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Schulprojekte

Gemeinsam mit den Schulen im Stadtteil führt der Kulturladen Loni-Übler-Haus jährlich mehrere Projekte durch. An der Thusnelaschule betreut der Kulturladen die Arbeit im Rahmen von „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“. Außerdem finden unterschiedliche Angebote mit Kindern mit Migrationshintergrund in der Bartholomäusschule statt.


Sylvia Kohlbacher über die interkulturelle Arbeit an Schulen

Gemeinsam mit den Schulen im Stadtteil organisiert der Kulturladen Loni-Übler-Haus jährlich mehrere Projekte in Sachen "Interkulturelle Arbeit". Was so sperrig klingt, ist eigentlich sehr spannend und für die Kulturladen-Macherinnen eine Art Türöffner in die Welt der Schülerinnen und Schüler. Loni-Mitarbeiterin und Ansprechpartnerin Sylvia Kohlbacher erzählt von dieser Arbeit.

Was passiert an den Schulen beim interkulturellen Kommunikationstraining?

An der Mögeldorfer Thusneldaschule zum Beispiel bilden wir aus den 3. bis 10. Jahrgangsstufen eine Arbeitsgruppe. Da werden Themen spielerisch erarbeitet sowie Projektideen geplant und umgesetzt. Jährlich macht der Kulturladen Loni-Übler-Haus mit dem Internationalen Bund so ein interkulturelles Kommunikationstraining für die Schüler/-innen der ersten bis sechsten Klasse.
Gemeinsam mit der Arbeiterwohlfahrt findet außerdem das Projekt "Respekt Coaches" in den höheren Jahrgangsstufen der Mittelschule statt. Das ist ein Projekt der "Jugendmigrationsdienste". Die "Respekt Coaches" sind Anti-Mobbing-Profis, sie machen demokratische Werte für Kids erlebbar und stärken sie so in ihrer Persönlichkeit

Was genau sind interkulturelle Kommunikationstrainings?

Ein kompliziertes Wort für eine eigentlich einfache Sache!
Wörtlich übersetzt bedeutet es: Verständigung zwischen den Kulturen.
Es geht darum sich kennen zu lernen, Vorurteile abzubauen, die Klassengemeinschaft zu stärken und sich für andere einzusetzen.

Warum macht diese Schule mit dem Kulturladen solche Aktionen?

Die Thusneldaschule trägt den Titel "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage" (SOR-SMC). In diesem Rahmen besteht schon lange Jahre eine Kooperation zwischen dem Kulturladen Loni-Übler-Haus und der Schule. Bei der Antirassismusarbeit ist es wichtig, dass man damit früh beginnt und die Schülerinnen und Schüler für dieses Thema sensibilisiert.

Was bringt das?

Ziemlich viel, glauben wir. Die Kombination aus Kommunikationstraining, einer Schüler-AG und Projekttagen ist schon effektiv. Vor allem weil die Schüler/-innen ihre Themen selbst anstoßen und beackern. Sie schlagen Projekte vor und werden dann bei der Umsetzung unterstützt. Auch von vielen Kooperationspartnern innerhalb der Stadt übrigens.

Wie sehen solche Projekte aus?

Beispielsweise planen die Schüler/-innen Spenden in der Innenstadt zu sammeln und das Geld wird der Wärmestube in der Köhnstraße zugutekommen. In der Schule selbst haben sie schon Sachspenden gesammelt und weitergegeben. So sollten obdachlose Menschen unterstützt werden.
Die Schülerinnen und Schüler beteiligen sich auch jedes Jahr an den „Nürnberger Wochen gegen Rassismus“, letztes Jahr haben sie zusammen mit 16 weiteren SOR-SMC Schulen unter dem Motto „Vielfalt sehen - Vielfalt säen“ „Seedbombs“ in der Innenstadt verteilt. Diese haben sie selbst gemacht im Vorfeld selbst hergestellt und mit Sprüchen und Bildern über Vielfalt und Menschenrechte gestaltet.

Gibt es noch eine Schule, mit der ihr arbeitetet?

