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Bierfest, Landbier-Genuss, Führungen: Bierstadt Nürnberg

Franken gilt vielen als Land der Biere. So hat Oberfranken mit rund 200 Brauereien die höchste Brauereidichte der Welt. Die anderen fränkischen Regionen stehen dem nur wenig nach. Auch in Nürnberg, das eine lange Brautradition seit dem Mittelalter aufweisen kann, steht das "Seidla" – fränkisch für einen halben Liter Bier – hoch im Kurs. Neben den ortsansässigen Brauereien Tucher, Schanzenbräu, Altstadthof, Barfüßer und Zeltner Biere feiern in den vergangenen Jahren auch die Landbiere aus der ganzen Region Einkehr in die Biergärten, Restaurants und Kneipen der Stadt. Das Fränkische Bierfest im Burggraben ist ein Anziehungspunkt für Bierfans von Nah und Fern mit einmaliger Geschmacksvielfalt in beeindruckender Atmosphäre.

Das jährliche Highlight: Fränkisches Bierfest im Burggraben

Es ist ein Schaulaufen von Brauereien aus Nürnberg und der Region sowie ein Fest der einzigartigen fränkischen Biervielfalt: das Bierfest in der einladenden Kulisse des Nürnberger Burggrabens. Von den Veranstaltern als "längster und vielleicht auch schönster Biergarten der Welt" bezeichnet, ist es zweifellos eines der Feste mit der größten Auswahl verschiedener Biere weit und breit. Vom 14. bis 18. Juni 2017 rückt es bereits zum 20. Mal die fränkische Landbier-Kunst in den Vordergrund.

Die Zahlen sind beeindruckend: Über 40 privat geführte Brauereien, die ihre Produkte handwerklich herstellen, präsentieren auf dem Fränkischen Bierfest über 100 verschiedene Biersorten. Von A wie in "Hausbrauerei Altstadthof" bis Z wie in "Brauerei Zeltner" reicht die Palette. Als Gastbrauerei von außerhalb Frankens ist heuer die "Bryggeri Helsinki" aus Finnland zu Gast. Bei großem und kleinem Hunger finden Sie zahlreiche Stände mit fränkischen und internationalen Köstlichkeiten. Für die passende Beschallung sorgen vier Bühnen mit abwechslungsreichem Musikprogramm.

Für die Anreise zum Fränkischen Bierfest empfiehlt sich der Öffentliche Nahverkehr: Die Straßenbahnlinie 4 der VAG bringt sie sicher und komfortabel zur Haltestelle Tiergärtnertor, von wo aus Sie über eine Treppe in den Burggraben gelangen. Barrierefrei kommen Sie von der Haltestelle Hallertor der Straßenbahnlinien 4 und 6 sowie der Buslinie 36 über den Neutorgraben zum Bierfest.

Nürnberg und das Bier: Geschichte und Führungen

Schwer vorstellbar, dass der Nürnberger Stadtrat heutzutage die Aufgabe hätte, die Versorgung der Bevölkerung mit Bier sicherzustellen. Im Mittelalter war dies aber eine der wichtigen Aufgaben der städtischen Entscheidungsträger. Erstmalig erwähnt wurde Bier denn auch im Satzungsbuch des Nürnberger Rats 1302 bis 1310. Die Räte legten damals fest, dass ausschließlich mit Gerste zu brauen sei. Ungefähr seit dieser Zeit gibt es das berühmte Nürnberger Rotbier, das in den vergangnen Jahren wieder eine Renaissance feierte. Es zeichnet sich dadurch aus, dass es untergärig gebraut und stärker gehopft wird. Seit dem 15. Jahrhundert betrug der jährliche Bierverbrauch pro Kopf in Nürnberg rund 200 Liter. Die Herstellung des Biers reglementierte eine strenge Brauordnung, städtische Beamte waren für die Überwachung zuständig.

Die Brauereivielfalt in der Stadt war damals enorm. So gab es 1579 insgesamt 42 Brauereien in Nürnberg, 1700 waren es deren 36 und 1806 immerhin noch 34. In den weitläufigen, kühlen Felsenkellern unterhalb der Altstadt fand das Bier die idealen Bedingungen zum Lagern und Gären. Schon im 19. Jahrhundert schritt auch auf dem Biermarkt die Industrialisierung immer weiter voran: Wenige kapitalkräftige Großunternehmen kauften viele der kleinen, handwerklich arbeitenden Betriebe auf. Wichtiger wurde außerdem der Export ins In- und Ausland. Im Jahr 1880 verkauften Nürnberger Brauereien 173.000 Hektoliter Bier nach außerhalb der Stadtgrenze. Die Stadt stand damit in Bayern an der Spitze. Das Brauereisterben ging derweil weiter: 1925 gab es nur noch fünf Brauereien in Nürnberg, 1994 fusionierten die beiden letzten verbliebenen Betriebe Tucher und Patrizier.

Seit den 1990ern ist aber wieder ein gegenläufiger Trend zu beobachten. Kleinere Hausbrauereien wie der Altstadthof, das Barfüßer-Brauhaus oder das Schanzenbräu aus Gostenhof werden zunehmend beliebter. Viele Biergärten und Kneipen bieten eine wechselnde Auswahl an Landbieren aus der Region an, auch in Supermärkten und Getränkemärkten ist häufig wieder Vielfalt und Regionalität Trumpf. Nürnberg kann sich so mit Fug und Recht wieder als Bierstadt bezeichnen. Die Vergangenheit können Sie derweil bei Führungen rund ums Bier und seine Geschichte erleben – und anschließend bei einem Biergartenbesuch wieder herzhaft in die Gegenwart eintauchen. (job)

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