitere Arbeit an den Stoffen gegeben.


Egon Günther zum 90. Geburtstag

Am 30. März 2017 wurde der langjährige Tutor und Ehrenvorsitzende der Jury des Nürnberger Autorenstipendiums Drehbuch 90 Jahre alt. Das Nürnberger Autorenstipendium gratulierte ganz herzlich. Zum Geburtstag von Egon Günther sendete der rbb am 30.03.2017 um 22.45 Uhr den DEFA-Film "Abschied" aus dem Jahr 1968.


Stipendiaten beim Film Fest in München

Konrad Bach, Jane Bieler, Marion Mayer, Franziska Müller und Lotte Zell wurden nach München eingeladen. Beim Fachempfang der Drehbuchwerkstatt München stellten sie ihre Stoffe im Rahmen des FilmFest München bei der Präsentation der Absolventen-Drehbücher des Jahrgangs 2015/16 am Dienstag, den 28. Juni 2016 im AudimaxX der Hochschule für Fernsehen und Film HFF in München vor.


Präsentation der Stoffe in München

Die Präsentationen zum Nachlesen finden Sie hier


Szenische Lesung aus der ersten Drehbuchfassung

Konrad Bach, Jane Bieler, Marion Mayer, Franziska Müller und Lotte Zell haben eine erste Drehbuchfassung aus den Ideen zum Thema "Online-Offline" entwickelt. Die Figuren wurden mit einer Drehbuchaufstellung überprüft und unzählige Dialoge geschrieben, verworfen, neu geschrieben.

Am Freitag, den 13. Mai 2016 war es soweit, das Publikum und die Schreibenden selbst konnten erstmals live im Filmhauskino in Nürnberg überprüfen, ob die Szenen funktionieren.
Nicole Raab, Lena Wagner, Julia Biermann, Uzun Burak, Matthias Schulz, Nachwuchstalente aus dem Jugendclub des Staatstheaters Nürnberg präsentierten unter der Regie von Rachel Roudyani in szenischer Lesung Auszüge aus den ersten Drehbuchfassungen.




Mehr zum Thema

20 Jahre Nürnberger Autorenstipendium ein Portrait

Projektpartner

Bayerischer Rundfunk
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