Am Südfriedhof ist ein Lehrpfad mit Infotafeln entstanden, der Besuchenden die beeindruckende Naturvielfalt in der weitläufigen Anlage näherbringt. Seit einigen Jahren setzt die Friedhofsverwaltung gezielt auf eine naturnahe Pflege und Gestaltung des Areals, wodurch wertvolle Lebensräume für Tiere und Pflanzen entstanden sind – diese Inseln der Biodiversität werden nun durch informative Tafeln sichtbarer gemacht und zeigen welcher Naturschatz sich mitten in der Stadt entwickeln kann, wenn Flächen dafür Platz bieten. Wir wünschen Ihnen viel Freude bei einem Entdecker-Spaziergang in diesen ganz besonderen Ort der Ruhe und Natur.
Armin Hoffmann, Leiter der Friedhofsverwaltung und Britta Walthelm, Referentin für Umwelt und Gesundheit präsentieren die neue Übersichtskarte am Eingang zum Friedhofsgelände. Sie zeigt die Standorte der neuen Infotafeln und die Route über die man alle Themen entdecken kann.
Hier drei Beispiele für die Infotafeln des Lehrpfads für Biodiversität
Wie viel Leben doch in abgestorbenen Bäumen steckt
Auf dem Südfriedhof wird Totholz bewusst liegen gelassen, so kann neues Leben entstehen. Denn, was auf den ersten Blick tot wirkt, steckt voller Leben. Totholz bietet Nahrung, Schutz und Nistplätze für Käfer, Pilze, Vögel, Fledermäuse, Amphibien und viele weitere Arten. Rund ein Viertel aller Waldtierarten ist auf Totholz angewiesen. Auf dem Südfriedhof wird die Verkehrssicherungspflicht auf das notwendige Maß reduziert, damit abgestorbene Stämme und Äste als wertvolle Lebensräume erhalten bleiben.
"Extensiv" bedeutet ausgedehnt, aber auch ohne viel Aufwand betrieben. Auf dem Südfriedhof wird eine große Fläche Wiese nur selten gemäht und das Schnittgut wird sofort entfernt. So verliert der Boden langsam an Nährstoff und genau das fördert im nächsten Schritt die Vielfalt. Kräuter, Gräser und Blüten können sich entwickeln, und unzählige Tiere finden Nahrung und Schutz.
Die Steine erinnern an die Menschen und erzählen von der Geschichte Nürnbergs. Viele sind kunstvoll gestaltet und stehen unter Denkmalschutz. Nach Ablauf der Ruhezeit müssen Grabsteine oft entfernt werden, doch viele lassen sich weiterverwenden – als Patenschaftsgrab, Erinnerungsstein, Gartenobjekt oder Baumaterial. Die Stadt Nürnberg erhält historisch wertvolle Steine. Steinmetzbetriebe unterstützen bei Restaurierung, Reinigung oder Umgestaltung. Auch die Reservistenkameradschaft Nürnberg pflegt alte Grabstätten und Kriegsgräber.
Wenn Sie während Ihres Spaziergangs eine Pause brauchen, so nehmen Sie gern auf der neuen Gesprächsbank oder fränkisch: dem Blauderbänkla Platz. Ein freundliches Gespräch über Gott und die Welt, das Wetter oder auch Erinnerungen an liebe Menschen tun einfach gut. Aber auch überraschende Erkenntnisse aus den Lehrtafeln können ein Grund zum netten Pausenplausch werden.