Die Stadt Nürnberg stiftet alle zwei Jahre den Umweltpreis und zeichnet damit herausragende Leistungen zum Schutz der Umwelt und zur Förderung einer nachhaltigen Entwicklung der Stadt aus, die im Stadtgebiet wirksam werden oder einen Bezug zu Nürnberg haben. Der Umweltpreis ist ab 2026 mit einem Preisgeld von 15.000 Euro dotiert und wird jeweils zu einem anderen Schwerpunktthema vergeben. Das Preisgeld wird auf drei Preisträger aufgeteilt. Es können mehrere Preise mit entsprechend aufgeteiltem Preisgeld verliehen werden.
Anlässlich des 15-jährigen Jubiläums als Fairtrade-Stadt wurde 2026 erstmals der Sonderpreis Fairtrade verliehen. Initiativen, Vereine, Organisationen und Schulen rund um ihr Handeln zur Stärkung fairer Handelsstrukturen hatten sich beworben. Das Preisgeld für den Sonderpreis beträgt 2.000 Euro und wird zusätzlich zu den bestehenden Preisgeldern des Umweltpreises ausgeschüttet.
Ausgezeichnet! Die feierliche Preisverleihung vom 2. Oktober in Bildern
Der Hauptpreis und damit 8.000 Euro gehen an die Bäume für Nürnberg Stiftung
Platz 2 geht an das Projekt "Schalanderfreunde" mit 4.000 Euro Preisgeld
Platz 3 geht an die Projekte "Perspektiven wechseln“ des Vereins Museum im Koffer, den "Verein Lebensmittelretten & Nachhaltigkeit Nürnberg", sowie das „Projekt Zukunftsakademie Nürnberg“ mit jeweils 1.000 Euro Preisgeld
Anerkennungsurkunden ohne Fördergelder erhalten die Unternehmen „Mit Ecken und Kanten GmbH“, die „VAG Verkehrs-Aktiengesellschaft Nürnberg“ sowie die „Gentlemachine GmbH“
Herzlichen Glückwunsch
und vielen Dank für ihr Wirken in der Stadt.
Besonderer Pokal: die Umweltpreis Gießkannen
Wir wünschen uns, dass die Auszeichnungen zum weiteren Wachstum der Projekte beitragen.
Den 3. Platz des Umweltpreises teilen sich tolle Initiativen
Neben dem Verein Lebensmittelretten und Nachhaltigkeit e.V. erhielten auch die EineWelt Station und das Museum im Koffer ein Preisgeld von 1000 Euro
Musik gehört zur Preisverleihung
Das Ensemble Cigányélet, Teil der PhilForNature begleitet den Abend mit schwungvollen Klängen traditioneller Roma-Musik
Der Sonderpreis Fairtrade 2026
ging an zwei Schulen, die Mission EineWelt und die Bio-Bäckerei Imhof
Gute Stimmung und fröhliche Gäste
Rund 120 geladene Gäste besuchten die Preisverleihung im Künstlerhaus und feierten die ausgezeichneten Initiativen
Danke für ihr Wirken in der Stadt. Das sind die Ausgezeichneten 2026:
1. Preis: Bäume für Nürnberg Stiftung
Nürnberg braucht mehr Grün. Genau dafür setzt sich die Bäume für Nürnberg Stiftung seit 2013 ein. Ihr Ziel ist einfach und zugleich ausgesprochen wichtig: mehr Bäume in die Stadt bringen – vor allem dorthin, wo sie besonders gebraucht werden. Denn gerade in dicht bebauten und stark versiegelten Stadtteilen können Bäume einen entscheidenden Unterschied machen.
Straßenbäume sind weit mehr als schönes Stadtgrün. Sie speichern CO₂, produzieren Sauerstoff, spenden Schatten und kühlen ihre Umgebung durch Verdunstung. Gerade bei zunehmender Hitze werden sie damit zu natürlichen Klimaanlagen und zu einem wichtigen Baustein für eine klimaresiliente Stadt. Wo Bäume fehlen, wird die Hitze spürbarer – und das wirkt sich unmittelbar auf die Lebensqualität aus.
