WIR FRAGEN, OBERBÜRGERMEISTER-KANDIDIERENDE ANTWORTEN!
Wie wollen Nürnbergs Oberbürgermeister-Kandidierende die Integrationspolitik der kommenden sechs Jahre gestalten? Wir haben nachgefragt – direkt und konkret. Den Auftakt macht die Frage, welche Beteiligungsformate Menschen mit Zuwanderungsgeschichte stärken und besser in politische Entscheidungen einbinden sollen. Wer tiefer einsteigen möchte: Beim Weiterlesen finden sich viele weitere spannende Fragen sowie die ausführlichen Antworten aller Kandidierenden als Download.
"Welche Beteiligungsformate wollen Sie implementieren, um Menschen mit Zuwanderungsgeschichte
aktiv in politische Entscheidungsprozesse einzubinden und ihre Stimme zu stärken?"
Marcus König zur politischen Teilhabe und Mitbestimmung
Wir alle sind Nürnberg – und wir gestalten unsere Stadt am besten gemeinsam, so meine feste Überzeugung! Als Oberbürgermeister ist mir der Dialog mit Bürgerinnen und Bürgern ein großes Herzensanliegen. Es gibt in Nürnberg eine Fülle an Beteiligungsformaten mit dem Ziel, alle Menschen in kommunalpolitische Entscheidungsprozesse einzubinden Z.B. die „klassischen“ Bürgerversammlungen, die mobilen OB-Touren, der digitale Bürgerdialog, die „Lass uns reden“-Dialogformate in den Stadtteilen . Diese entwickle ich stetig weiter, damit sie zeitgemäß und offen für alle bleiben.
Dr. Nasser Ahmed zur politischen Teilhabe und Mitbestimmung
Bereits vor Jahren haben wir uns Gedanken über die Erhöhung der Beteiligung von Menschen mit Zuwanderungsgeschichte z.B. an den Bürgerversammlungen gemacht. Doch dieses Bemühen ist sicher noch nicht am Ziel. Wir sehen aber auch die positiven Effekte der Kulturprojekte, die partizipativ aufgebaut sind, wie z.B. von KommVor-Zone, die gerade die dicht besiedelten Stadtteile mit einem hohen Anteil von Menschen mit Zuwanderungsgeschichte im Fokus hat.
Britta Walthelm zur politischen Teilhabe und Mitbestimmung
• Bürger:innenräte, Stadtteilforen oder digitale Beteiligungsplattformen, • gezielte Outreach-Aktionen, um Menschen mit Zuwanderungsgeschichte zu mobilisieren und einzubinden, • Ehrenamt und zivilgesellschaftliches Engagement tragen unsere Stadt, schaffen Identität, öffnen Welten und bieten Heimat. Viel zu oft übernehmen Ehrenamtliche staatliche Pflichtaufgaben. Deshalb fördern wir Vereine unkompliziert, bieten Räume und Infrastruktur für Sitzungen und Feiern und setzen uns für kostenlose Beratung zu Vereinsrecht und Fördermittelakquise ein
Titus Schüller zur politischen Teilhabe und Mitbestimmung
Die Linke will Beteiligung niedrigschwellig, verbindlich und sichtbar machen: • Beteiligungsformate in Stadtteilen und Quartieren, die frühzeitig in Entscheidungen eingebunden werden • transparente Informationen über Vorhaben und Entscheidungswege – verständlich und mehrsprachig • Stärkung des Integrationsrates und seiner Beteiligungsrechte • Perspektivisch: kommunales Wahlrecht für alle Menschen, die hier ihren Lebensmittelpunkt haben
Thomas Estrada zur politischen Teilhabe und Mitbestimmung
Mein Ziel ist eine gezielte, neutrale Werbung für Demokratie. Ich sehe es als Aufgabe der Stadt, offizielle Plakate mit QR-Codes einzusetzen, die neutral über Wahlrechte und Abläufe informieren – und zwar dort, wo die Menschen sind, nicht nur im Rathaus. Die Stadt muss ein sichtbares Interesse an hoher Beteiligung an Wahlen und Entscheidungsprozessen zeigen. Gleichzeitig bin ich der Meinung, dass die „Materialschlachten“ der Parteien durch Plakate, Großflächen, klarer reguliert gehören. Sie sorgen oft für Unübersichtlichkeit, statt neutral aufzuklären.
Im Rahmen der Internationalen Wochen gegen Rassismus lädt der Integrationsrat der Stadt Nürnberg herzlich zu einer offenen Diskussionsveranstaltung ein. Unter dem Titel „Rassismus die Rote Karte zeigen“ widmen wir uns einem Thema, das viele Menschen bewegt: Diskriminierung und Rassismus im Sport – von der Breite bis zum Profibereich.
