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Integration als Querschnittsaufgabe   

Nürnberg hat rund 40 Jahre Erfahrung beim Thema Integration und in der interkulturellen Arbeit. Die Stadt setzte im "Jahrzehnt der Integration" (Dr. Albert Schmid, ehemaliger Präsident des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge) erneut Zeichen und machte die kommunale Integrationspolitik als eine der wichtigsten Zukunftsaufgaben der Stadt zu einem Schwerpunkt ihres Handelns. Dies führt sie im zweiten Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts fort. Dazu zog sie im Rahmen der Nürnberger Integrationskonferenz 2011 eine Zwischenbilanz der Integrationspolitik und Integrationsangebote der Stadt Nürnberg und fragte nach zukünftigen Schwerpunktthemen. Im Rahmen der Integrationskonferenz im April 2012 zeigt sie "Facetten der Interkulturelle Öffnung" auf und erörtert gemeinsam mit weiteren Akteuren entsprechende Chancen und Handlungsbedarf.

"Wir setzen uns ein für die Integration aller in Nürnberg lebenden Menschen und ermöglichen ihre Mitwirkung am öffentlichen Leben" heißt es im Leitbild der Stadt, das der Stadtrat am 18. Juli 2001 einstimmig verabschiedet hat. Oberbürgermeister Dr. Ulrich Maly erklärte in seiner Antrittsrede am 2. Mai 2002 unter anderem: "Eine Selbstverständlichkeit des reibungsfreien Zusammenlebens gibt es nicht. Das ist ein Wert, für den zu kämpfen sich auch täglich lohnt. Wir werden unsere Anstrengungen für Integration und Akzeptanz kultureller Vielfalt verstärken."

Von den am 31.12.2011 mit Hauptwohnsitz gemeldeten gut 503 000 Einwohner/innen Nürnbergs sind rund 89 000, also etwa 17,8 Prozent, Ausländer/innen. Sie kommen aus mehr als 165 Ländern. Rechnet man die Spätaussiedler/innen, etwa aus der ehemaligen Sowjetunion, die als Deutsche geborene Kinder von ausländischen Eltern und die eingebürgerten Personen hinzu, so haben zwei von fünf Nürnberger/innen (40,2 Prozent und somit über 200.000 Bürger/innen) einen so genannten Migrationshintergrund.

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Auf Initiative des Oberbürgermeisters wurde im Jahr 2002 eine Kommission für Integration mit Vertretern der Rathaus-Fraktionen, Mitgliedern des Nürnberger Rats für Integration und Zuwanderung sowie Sachverständigen eingerichtet. Das Gremium beschäftigt sich mit allen Belangen, die Menschen mit Migrationshintergrund in Nürnberg betreffen.

Parallel dazu wurde eine verwaltungsinterne Koordinierungsgruppe geschaffen, der Mitarbeiter/innen aus verschiedenen Referaten und Dienststellen der Stadt angehören. Die Einheit sorgt für gegenseitige Information und stimmt Ämter übergreifend Pläne ab. Mit dieser Koordinierungsgruppe wurde das Thema "Integration" endgültig als Querschnittsaufgabe etabliert.

Zur Begleitung des Integrationsprogramms wurde zudem ein Kuratorium ins Leben gerufen, in dem alle maßgeblichen gesellschaftlichen Kräfte vertreten sind. Der Oberbürgermeister leitet sowohl das Kuratorium als auch die Kommission.

Seit 2004 wurden aufbauend auf den vom Stadtrat beschlossenen Leitlinien für die kommunale Integrationspolitik kontinuierlich für einzelne Handlungsfelder Analysen und Maßnahmenvorschläge als Bausteine eines Nürnberger Integrationsprogramms entwickelt. Dies geschah in einem breiten gesellschaftlichen Diskurs, in dem „Betroffene“ bei der Erarbeitung beteiligt und zudem Expertenhearings veranstaltet wurden. Überarbeitungen und neue Kapitel sind in Vorbereitung. Mit einem "Integrationsbericht" soll künftig regelmäßig ein Überblick über die städtischen Aktivitäten und über relevante Daten in diesem Bereich gegeben werden.

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  •  Titelbild: © Stadt Nürnberg