Seit ihrer Gründung hat die gemeinnützige Bäume für Nürnberg Stiftung bereits viel bewegt: Bis Ende 2026 werden rund 250 Straßenbäume gepflanzt sein – in etwa 40 Nürnberger Straßen. Dahinter stehen zahlreiche Spenden und Zustiftungen sowie das ehrenamtliche Engagement des Stiftungsvorstands, in dem Bürgerschaft und Stadt zusammenarbeiten. Der 2018 gegründete Stifterhain am Whörder See macht das Engagement sichtbar und lädt dazu ein, selbst Teil der Idee zu werden.
Dabei geht es der Stiftung nicht allein ums Pflanzen. Mit umweltpädagogischen Angeboten und Aktionen wie dem Internationalen Tag des Baumes oder der Baumwoche der Energie- und Umweltstation schafft sie Aufmerksamkeit für die Bedeutung von Bäumen und bringt das Thema in die Stadtgesellschaft. So wächst nicht nur die Zahl der Bäume, sondern auch das Bewusstsein dafür, wie wichtig Stadtgrün für Nürnberg ist.
Besonders wertvoll ist der soziale Aspekt der Arbeit. Bäume helfen, wo Hitzebelastung besonders groß ist und Grün am meisten fehlt. Sie schaffen Schatten vor der Haustür, verbessern das Mikroklima und machen dicht bebaute Wohnquartiere lebenswerter. Klimaanpassung wird damit ganz konkret und kommt unmittelbar bei den Menschen an.
Die Stiftung steht damit für mehrere Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen: Gesundheit und Wohlergehen (SDG 3), weniger Ungleichheiten und mehr Klimagerechtigkeit (SDG 10), nachhaltige Städte (SDG 11), Klimaschutz und Klimaanpassung (SDG 13), Biodiversität und Lebensräume (SDG 15) sowie starke Partnerschaften (SDG 17). Die Erfahrungen der vergangenen Jahre zeigen: Der Wunsch nach einer grüneren und klimaresilienteren Stadt ist groß, ebenso die Zahl guter Konzepte. Für die Umsetzung braucht es jedoch ausreichend Geld, Personal und geeignete Flächen.
250 gepflanzte Straßenbäume zeigen, was möglich ist, wenn Bürgerschaft und Stadt gemeinsam Verantwortung übernehmen und anpacken. Für mehr Schatten, mehr Grün und ein besseres Klima in Nürnberg. Für dieses Engagement erhält die Stiftung Bäume für Nürnberg den 1. Umweltpreis der Stadt Nürnberg 2026.
Ein grauer, versiegelter Weg, der im Sommer Hitze speichert? Das war einmal. Heute ist der Schalanderweg zwischen Schillerplatz und Rollnerstraße eine grüne Oase mitten in der Nürnberger Nordstadt – und ein beeindruckendes Beispiel dafür, was bürgerschaftliches Engagement bewirken kann.
Seit Mai 2024 entwickeln die Schalanderfreunde den kleinen privaten Stadtpark mit viel Leidenschaft weiter. Der Weg ist rund um die Uhr geöffnet und steht allen Nürnbergerinnen und Nürnbergern offen. Wo früher vor allem Platten und wenig Begleitgrün das Bild prägten, ist ein Ort zum Durchatmen, Verweilen und Begegnen entstanden.
Edelkastanien, Apfelbäume und Holundersträucher spenden Schatten, kühlen die Umgebung und bieten gleichzeitig wertvollen Lebensraum. Bodennahes Grün darf bewusst wild wachsen: Es hält Feuchtigkeit im Boden und schafft Rückzugsorte für Tiere. Stauden und Sträucher eröffnen neue Blickachsen, Blumenbeete setzen farbenfrohe Akzente. So verbindet der Schalanderweg Klimaanpassung, Natur und Aufenthaltsqualität auf kleinem Raum.