Gemeinsam mit Gästen aus dem Breitensport, Vertreterinnen und Vertretern von Sportvereinen sowie dem 1. FC Nürnberg sprechen wir darüber: – welche Formen von Rassismus im Sport sichtbar und unsichtbar auftreten – welche Erfahrungen Betroffene machen – welche Strukturen und Meldestellen es bereits gibt – welche präventiven Maßnahmen heute schon greifen – und wie wir diese weiterentwickeln können
Dabei geht es vor allem um die Frage, wie wir voneinander lernen und vorhandene Strukturen besser miteinander vernetzen können – damit Synergieeffekte zwischen großen und kleinen Sportvereinen, Initiativen und Institutionen entstehen. Unser Ziel ist es zu diskutieren, ob wir in Nürnberg ein gemeinsames Modell entwickeln können, das nach außen sichtbar ist und aktiv vor Diskriminierung und Rassismus schützt.
Wir möchten den Austausch zwischen Podium und Publikum fördern und gemeinsam Wege finden, wie ein sportliches Miteinander ohne Ausgrenzung und Rassismus gelingen kann.
Wir freuen uns auf eine lebendige Diskussion und auf Ihre Teilnahme!
Pressemitteilung des Integrationsrates Nürnberg: Kürzungen bei Deutschkursen kontraproduktiv und kurzsichtig
Nürnberg, [23.02.2026] – Der Integrationsrat der Stadt Nürnberg verurteilt die geplanten Kürzungen der Bundesregierung beim Zugang zu Deutschkursen scharf. Die Entscheidung sei integrationspolitisch kontraproduktiv und wird gravierende negative Folgen für den gesellschaftlichen Zusammenhalt haben.
Gewinner des Interkulturellen Preises 2025 steht fest!
Der Integrationsrat der Stadt Nürnberg verleiht seinen Interkulturellen Preis im Jahr 2025 an die Initiative Schwarzer Menschen in Deutschland – Nürnberg e.V. !
Damit würdigt die Preis-Jury das langjährige, vielfältige und beharrliche Engagement der Initiative gegen Rassismus sowie ihren Beitrag zu einem solidarischen, interkulturellen Miteinander in Nürnberg. Mit dem Verzicht auf eine zuletzt üblich gewordene Aufteilung des Preises und der bewussten Vergabe an einen einzelnen Preisträger soll ein gezieltes Schlaglicht auf das Engagement Schwarzer Menschen in Nürnberg geworfen werden – einer Community, die im Alltag über-durchschnittlich häufig rassistischen Anfeindungen ausgesetzt ist. Umso mehr verdient das beharrliche Wirken der ISD Nürnberg besondere Anerkennung: Sie leistet unermüdlich Aufklärungsarbeit, stärkt durch Empowerment die eigene Community und schafft Räume der Begegnung und Solidarität. Die Initiative gibt Schwarzen Stimmen Gewicht, macht historische Kontinuitäten von Rassismus sichtbar und setzt sich für eine offene, vielfältige Stadtgesellschaft ein.
Der Preis wird am Freitag, den 19.09.2025 im Rahmen eines interkulturellen Empfangs im Kulturzentrum "südpunkt" in Anwesenheit von Oberbürgermeister Marcus König feierlich verliehen.
Der Integrationsrat hatte am in einem Beschluss vom 07.11.2023 gefordert, mehr öffentlich zugängliche Lernräume für Schülerinnen und Schüler in Nürnberg zu schaffen, da vor allem Kinder aus einkommensschwächeren Familien mit beengtem Wohnraum zuhause oft nicht die notwendige Ruhe für Hausaufgaben bzw. für die Schulvorbereitung finden. In einem ersten Schritt stellte die Stadtverwaltung in der Kommission für Integration vor, welche öffentlichen Lernräume in Nürnberg bereits heute zur Verfügung stehen. Die Geschäftsstelle des Integrationsrates hat die Serviceleistung übernommen, die in dem schriftlichen Verwaltungsbericht aufgelisteten Örtlichkeiten in einer interaktiven Karte zusammenzuführen. Diese Karte kann in Zukunft auf allen einschlägigen Internetseiten der Stadt Nürnberg implementiert und für einen schnellen Überblick über die verfügbaren öffentlichen Lernorte genutzt werden kann.
Bereits Ende 2024 hatte der Integrationsrat einen neuen Vorstand für die nächsten zwei Jahre gewählt, der am 12.01.2025 seine Arbeit aufnahm. Neuer Vorsitzender ist Sorush Mawlahi (4. v.l.). Im geschäftsführenden Vorstand unterstützen ihn als 1. stellv. Vorsitzende Özlem Öz (3. v.l.), als 2. stellv. Vorsitzende Tamara Schönrock (5. v.l.) und als 3. stellv. Vorsitzende Ionela van Rees-Zota (7. v.l.). Im erweiterten Vorstand kommen fünf weitere Mitglieder hinzu. Dies sind Ali Arslan (1. v.l.), Cengiz Avci (6. v.l.), Horst Göbbel (9. v.l.), Dorina Motzig (8. v.l.) und Katharina Shnipa (2. v.l.).