Ja, seit drei Jahren verbindet ein Patenprojekt den Kulturladen Loni-Übler-Haus mit der Bartholomäusschule. Wir haben dort „Komm, ich zeig Dir unsere Stadt“ entwickelt. Schüler/-innen, die in Nürnberg geboren sind, zeigen neu zugezogenen Mitschülern/-innen, die eine Deutschklasse besuchen, die für sie interessantesten Orte der Stadt. Vorab werden die relevantesten deutschen Wörter besprochen und unterwegs vertieft. Das Ganze soll natürlich auch Spaß bringen, deshalb gibt es Spiel- und Bastelaktionen, Rollenspiele und Geschichten. Wir sind im Tierpark unterwegs, auf dem Erfahrungsfeld der Sinne, im Planetarium oder untersuchen manchmal nur eine bestimmte Hausecke, die den Kindern interessant erscheint. Ziel ist es, den Mitschülern/-innen ihre neue Stadt näher zu bringen. Zum Schluss erstellen alle zusammen ein kleines Buch über die Ausflüge mit Bildern, Eintrittspreisen, was man dort vor Ort tun kann und welche öffentlichen Verkehrsmittel man nehmen muss.

Gibt es noch andere Aktionen?

„Stopp es geht auch anders“ ist ein zweites Projekt an der Bartholomäusschule. Einmal wöchentlich treffen wir die Deutschklasse und setzen uns interaktiv mit verschiedenen Themen in einem sogenannten interkulturellen Sozialtraining auseinander. Da geht es um das Miteinander, um Sachen wie „Gemeinsam statt einsam“ oder „Ich sehe den anderen“.
Ziel ist auch hier das bessere Kennenlernen, gegenseitiges Verständnis zu fördern und das Klassenklima zu verbessern. Wir sprechen über Gefühle, was uns verbindet, unterscheidet und wie wichtig es ist, sich an Werte und Regeln zu halten. Die Kinder reflektieren nach jeder Stunde auch, wie sie sich selbst an die Regeln gehalten haben. Alle bereits genannten Projekte wären nicht möglich ohne viele finanzielle Unterstützer wie bspw. Demokratie leben, Bürgerbewegung für Menschenwürde Mittelfranken e.V, Stiftung „Nürnberg - Stadt des Friedens und der Menschenrechte“, und Paula Maurer Stiftung.

Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage – Thusneldaschule

Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage

Im Rahmen von „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ finden mit der Thusneldaschule mehrere Projekte über das Schuljahr verteilt statt. Jährlich führt der Kulturladen Loni-Übler-Haus mit dem Internationalen Bund interkulturelle Kommunikationstrainings für die Schülerinnen und Schüler der ersten bis sechsten Klasse durch. Und gemeinsam mit der Arbeiterwohlfahrt findet das Projekt Respekt-Coaches in den höheren Jahrgangsstufen der Mittelschule statt.

Außerdem begleitet der Kulturladen die Schülerinnen und Schüler der AG der Thusneldaschule, die an den „Nürnberger Wochen gegen Rassismus“ teilnimmt und sich aktiv für mehr Toleranz in der Schule einsetzt.

Zusätzlich finden weitere Aktionen über das Schuljahr verteilt statt. So wurden 2018/19 auch Hochbeete unter dem Motto „Vielfalt sehen – Vielfalt säen“ gestaltet und ein Film über Mobbing gedreht. Und im Schuljahr 2019/20 stehen die Aktionen unter dem Motto "Gesicht zeigen - Stimme erheben". Die Schülerinnen und Schüler werden im Rahmen der "Nürnberger Wochen gegen Rassismus" eine Spendenaktion für die Wärmestube in der Köhnstraße auf die Beine stellen. Außerdem finden Zeitzeugengespräche mit Bewohnerinnen und Bewohnern des Pflegezentrums Sebastianspital - NürnbergStift der Stadt Nürnberg statt und gemeinsam mit dem Martin-Luther-Kinderheim wird es einen spannenden Aktionstag geben.

Wir danken für die Unterstützung durch die "Paula-Maurer-Stiftung", der Stiftung - "Nürnberg - Stadt des Friedens und der Menschenrechte" und der Bürgerbewegung für Menschenwürde Mittelfranken e.V. sowie "Demokratie Leben".


Bartholomäusschule

Bartholomäusschule

Auch mit der Bartholomäusschule werden gemeinsame Projekte umgesetzt.

Im Schuljahr 2019/20 wird zum Beispiel „Komm, ich zeig dir unsere Stadt“ realisiert. Kinder einer Regelklasse zeigen Kindern, die neu in Deutschland und in der Stadt sind, ihre Stadt - Nürnberg. Bei dem zweiten Projekt mit der Bartholomäusschule „Stopp es geht auch anders“, finden interkulturelle Sozialtrainings statt.

Wir danken "Demokratie Leben" für die Unterstützung.

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