Ausgangspunkt war der Wunsch der Eigentümer, den einst eintönigen Grünzug nicht der Bebauung zu überlassen, sondern Natur zurück in die Stadt zu holen. Das Ergebnis kann sich sehen lassen – und wird von den Menschen angenommen. Die außergewöhnliche Pflege und Sauberkeit zeigen, wie sehr ein attraktiver Ort den Gemeinsinn stärken kann. Bis zur letzten Zigarettenkippe wird darauf geachtet, dass der Park ein Ort bleibt, an dem sich alle wohlfühlen.
Und die Ideen gehen weiter: Ein Trinkwasserbrunnen und Urban Gardening sind bereits in Planung. Die Anlage und die Staudengärten werden kontinuierlich weiterentwickelt. Der Zuspruch aus der Nachbarschaft ist groß und inspiriert inzwischen auch zu weiteren Baumpatenschaften und Grüninitiativen in der Nordstadt.
Der Schalanderweg steht damit für mehrere Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen: Gesundheit und Wohlergehen (SDG 3), nachhaltige Städte und Gemeinden (SDG 11), Klimaschutz (SDG 13) und starke Partnerschaften (SDG 17). Vor allem aber zeigt er, dass Klimaanpassung nicht immer groß beginnen muss. Manchmal reichen ein Weg, ein paar Bäume und Menschen, die Verantwortung übernehmen. Der Schalanderweg macht Nürnberg grüner, kühler und menschlicher – und zeigt, wie aus einem Stück Stadt ein gemeinsamer Ort werden kann. Dafür verdienen die Schalanderfreunde den 2. Umweltpreis 2026.
Wie soll Nürnberg in Zukunft aussehen? Wo braucht es mehr Grün, wo Schatten, wo Platz zum Spielen und Begegnen? Und was brauchen eigentlich ein Vogel, ein Baum oder ein Mensch im Rollstuhl? Im Projekt „Perspektiven wechseln“ lädt das Kindermuseum Kinder und Familien dazu ein, ihre Stadt mit neuen Augen zu sehen – und selbst zu gestalten.
Ausgangspunkt ist die unmittelbare Lebenswelt der Kinder: Was gefällt ihnen rund um das Kindermuseum? Was fehlt? Und was würden sie verändern? Mit Bausteinen und Modulen können sie ihr eigenes Zukunfts-Nürnberg bauen und immer wieder neugestalten. Dabei übernehmen sie selbst die Rolle der Stadtverwaltung: Sie müssen unterschiedliche Interessen abwägen und gemeinsam Lösungen für eine lebenswerte und zukunftsfähige Stadt finden.
Der Perspektivwechsel ist dabei Programm. Neben den Wünschen der Familien geht es auch um die Bedürfnisse von Tieren und Menschen mit besonderen Anforderungen. So lernen die Kinder, dass Stadtplanung viele Perspektiven berücksichtigen muss – und dass gute Lösungen manchmal Kompromisse brauchen.
An Experimentierstationen wird außerdem ganz praktisch erfahrbar, wie Klimaanpassung funktioniert. Beim Schwammstadt-Prinzip können die Kinder ausprobieren, was Entsiegelung, Begrünung und Wasserrückhalt bewirken. Sie entdecken: Mehr Grün und weniger versiegelte Flächen helfen, mit Hitze und Starkregen besser umzugehen – und machen die Stadt gleichzeitig schöner.
Das Projekt startete Anfang 2025 mit einer besonderen Form der Beteiligung: Schon bei der Entwicklung wurden Kindergruppen einbezogen. Ihre Ideen flossen in Materialien, Stadtmodell und Experimentierstationen ein. In Workshops mit Schulklassen und Familien sind seitdem vielfältige Vorstellungen von der Stadt der Zukunft entstanden. Die Ergebnisse werden dokumentiert und der Stadt Nürnberg zur Verfügung gestellt.
„Perspektiven wechseln“ verbindet Bildung für nachhaltige Entwicklung mit Demokratiebildung. Kinder lernen nicht nur etwas über Klimaanpassung und Stadtplanung – sie erleben, dass ihre Meinung zählt und dass sie ihre Umgebung mitgestalten können.
