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Internationaler Frauentag 8. März

Internationaler Frauentag 1994


Am 8. März eines jeden Jahres gehen Frauen auf die Straße, um für ihre Rechte zu kämpfen. Zum ersten Frauentag am 19. März 1911 kamen in Dänemark, Österreich, Schweden, der Schweiz, Deutschland und in den USA Frauen zu Demonstrationen und Versammlungen zusammen. Im Mittelpunkt standen die Forderung nach dem Wahlrecht für Frauen, der Kampf gegen den § 218, für Arbeiterinnen- und Mutterschutz, für Lohngleichheit, gegen Rüstungswahn und die Folgen der Weltwirtschaftskrise. Allein in Deutschland demonstrierten mehr als eine Million Frauen für ihre Rechte. Nur ein halbes Jahr vorher, im August 1910, hatte die II. Internationale Sozialistische Frauenkonferenz in Kopenhagen auf Initiative der Sozialistin Clara Zetkin die Einführung des Internationalen Frauentage beschlossen.

Erst zehn Jahre später, im Jahr 1921, legte die 2. Kommunistische Frauenkonferenz den Weltfrauentag endgültig auf den 8. März fest.
Vermutlich wurde dieses Datum in Anlehnung an den 8. März 1917 gewählt (nach dem alten russischen Kalender der 23. Februar), dem Tag, an dem in Russland Frauentagsdemonstrationen den Auftakt zu einer massiven Streikwelle im ganzen Land machten und den Beginn der Februarrevolution auslösten.
Andere Quellen führen das Datum des Weltfrauentages auf den Arbeiterinnenstreik am 8. März 1908 der Textilfabrik “Cotton” in New York zurück, bei dem die Textilarbeiterinnen damals für bessere Lebens- und Arbeitsbedingungen kämpften.

Zwischen 1. und 2. Weltkrieg protestierten Frauen am 8. März weltweit für die Legalisierung des Schwangerschaftsabbruches sowie für Mutter- und Schwangerschaftsschutz. Während des Nationalsozialismus wurde der Internationale Frauentag in Deutschland verboten und durch den Muttertag ersetzt.

Während in der späteren DDR der Internationale Frauentag ab 1946 zum offiziellen Feiertag erklärt wurde, geriet er in der späteren Bundesrepublik zunehmend in Vergessenheit – nicht zuletzt wegen seines sozialistischen Hintergrunds. Erst die neue Frauenbewegung ab den 1970er Jahren schaffte es, den Frauentag in der Bundesrepublik neu zu beleben. Er wurde zunehmend zum Tag der feministischen Solidarität unter Frauen aller Schichten und Generationen. Die Vereinten Nationen proklamierten den „Tag der Vereinten Nationen für die Rechte der Frau und den Weltfrieden“ im Jahr 1977.

Im vereinten Deutschland wird der Internationale Frauentag seit 1993 von engagierten Frauen unterschiedlicher politischer Herkunft gefeiert. Seine Tradition dokumentiert und spiegelt die Erfolge und Niederlagen der Frauenbewegung wider.

In gegenwärtigen Zeiten anhaltender Massenarbeitslosigkeit und massiven Sozialabbaus zeichnet sich erneut ab, dass hauptsächlich Frauen die Verliererinnen der Krise sein werden.
Die konkreten Forderungen orientieren sich jeweils an der aktuellen politischen Lage des einzelnen Landes. Die alten Forderungen sind immer noch aktuell: gleicher Lohn für gleiche Arbeit, Gleichberechtigung auf dem Arbeitsmarkt, Kampf gegen Diskriminierung und Gewalt gegen Frauen.

Noch ist der Internationale Frauentag notwendig, um die andauernde Diskriminierung von Frauen zu skandalisieren und solidarisch auf einer konkreten Utopie der Menschenrechte für Frauen in einer humanen Gesellschaft zu beharren.

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