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Energiekrise: Sparmaßnahmen der Stadt

Energiesparen Konzept: Pläne, Thermostate, Schreibblock und Stift.

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Nürnberg hat im Vergleich mit anderen deutschen Städten beim Energiesparen bereits viel erreicht. Der Verbrauch von Wärme, Strom und Wasser konnte in den vergangenen Jahren kontinuierlich reduziert werden. Die durch den Ukrainekrieg verursachte Energiekrise verlangt nach weiteren Sparmaßnahmen. Wichtig ist das Signal, das von den Maßnahmen ausgeht: Wenn die Stadt spart, sparen andere auch.


Stufenkonzept der Stadtverwaltung

Analog zum Konzept des Bundeswirtschaftsministeriums unterscheidet die Stadt drei Stufen der Gasnotlage mit entsprechenden Maßnahmen. Die Ausrufung der Stufen wirkt sich zum einen auf die Stadtverwaltung selbst aus, zum anderen auf die N-Ergie und ihre Kunden. Im Fokus stehen dabei Großkunden. Private Endkunden werden nach aktuellem Wissen nicht betroffen sein.

Stufe 1:

Stufe 1 des Bundes ist eine Vorwarnstufe und erfordert keine besonderen Maßnahmen. Stufe 1 der Stadt umfasst alle bisher erreichten Ziele, siehe Energiebericht 2021.

Stufe 2:

Stufe 2 entspricht der aktuell ausgerufenen Stufe 2 des Bundes. Die Stadt hat hierfür einen Krisenstab eingerichtet. Die Maßnahmen der Stufe 2 werden bereits umgesetzt.

Stufe 3:

Stufe 3 entspricht der gegebenenfalls auszurufenden Stufe 3 des Bundes. Maßnahmen der Stufe 3 werden derzeit geprüft.


Maßnahmen der Stufe 2

Heizung:

  • Nicht benötigte Kessel werden außer Betrieb genommen.
  • Die Kesselanlage für alle Gebäude wird abgeschaltet beziehungsweise bei zentraler Warmwasserbereitung werden alle Heizkreise für alle Gebäude mit Ausnahme von sensiblen Einrichtungen abgeschaltet.
  • In Schulgebäuden werden die Heizungsanlagen inklusive Warmwasserbereitung bis Ende September komplett abgeschaltet.
  • In allen Gebäuden (außer Schulen) geht die Heizung bis Ende September erst bei einem Schwellenwert von zehn Grad Außentemperatur in Betrieb.
  • Die Raumsolltemperaturen werden auf die Mindestanforderungen der Geschäftsanweisung für Nürnberger Schulen, der Hausmeister-Verordnung und der Arbeitsstätten-Richtlinien eingestellt; für Büro- und Schulräume bedeutet das eine Temperatur von 20 Grad, für Turnhallen 17 Grad, für Flure und WCs 15 Grad.
  • Es wird ein überschlägiger hydraulischer Abgleich durchgeführt.
  • Thermostatventile werden auf Stufe 3 begrenzt, in Fluren und WCs ist nur die Stufe 2 notwendig; eine Arretierung wird empfohlen.
  • Thermostatventile werden überprüft, ob sie einwandfrei funktionieren.
  • Regulier- und Absperreinrichtungen werden vor Beginn der Heizperiode geprüft.
  • Heizkörper werden entlüftet.
  • Türschließer werden installiert und Feststeller entfernt.
  • Fenster- und Türenbeschläge werden eingestellt, damit diese dicht schließen.
  • Bisher nicht gedämmte Rohrleitungen und Armaturen, die warme Medien führen, sowie Warmwasserspeicher, werden zeitnah gedämmt.
  • Elektrische Zusatz-Heizgeräte sind untersagt.

Kühlung:

  • Wo es möglich ist, wird die aktive Kühlung ausgeschaltet, oder der Temperatur-Sollwert auf 26 Grad erhöht; Zeiteinstellungen werden überprüft.
  • Passive Maßnahmen wie Sonnenschutz und Nachtlüftung werden zuerst genutzt.
  • Die Raum-Solltemperatur in Netzwerktechnikräumen mit Klimagerät wird auf 28 Grad erhöht.
  • Die freie Nachtauskühlung wird genutzt.

Lüftung:

  • Lüftungszeiten werden an tatsächliche Nutzungszeiten angepasst.
  • Wenn eine Fensterlüftung möglich ist, sollen (außer bei besonderen Funktionen und sensiblen Nutzergruppen) alle Lüftungsanlagen abgeschaltet werden.
  • In der Heizperiode werden Lüftungsanlagen mit maximal 20 Kubikmeter pro Stunde und Person betrieben; es erfolgt keine Grundlüftung.
  • Luftfilter bei Lüftungsanlagen werden ein- bis zweimal jährlich gewartet.