Genau darin liegt die besondere Stärke des Projekts: Kinder werden nicht nur gefragt, wie ihre Stadt aussehen soll. Sie dürfen sie selbst bauen. Dabei entwickeln sie Kreativität, Empathie und Gestaltungskompetenz – und erfahren ganz nebenbei, wie kommunale Entscheidungen funktionieren.
Das Projekt leistet damit einen wichtigen Beitrag zu SDG 4 – Hochwertige Bildung, SDG 11 – Nachhaltige Städte und Gemeinden und SDG 13 – Maßnahmen zum Klimaschutz. Es zeigt: Wer Kinder heute beteiligt, macht sie zu Mitgestalterinnen und Mitgestaltern der Stadt von morgen.
3. Preis: Lebensmittel retten und Nachhaltigkeit e.V.
Seit 2019 zeigt das Projekt „Lebensmittelretten mit Begegnungscafé“ wie einfach Nachhaltigkeit und soziales Miteinander zusammengehen können. Jede Woche werden in Worzeldorf rund 1,5 Tonnen noch genießbare Lebensmittel bei teilnehmenden Händlern abgeholt und kostenlos an rund 120 Menschen ausgegeben – unabhängig von Einkommen, Herkunft oder sozialem Status.
Hinter dem Projekt stehen rund 80 Ehrenamtliche. Sie retten Lebensmittel und schaffen gleichzeitig einen Ort der Begegnung. Menschen mit und ohne Behinderung arbeiten selbstverständlich zusammen, eine russisch-ukrainische Übersetzerin unterstützt die Integration ukrainischer Besucherinnen und Besucher. Inklusion, Gleichstellung und Wertschätzung werden hier nicht gepredigt, sondern gelebt.
Das angeschlossene Begegnungscafé bringt rund 50 Menschen bei Kaffee und Gebäck miteinander ins Gespräch. Alter, Einkommen oder Herkunft spielen keine Rolle. Eine Vintage-Ecke mit Geschirr, Spielzeug und Vasen sowie ein kostenloser Kleidertisch ergänzen das Angebot.
Auch das Begegnungsmenü aus geretteten Lebensmitteln verbindet Genuss und Gemeinschaft. Alle acht Wochen kochen Ehrenamtliche ein dreigängiges Menü für bis zu 35 Gäste. Gespräche, Kurzvorträge und Kooperationen mit anderen sozial-ökologischen Projekten machen daraus weit mehr als ein gemeinsames Essen.
Nachhaltigkeit wird außerdem bei der Worzeldorfer Kleidertauschbörse zum Erlebnis: Zweimal im Jahr kommen rund 300 Menschen zusammen, um Kleidung zu tauschen, Ressourcen zu schonen und ein Zeichen gegen die Wegwerfmentalität zu setzen.
Das Engagement wirkt über Worzeldorf hinaus: Das Konzept wurde bereits von anderen Initiativen übernommen. Der Verein gibt seine Erfahrungen weiter und unterstützt Andere beim Aufbau eigener Lebensmittelrettungsprojekte.
Die Projekte zeigen: Nachhaltigkeit beginnt beim Lebensmittel und endet bei den Menschen. Gerettetes Essen und gebrauchte Kleidung sparen Ressourcen – und schaffen gleichzeitig Begegnungen, Netzwerke und Gemeinschaft. Ehrenamtliche erfahren Selbstwirksamkeit, Besucherinnen und Besucher Zugehörigkeit.
Damit verbindet der Verein Umweltschutz, soziale Verantwortung und gelebte Gemeinschaft auf vorbildliche Weise. Für dieses Engagement und die nachhaltige Wirkung im Stadtteil erhält die Initiative den 3. Nürnberger Umweltpreis 2026.
Wie sieht eine faire und nachhaltige Zukunft aus – und was können wir selbst dazu beitragen? Mit diesen Fragen bringt die Zukunftsakademie Nürnberg Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) direkt in Schulen und Gruppen. Das Projekt wurde im Juni 2024 von der Eine Welt Station Nürnberg, getragen vom Weltladen Lorenzer Laden e.V. und Mission EineWelt, gestartet.
