Die Folgen des Dreißigjährigen Krieges erschöpften die Finanzkraft Nürnbergs. 1806 wurde die Reichsstadt mit mittlerweile nur noch 25 000 Einwohnern dem Königreich Bayern zugesprochen. Diese Eingliederung in ein größeres Staatswesen und der Unternehmergeist des Bürgertums führten zu einem neuen wirtschaftlichen Aufstieg. Ein Symbol dafür ist der „Adler“: 1835 fuhr die in England gefertigte Lokomotive von Nürnberg nach Fürth und nahm damit als erste Eisenbahn Deutschlands ihren Betrieb auf.
Die Bleistift- und Spielzeugfabrikation sowie die Metallverarbeitung prosperierten. Unternehmer wie Theodor von Cramer-Klett (Gründer der MAN) und Sigmund Schuckert (Siemens-Schuckert) prägten das Wirtschaftsleben in der Stadt.
Südlich der Bahnlinie entstanden große Industriegebiete und Wohnsiedlungen, die Einwohnerzahl überschritt 1881 die 100 000. Das „rote“ Nürnberg war die größte Industriestadt Süddeutschlands und eine Hochburg der Arbeiterbewegung.