Wasser:

  • Die Warmwassertemperatur wird auf ein hygienisch notwendiges Minimum begrenzt.
  • Die Notwendigkeit von Warmwasserzapfstellen wird geprüft.
  • Die zentrale Warmwasserbereitung wird bis Ende September abgeschaltet und entleert.
  • In den Sportplatzanlagen und Turnhallen wird Warmwasser bis Ende September abgeschaltet.
  • In Büros und WCs werden mit Ausnahme von Küchen alle Elektroboiler und Durchlauferhitzer abgeschaltet.
  • Die Schaltzeiten der Warmwasser-Zirkulationspumpen werden überprüft.
  • Hallenbäder werden bis Ende September geschlossen.

Strom:

  • Die nächtliche Anstrahlung von Gebäuden wird abgeschaltet.
  • Luftreiniger werden mit Zeitschaltuhren nachgerüstet und auf tatsächliche Nutzungszeiten angepasst.
  • Glühlampen werden durch energieeffiziente LED-Lampen ersetzt.

Verbrauch und Einsparpotential beim Gas:

Etwa 6,1 Terawattstunden Gas werden im Jahr in Nürnberg verbraucht. Davon etwa 2,5 Terawattstunden für die Erzeugung von Fernwärme und 1,1 Terawattstunden für Großkunden. Der größte Kunde verbraucht dabei etwa 0,1 Terawattstunden, die Stadtverwaltung 0,06 Terawattstunden. Private Haushalte und Kleinverbraucher summieren sich auf 2,5 Terawattstunden.

Anders ausgedrückt: Die ganze Stadt verbraucht im Jahr in etwa so viel Gas wie 305.000 Vier-Personen-Haushalte, wenn man von einem mittleren Verbrauch von 20.000 Kilowattstunden pro Haushalt ausgeht. Die Stadtverwaltung allein benötigt im Jahr etwa so viel Gas wie 3.000 Haushalte.

Mit den Maßnahmen der Stufe 2 kann die Stadtverwaltung beim Heizen bis zu 6,25 Gigawattstunden Gas einsparen. Dies entspricht etwa dem Jahresverbrauch von 300 Haushalten. Beim Warmwasser können bis zu 650.000 Kilowattstunden Gas eingespart werden. Dies entspricht etwa dem Jahresverbrauch von 30 Haushalten.

Verbrauch und Einsparpotential beim Strom:

2020 hat die Stadt 98 Gigawattstunden Strom verbraucht. Größte Stromverbraucher sind der Abfallwirtschaftsbetrieb, der Stadtentwässerungsbetrieb und die Straßenbeleuchtung. Deren Stromverbrauch liegt aktuell bei etwa 15 Megawattstunden Strom je Kilometer Straße und Jahr, entsprechend fünf Haushalten je Kilometer.

Wenn nachts keine Gebäude mehr angestrahlt werden, können bis zu 800.000 Kilowattstunden Strom pro Jahr eingespart werden. Dies entspricht etwa dem Jahresverbrauch von 250 Haushalten. Durch die Anpassung der Luftreiniger auf die tatsächlichen Nutzungszeiten sind Einsparungen von bis zu einer Million Kilowattstunden Strom pro Jahr möglich. Dies entspricht etwa dem Jahresverbrauch von 330 Haushalten.


Maßnahmen der Stufe 3

Falls die Bundesregierung die Stufe 3 des Gasnotfallplans ausruft, sind weitere Energiesparmaßnahmen der Stadt notwendig. Die Maßnahmen der Stufe 3 sind noch nicht abschließend geklärt. Sie werden derzeit geprüft und gegebenenfalls kurzfristig umgesetzt. Folgende Maßnahmen könnten es sein:

  • Reduzierung der Raumtemperatur in Verwaltungsräumen und Sporthallen
  • Reduzierung der Wasser- und Raumtemperatur in Schwimmbädern
  • Schließung aller Schwimmbäder
  • Winterpause während der Weihnachtsferien mit ausschließlich Homeoffice
  • Homeoffice an Freitagen und Montagen, damit vier ungeheizte Tage am Stück
  • verbessertes Energiemanagement beim Homeoffice (PC-Laufzeiten in den Büros optimieren)
  • Schließung von Gebäuden und Einrichtungen der Stadt
  • Reduzierung der Beleuchtungszeiten bei der Straßenbeleuchtung an geeigneten Stellen
  • Reduzierung oder Abschaltung von Rasenheizung, Flutlicht und ähnlichem bei Sportplätzen und im Stadion
  • Unter Berücksichtigung des Tierwohls: Reduzierung der Wassertemperatur in der Lagune, Reduzierung der Raumtemperatur in einzelnen Tierhäusern des Tiergartens; Umstellung der Wärmeerzeugung im Betriebshof auf Holz

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Aktualisiert am 29.08.2022, 14:36 Uhr

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