Ausgebildete Multiplikatorinnen und Multiplikatoren vermitteln das „Fach Zukunft“ und greifen dabei Themen rund um die 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen (SDGs) auf. Im Mittelpunkt stehen globale Zusammenhänge und die Frage, was unser Alltag mit Entwicklungen in anderen Teilen der Welt zu tun hat. Thematisiert werden beispielsweise die sozialen und ökologischen Folgen unseres Konsums und die Lieferketten von Handys, Kleidung und Lebensmitteln. Auch Wasserknappheit, Plastik und Klimawandel gehören zum Programm.
Die Zukunftsakademie bietet zwei Formate. Im Vertretungsmodell übernehmen Multiplikatorinnen und Multiplikatoren regelmäßig Vertretungsstunden an festen Schulen. So entsteht Raum, Themen über einen längeren Zeitraum zu bearbeiten, Zusammenhänge zu verstehen und gemeinsam konkrete Handlungsmöglichkeiten zu entwickeln. Im Workshopmodell gibt es einzelne interaktive Einheiten, etwa im Rahmen von Projekttagen, Ausflügen oder Unterrichtsgängen. Auch konsumkritische Stadttouren werden angeboten.
Die Bilanz seit dem Start ist beeindruckend: Bis Ende Januar 2026 konnten bereits mehr als 300 Doppelstunden und 150 Einzelstunden umgesetzt werden. Das Vertretungsmodell wird inzwischen an vier Nürnberger Schulen – an Mittelschulen und Gymnasien – eingesetzt. Das Workshopangebot nutzen unter anderem kirchliche Jugendgruppen, Hortgruppen und Ferienbetreuungen.
Ziel ist es, junge Menschen nicht nur über globale Krisen und Herausforderungen zu informieren, sondern sie zu befähigen, Zusammenhänge kritisch zu hinterfragen und selbst aktiv zu werden. Die Rückmeldungen der Teilnehmenden sind überwiegend sehr positiv. Viele setzen sich auch nach den Veranstaltungen weiter mit den Themen auseinander, beteiligen sich etwa an der Handyaktion Bayern, hinterfragen ihr Konsumverhalten oder engagieren sich gesellschaftlich.
Eine wichtige Erfahrung: Nachhaltigkeitsbildung gelingt besonders gut, wenn sie interaktiv ist, Spaß macht und positive Handlungsmöglichkeiten aufzeigt. Auch die regelmäßige Fortbildung und der Austausch der Multiplikatorinnen sowie eine gute Zusammenarbeit mit den Schulen sind entscheidend. Eine Herausforderung bleibt, engagierte Multiplikatorinnen zu gewinnen, die langfristig mitwirken. Perspektivisch soll das Angebot deshalb auch auf die Offene Ganztagsbetreuung ausgeweitet werden.
Anerkennung für Unternehmen
Was passiert mit nachhaltigen Produkten, die kleine Makel haben, aus der letzten Saison stammen oder es deshalb nicht in den regulären Handel schaffen? Bei „Mit Ecken und Kanten“ bekommen sie eine zweite Chance.
Seit 2017 zeigt das Nürnberger Unternehmen, dass B-Ware alles andere als minderwertig ist. Im Gegenteil: Wer Produkte mit kleinen Schönheitsfehlern weiterverkauft, statt sie auszusortieren, schont Ressourcen und macht nachhaltigen Konsum attraktiv. Im Juni 2024 eröffnete der erste eigene Store in Nürnberg – und macht nachhaltige, unperfekte Produkte dort direkt erlebbar.
Die Bilanz ist beeindruckend: Mehr als 900.000 Produkte haben bereits eine zweite Chance bekommen. Über 106.000 Kundinnen und Kunden haben sie gekauft. Gleichzeitig profitieren mehr als 600 nachhaltige Marken und kleinere Unternehmen, die für ihre unperfekte Ware noch Einnahmen erzielen.
Damit ist „Mit Ecken und Kanten“ ein überzeugendes Beispiel für SDG 12 – Nachhaltiger Konsum und nachhaltige Produktion. Das Konzept verbindet Ressourcenschonung mit fairem Konsum und zeigt: Nachhaltigkeit muss nicht Verzicht bedeuten.
