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NQS an der Wirtschaftsschule

Schulentwicklung an der Wirtschaftsschule - vorausgehen, nicht hinterherhinken

Schule im Wandel – kaum ein anderes Schlagwort dominiert die Diskussion über Bildungspolitik in einer Weise wie dieser Slogan! In der Tagespresse wird der Begriff "Schule" meist nur mit den Gymnasien und Mittelschulen in Verbindung gebracht, doch natürlich sind von diesem Wandel auch die beruflichen Schulen und damit nicht zuletzt die Wirtschaftsschule betroffen.
Seit vielen Jahren hat die Schulentwicklung an der Wirtschaftsschule (B12) ein hohes Gewicht. Die Aufgabenbereiche sind dabei vielfältig und zielen stets auf die Erhöhung der Prozessqualität ab, um das Lernen und Arbeiten so effizient und so angenehm wie möglich zu gestalten. Im Rahmen des Programms „Nürnberger Qualitätsmanagement an Schulen“ (NQS) ergeben sich verschiedene Tätigkeitsfelder, denen sich das Schulentwicklungsteam in Zusammenarbeit mit der Schulleitung annimmt.

Die fünf Elemente der Qualitätsarbeit

Externe Evaluation

Im November 2009 wurde von den Schulleitern/-innen der Nürnberger Berufsschulen und den Schulentwicklern/-innen in Zusammenarbeit mit der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg das Konzept der Externen Evaluation ins Leben gerufen. Durch den gegenseitigen Besuch der Berufsschulen und die gegenseitige Bewertung der beobachtbaren Prozesse unter Anleitung von Prof. Wilbers ist es möglich, diese zu reflektieren und zu verbessern. Dieses System wird seit dem Schuljahr 2010/11 an allen Beruflichen Schulen in Nürnberg durchgeführt und hat sich als wertvolles Instrument der Qualitätsverbesserung bewährt.
Zuletzt wurde die Externe Evaluation an der Wirtschaftsschule (B12) im Schuljahr 2015/16 durchgeführt. Aus den Ergebnissen ergeben sich Anknüpfungspunkte für die Qualitätsarbeit an unserer Schule, die zu zahlreichen Neuerungen führten:
- Regelmäßige Durchführung eines Individualfeedbacks durch die Lehrkräfte in ihren Klassen
- Entwicklung und Auswertung von Schüler- und Lehrerbefragungen zur Erfassung eines Meinungsbildes zu bestehenden Lernangeboten und Prozessen
- Planung und Durchführung von schulinternen Lehrerfortbildungen
- Initiierung und Steuerung von durch die Schulordnung vorgegebenen Abläufen
- Planung und Umsetzung des Digitalisierungskonzepts
- Abstimmung von neuen und laufenden Maßnahmen
- Benennung des schulischen Leitbildes
- …

Des Weiteren ist es für die externe Evaluation unerlässlich, dass die Lehrkräfte zusätzlich zur allgemeinen Schülerbefragung verstärkt Individualfeedbacks einholen. Damit soll es den Kolleginnen und Kollegen leichter gemacht werden, ihre Klassen schnell und präzise zum Unterricht zu befragen. Nur durch konkrete Rückmeldungen sind schließlich erfolgreiche Unterrichtsmodelle erst möglich.

Individualfeedback

Niemand kann bezweifeln, dass die Schullandschaft sich gerade massiv verändert und wir mittendrin stehen. Diese Veränderungen schlagen sich schon seit einiger Zeit auch in unseren Klassen nieder. Die Wirtschaftsschule hat – wie keine andere Schulart – schon immer die Aufgabe gehabt, Schülerinnen und Schüler aus verschiedenen Schularten mit ihren heterogenen Voraussetzungen bis zum Abschluss, der Mittleren Reife, auf einen gemeinsamen Nenner, ein gemeinsames Niveau zu bringen.
Dies gelingt uns natürlich hauptsächlich dadurch, dass unser Unterricht im Zentrum unserer schulinternen Entwicklung steht. Wir haben uns während der letzten Jahre intensiv mit Methodenwechsel, Lernen lernen oder auch Selbstorganisiertem Lernen beschäftigt. All dies kann überaus nützlich sein, wenn es denn richtig angewandt wird. „Richtig“ bedeutet in diesem Zusammenhang „im richtigen Maß zum richtigen Zeitpunkt in der jeweiligen Klasse“. Woher soll man als Lehrer aber wissen, was wann in der jeweiligen Klasse notwendig ist?
Genau hier kommt das Individualfeedback ins Spiel! Dabei werden die Klassen durch die Lehrkräfte situationsbezogen mit sehr unterschiedlichen Methoden befragt. Das kann natürlich ein Fragebogen sein, z.B. am Ende des Schuljahres. Es kann aber auch eine spontane Befragung mit der Ampelmethode am Ende einer Stunde sein oder eine Evaluationszielscheibe nach einer abgeschlossenen Unterrichtseinheit. Selbst eine Unterrichtshospitation durch Kollegen ist denkbar.
Ein solches Feedback kann schon mal überraschende Ergebnisse zur Folge haben. Einerseits muss man als Lehrkraft vielleicht kritische Rückmeldungen aushalten, diese sollte man aber als Chance begreifen und die Ergebnisse konstruktiv in seinen Unterricht einarbeiten. Andererseits darf man vielleicht Lob ernten und diese Anerkennung als kleine Belohnung für das eigene Engagement genießen.
Auf gar keinen Fall aber sollte man den Fehler machen und Schüler als unmündige Beteiligte ansehen, die weder die Kompetenz noch die Ernsthaftigkeit für ein Feedback haben. Wem sonst, wenn nicht den direkt Betroffenen, soll man ein Urteil über Unterricht denn zutrauen?

