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Muttertag am 2. Sonntag im Mai

Mütter (Schriftzug)


Im amerikanischen Bürgerkrieg von 1861-1865 setzte sich Ann Jarvis für die Pflege der verletzten Soldaten und die Versorgung der Witwen ein. In dieser Zeit gründete sie den Mother’s Day Work Club. Die amerikanische Publizistin und Frauenrechtlerin Julia Ward Howe, ebenfalls eine entschiedene Kriegsgegnerin, griff die Idee von Jarvis im Jahr 1872 auf, indem sie die Einführung des nationalen Mother’s Day of Peace forderte. Allerdings konnte sie sich mit ihrem Postulat nicht durchsetzen. Nach dem plötzlichen Tode von Jarvis im Jahre 1905 nahm Julia Ward Howe die gleichnamige Tochter Jarvis bei sich auf.

Immer am zweiten Sonntag im Mai feierten Julia Ward Howe und Ann Jarvis junior den Todestag der Mutter: mit dem Memorial Mother’s Day Meeting. Diese Feier wurde zunächst zu Ehren aller Mütter in ihrer Heimatkirche in Virginia abgehalten. Das enorme Presseecho auf die zunächst nur regionale Popularität dieses Feiertags führte schließlich dazu, dass der Muttertag seit 1910 im Bundesstaat Virginia alljährlich begangen wurde.

Im Jahr 1912 gründete Jarvis Tochter schließlich die Organisation Mother’s Day International Association, die den Feiertag US-weit und in die Welt hinaus tragen sollte. Nach einigen Anstrengungen erreichte die Organisation schließlich, dass der US-amerikanische Präsident Woodrow Wilson den 8. Mai 1914 zum gesetzlichen Feiertag in den USA erklärte. Wegen der zunehmenden Kommerzialisierung des Feiertages prozessierte Ann Jarvis 1923 gegen das Fest. Mehr als 20 Jahre später soll sie einem Journalisten gesagt haben, dass sie die Gründung des Muttertags bedaure.

Ebenso im Jahr 1923 wurde der Muttertag in Deutschland auf Betreiben des Verbands der deutschen Blumengeschäftsinhaber am zweiten Maisonntag installiert. Den Status eines Feiertages erreichte der Tag allerdings erst im Nationalsozialismus.

Trotz des Unterschiedes zwischen Gründungsidee und tatsächlicher Umsetzung wurde dieser Feiertag in Deutschland auch nach dem 2. Weltkrieg begangen. In der DDR-Diktatur wurde der Tag durch den 8. März, dem Internationalen Frauentag, ersetzt.

Aktion Muttertag – Demonstration für Frauenrechte und Frieden


Unter dem Motto “Nicht nur Blumen – Rechte fordern wir” wandten sich 1984 insgesamt 213 Frauenpersönlichkeiten an die Öffentlichkeit und riefen dazu auf, am Muttertag gegen die Politik der Bundesregierung, gegen die Rechtswende, für die Verteidigung der Frauenrechte und des Friedens zu demonstrieren. So machten am 12. Mai 1984 insgesamt 15.000 Frauen “Putz in Bonn”. Daraus entstand die ‘Aktion Muttertag’.

Jedes Jahr im Vorfeld des Muttertages findet zeitgleich in den Niederlanden, Malta und Ungarn und inzwischen auch in Deutschland die Mutternacht statt, um so auf den vermeidbaren Tod von mehr als 350.000 Frauen aufmerksam zu machen.

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