Das Konzept ist eine echte Win-win-Situation: Kundinnen und Kunden sparen im Schnitt rund 30 Prozent, Unternehmen vermeiden Verschwendung und erzielen zusätzliche Einnahmen – und in Nürnberg entstehen sinnstiftende Arbeitsplätze.
Die wichtigste Botschaft aber lautet: Wer entscheidet eigentlich, was perfekt ist? „Mit Ecken und Kanten“ macht Mut, genauer hinzuschauen – und gibt Produkten, die sonst aussortiert würden, eine zweite Chance.
Seit 2018 elektrifiziert die VAG Verkehrs-Aktiengesellschaft Nürnberg Schritt für Schritt ihre rund 200 Busse. Ziel ist ein moderner, zuverlässiger und emissionsarmer ÖPNV – für bessere Luft, weniger Lärm und mehr Lebensqualität in Nürnberg.
Mit dem Projekt „eBus to Grid“ wurden Fahrzeugbeschaffung, Ladeinfrastruktur, Energiewirtschaft und Digitalisierung von Anfang an zusammengedacht. Bis heute sind bereits 123 Elektrobusse im Einsatz, weitere folgen 2026. Dazu wurden unter anderem ein eBus-Port mit 39 Ladeplätzen sowie die notwendige Lade- und Energieinfrastruktur aufgebaut. Die vollständige Umstellung soll im Rahmen regulärer Ersatzbeschaffungen bis Anfang der 2030er Jahre erfolgen – wirtschaftlich, ressourcenschonend und mit Vorbildcharakter für kommunale Verkehrsunternehmen.
Die Wirkung ist unmittelbar spürbar: eBusse fahren deutlich leiser, stoßen vor Ort keine Abgase aus und verbessern damit besonders in dicht bebauten Quartieren die Aufenthaltsqualität. Durch den Einsatz von Ökostrom werden im Durchschnitt rund 60 Tonnen CO₂ pro Bus und Jahr eingespart.
Das Projekt verbindet damit Klimaschutz, nachhaltige Mobilität und Innovation und leistet einen wichtigen Beitrag zu den UN-Nachhaltigkeitszielen SDG 9, SDG 11 und SDG 13.
Die Erfahrungen der VAG zeigen: Elektromobilität funktioniert im täglichen Linienbetrieb – braucht aber gute Planung, neue Infrastruktur und innovative Lösungen. Mit ihrer konsequenten Elektrifizierungsstrategie übernimmt die VAG Verantwortung für eine saubere, leise und zukunftsfähige Mobilität in Nürnberg.
Blick in den Gentlemachine Secondhand Kleidungsshop
Gentlemachine steht für nachhaltige Mode, Reparatur und Gemeinschaft mitten in der Nürnberger Innenstadt. Der Store bietet gebrauchte und fair produzierte Kleidung – und vor allem Alternativen zum klassischen Konsum.
Seit 2024 werden hier regelmäßig niedrigschwellige Angebote wie das textile RepairCafé, der KinderKleiderTausch, Workshops, das Future Fashion Festival oder die Make SMTHNG Week angeboten. Sie zeigen ganz praktisch: Kleidung muss nicht neu gekauft werden, um Freude zu machen.
Im Mittelpunkt steht die Idee, Textilien möglichst lange im Kreislauf zu halten. Reparieren, Tauschen und Wiederverwenden spart Ressourcen, vermeidet Abfall und trägt zum Klimaschutz bei. Gleichzeitig ist Gentlemachine ein Ort für Begegnung, Austausch und gemeinsames Ausprobieren.
Damit leistet das Projekt einen Beitrag zu den SDGs 12 „Nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster“, 11 „Nachhaltige Städte und Gemeinden“ und 13 „Maßnahmen zum Klimaschutz“.
Gentlemachine zeigt: Nachhaltiger Konsum muss weder kompliziert noch langweilig sein. Wenn Nachhaltigkeit praktisch, kreativ und gemeinschaftlich erlebt werden kann, wird Veränderung ganz einfach.
