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2014: 100 Jahre Beginn des Ersten Weltkriegs

Soldat im 1. Weltkrieg im Schützengraben

"Verpflichtende Vergangenheit"

Im Sommer 1914 löste die Ermordung des österreichischen Thronfolgers in Sarajevo am 28. Juni den Ersten Weltkrieg aus. Die offizielle Kriegserklärung Deutschlands an Frankreich am 3. August beendete die Idylle des heißen Sommers endgültig. Es begann ein Feldzug der Vernichtung von bisher unbekannter Dimension. Zwischen August und Dezember 1914 meldeten die Hauptkriegsparteien große Verluste u.a. 528.000 tote, verwundete oder vermisste Franzosen, 1,8 Millionen Russen, 800.000 Deutsche, 1,25 Millionen aus Österreich-Ungarn und 90.000 Soldaten des britischen Expeditionsheeres.

Schwerpunktthema für Kultur in Nürnberg im Jahr 2014

Nürnberg rief mit Ausstellungen, Publikationen, Filmreihen und Vorträgen diese zivilisatorische Katastrophe in Erinnerung. Hierbei war die Stadt in besonderem Maße gefordert, war doch die gesamte Führung des NS-Regimes im Ersten Weltkrieg mit Gewalt- und Verlusterfahrungen "sozialisiert" worden. Auch das ehemalige Reichsparteitagsgelände steht in besonderem Bezug zum Ersten Weltkrieg. So fand im Luitpoldhain seit 1930 das offizielle Gedenken der Stadt Nürnberg an die Kriegstoten des Ersten Weltkriegs seinen Platz, was die Nationalsozialisten aufgriffen und in ihrem Sinne gestalteten. Die nahegelegene "Russenwiese" am Valznerweiher erhielt ihren Namen durch dort im Ersten Weltkrieg internierte russische Soldaten. Später wurde die Fläche für Zeltlagerstätten der Parteitagsteilnehmer und seit Kriegsbeginn 1939 erneut als Kriegsgefangenenlager genutzt. Die Zeppelintribüne selbst stand während der Reichsparteitage im Zentrum militärischer Aufmärsche, die die Anwesenden nicht nur auf den NS-Staat, sondern auch auf einen erneuten Waffengang zur Revision des infolge des Ersten Weltkriegs entstandenen Status quo in Europa einschwören sollten.

Programm durch das ganze Jahr hindurch

Der Themenschwerpunkt "100 Jahre Beginn des Ersten Weltkriegs" startete mit einer kompakten wissenschaftlichen Vortragsreihe am 30. Mai, bevor das Dokumentationszentrum ab 28. Juni in der Raum- und Medieninszenierung "Sommer Vierzehn – Die Geburt des Schreckens der Moderne" das Ereignis medial neuartig aufbereitete und einem breiten Publikum darlegte.

Am 29. Juli eröffnete das Stadtarchiv Nürnberg mit "Der Sprung ins Dunkle" eine Ausstellung, die insbesondere das Geschehen in der Stadt und damit bisher wenig beachtete lokalgeschichtliche Aspekte beleuchtete. Das Bardentreffen, das vom 1.–3. August und damit am 100. Jahrestag der Kriegserklärung Deutschlands an Frankreich stattfand, schlug mit dem Motto "Krieg und Frieden" den Bogen in die heutige Zeit und ihre Konfliktfelder. Ab Oktober 2014 untersuchte das KunstKulturQuartier das Thema "Der Erste Weltkrieg im Film" mit einer Filmreihe und einer Stummfilm-Produktion.

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