Zentrale Schüler- und Lehrerbefragung

Im Rhythmus von zwei Jahren führt das NQS-Team zentrale Schüler- und Lehrerbefragungen durch, um eine Rückmeldung über die alltäglichen Abläufe an der Schule zu erhalten. Zu den bewertbaren Teilbereichen zählt unter anderem die Arbeit der Schulleitung oder die der einzelnen Fachbereiche, aber auch die Organisation verschiedener Veranstaltung oder die Kommunikation zwischen Schülern und Kollegium. Die Präsentation der Ergebnisse erfolgt durch das NQS-Team auf der Bilanzkonferenz, woraufhin Verbesserungsmöglichkeiten für diverse schulische Prozesse diskutiert werden können.

Pädagogische Veranstaltungen

Um auf alle Herausforderungen, die sich innerhalb des sich stets im Wandel befindenden Schullebens ergeben, vorbereitet zu sein, gewinnen Veranstaltungen wie der pädagogische Tag, aber auch Fortbildungsveranstaltungen immer mehr an Bedeutung. In unserer jährlichen Zielkonferenz stecken wir uns in den Fachgruppen, aber auch gesamtschulisch Jahresziele, die uns auf ein noch höheres Ausbildungsniveau bringen sollen. Ob diese Ziele erreicht wurden, wird auf der Bilanzkonferenz am Schuljahresende besprochen. Dieser Rückblick auf die Arbeit des gesamten Kollegiums über das ganze Jahr bietet Anknüpfungspunkte für die Planung der Folgejahre.

Ablauf der Prozesssteuerung zur Sicherung von Qualitätszielen

Digitalisierungskonzept

Um unsere Schülerschaft auf die Herausforderungen der digitalen Welt optimal vorbereiten zu können, bedarf es einer stetigen Anpassung der Unterrichtskonzepte und Lehrmethoden. Bis zum Ende des Schuljahres 2018/19 ist deshalb jede Nürnberger Schule dazu angehalten, ein Digitalisierungskonzept zu erstellen, das diesen Anspruch berücksichtigt. Bezüglich der Ausstattung unserer Klassenräume sind wir froh, an der Wirtschaftsschule bereits über einen hervorragenden Standard verfügen zu können. Im letzten Jahr wurden in unserem Schulhaus die letzten Kreidetafeln abgeschafft und durch interaktive Beamer der neuesten Generation, Smartboards und Visualizer ersetzt. Somit wurde unsere bestehende Ausstattung weiter ergänzt. Damit diese Gegebenheiten auch effektiv eingesetzt werden können und das Lernen an die Bedürfnisse der Schüler angepasst werden kann, entwickelt das neu gebildete Medienkompetenzteam gemeinsam mit dem NQS-Team und der Schulleitung den didaktischen und pädagogischen Rahmen für Lernbedingungen auf modernem Niveau. Weitere Aufgaben der Medienarbeit:
- Feststellung und Erstellung eines Ausstattungsplans
- Planung und Durchführung von Fortbildungen
- Ausarbeitung von digitalunterstützten einzelnen Unterrichtseinheiten in den einzelnen Fachbereichen
- Erstellung einer Sharing-Plattform zum Materialaustausch



Das NQS-Team

Stefan Weiß, Florian Weberpals, Romy Fischer und Tanja Bruch

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