Vielen Dank an die Musiker des Ensembles Cigányélet
Die Veranstaltung wird musikalisch begleitet vom Ensembles Cigányélet, Teil der PhilForNature - eine Nachhaltigkeits-Initiative der Musikerinnen und Musiker der Staatsphilharmonie Nürnberg (vormals Phil-CO2). Seit der Spielzeit 2020/21 verbinden wir Konzerte mit Natur- und Klimaschutz und rücken regionale Akteure ins Rampenlicht. Unser Ziel: vom Wissen ins Handeln kommen — und dem Gefühl der Ohnmacht in der Klimakrise etwas Gemeinsames entgegensetzen.
Am 1. Oktober 2024 fand am Abend in den Räumen der Handwerkskammer die offizielle Übergabe der Preise und Urkunden statt. Der Preis stand unter dem Motto "Mehr Wildnis in der Stadt!"
Das Motto war weitreichend gedacht und bezog Blühwiesen, naturnahes Gärtnern oder Gebäudegrün mit ein. Auch Initiativen, bei denen weniger mehr ist, wie zum Beispiel unaufgeräumte Freiflächen oder die Minderung nächtlicher Beleuchtung waren angesprochen sich zu bewerben.
Am 26. September 2022 überreichten Oberbürgermeister Marcus König und Britta Walthelm, Referentin für Umwelt und Gesundheit, im Feuerbachsaal der Industrie- und Handelskammer den Umweltpreis 2022 der Stadt Nürnberg. Der diesjährige Preis stand unter dem Motto "Wasser".
Unter dem Motto „Wasser“ reichte das Themenspektrum in diesem Jahr vom wertschätzenden Umgang mit der Ressource Wasser im Alltag bis zu Lösungen zur Anpassung an den Klimawandel unter den Gesichtspunkten der Schwammstadt. Aufgerufen zur Teilnahme sind engagierte Bürgerinnen und Bürger wie auch Unternehmen, Vereine und Verbände.
Der Umweltpreis 2020 der Stadt Nürnberg steht unter dem Motto „Urbanes Grün für Klima & Ernährung“. Dr. Peter Pluschke, Referent für Umwelt und Gesundheit der Stadt Nürnberg: „Es ist sehr erfreulich, dass es 2020 so viele Bewerbungen gibt. Das zeigt, dass das Thema Grün viele Menschen beschäftigt und auf vielfältige Weise aktiv werden lässt.“
Beim Referat für Umwelt und Gesundheit gingen über 60 Bewerbungen und/oder Vorschläge von Personen, Schulen, Vereinen und Verbänden ein. Es bewarben sich drei Unternehmen, an die laut Satzung Anerkennungsurkunden verliehen werden können. In ihrer Sitzung am 17. Februar 2020 diskutierte und bewertete die Jury die Bewerbungen und beschloss einstimmig einen Vorschlag für den Stadtrat.
Insgesamt werden 9 000 Euro Preisgeld ausbezahlt. Hauptpreisträger ist der Multifunktionale Garten von Wolfsherz, dotiert mit 3 000 Euro.
Angesprochen waren 2018 Aktionen und Initiativen, die sich der Müllvermeidung, der Wiederverwertung, dem Reparieren oder dem Re- und Upcyceln widmen. Auch das Aufsammeln von Müll aus Wasser und Landschaft gehörten zum Spektrum des Preises.
Dr. Peter Pluschke, Referent für Umwelt und Gesundheit der Stadt Nürnberg, meint dazu: „Das Abfallaufkommen in unserer Stadt zeigt uns, wie dringend gehandelt werden muss. Es war uns deshalb ein Anliegen, den Schwerpunkt auf dieses Thema zu setzen und deutlich zu machen, dass die Hilfe von Ehrenamtlichen sehr willkommen ist.“
Beim Referat für Umwelt und Gesundheit gingen 27 Bewerbungen und/oder Vorschläge von Personen, Schulen sowie Vereinen und Verbänden ein. Es bewarben sich drei Unternehmen an die laut Satzung Anerkennungsurkunden verliehen werden können.