1993 wurde die "Straße der Menschenrechte" in Nürnberg der Öffentlichkeit übergeben. Jede ihrer Rundpfeiler trägt die Kurzfassung eines der 30 Artikel der "Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte" von 1948. Die von dem israelischen Künstler Dani Karavan geschaffene Installation erinnert an das dunkelste Kapitel deutscher und Nürnberger Geschichte, symbolisiert gleichzeitig aber auch den Sieg der Menschlichkeit über die Barbarei und macht Hoffnung auf eine Welt, in der alle Menschen in Würde, Frieden und Freiheit leben können.
Straße der Menschenrechte

Straße der Kinderrechte
Damit sowohl Kinder, als auch Erwachsene merken, dass auch Kinder Rechte haben steht im Stadtpark eine „Straße der Kinderrechte“. Diese macht die UN-Kinderrechtskonvention anhand von zehn künstlerisch gestalteten Stationen zugänglich. Dabei werden zentrale Kinderrechte wie Schutz, Bildung und Beteiligung thematisiert und können teilweise spielerisch erkundet werden. Die Stationen entstanden zwischen 2005 und 2021 in Zusammenarbeit mit Kindern und Jugendlichen, Künstler*innen, Fachfirmen und städtischen Dienststellen.
Dokumentationszentrum: ehemaliges Reichsparteitagsgelände
Nürnberg hat seine Rolle in der NS-Zeit nicht geleugnet oder ignoriert, sondern sich intensiv und kontrovers damit auseinander gesetzt. Zahlreiche Initiativen der Stadt und aus der Bürgerschaft stellten sich der Frage nach den Ursachen der Verstrickung Nürnbergs in das nationalsozialistische Unrechtssystem und dem daraus resultierenden Auftrag für die Zukunft. So wurde 1985 mit der Ausstellung "Faszination und Gewalt" in der Zeppelintribüne ein erster Zugang zur Geschichte des ehemaligen Reichsparteitagsgeländes und der Stadt in der NS-Zeit geschaffen. Zwischenzeitlich ist diese in der umfassenden Informationsstätte des Dokumentationszentrums Reichsparteitagsgelände aufgegangen.
Memorium Nürnberger Prozesse

Das 2010 eröffnete „Memorium Nürnberger Prozesse“ verweist auf Nürnberg als den Schauplatz eines Meilensteins des Völkerrechts: Am historischen Ort informiert eine Dauerausstellung über Vorgeschichte, Verlauf und Nachwirkung des internationalen Militärtribunals über führende Vertreter des NS-Regimes.
Die zentralen Rechtsprinzipien dieser Prozesse erforscht hier auch die Akademie Nürnberger Prinzipien unter den drei Gesichtspunkten Legitimität, Akzeptanz und Rechtmäßigkeit der strafrechtlichen Aufarbeitung völkerrechtlicher Verbrechen entwickeln diese weiter.
Erinnerungsorte für die Opfer des NSU in Nürnberg

Mehr als 13 Jahre hat die Gruppe „Nationalsozialistischer Untergrund“, kurz NSU, in ganz Deutschland rassistisch motivierte Morde und Verbrechen begangen, ohne von den Ermittlungsbehörden aufgedeckt zu werden. Allein in Nürnberg und München sind fünf Menschen mit türkischen und griechischen Wurzeln in dieser Zeit ermordet worden.
Serkan Yildirim wurde in Nürnberg Opfer eines NSU-Anschlags. Am 23. Juni 1999 überlebte er die Explosion einer versteckten Rohrbombe und zählt damit zu den wenigen Überlebenden der rassistisch motivierten Anschlagsserie des NSU.
Neben dem zentralen NSU-Mahnmal am Kartäusertor befinden sich heute an den jeweiligen Tatorten Gedenkstätten, die an die Opfer erinnern.
Synagogen-Gedenkstein am Hans-Sachs-Platz

Ein Gedenkstein auf dem Hans-Sachs-Platz markiert heute den ehemaligen Standort der Nürnberger Hauptsynagoge. Die von 1874 bis 1938 bestehende Synagoge wurde im Rahmen der nationalsozialistischen Umgestaltung der Stadt auf Grundlage der Verfügung zur „Neugestaltung der Stadt der Reichsparteitage“ abgerissen. Heute dient der Erinnerungsort als Mahnmal.
Gedenkort für die verfolgten Sinti und Roma in der NS-Zeit am Frauentorgraben
Der Gedenkort am Frauentorgraben erinnert an die Nürnberger Sinti und Roma, die Opfer der nationalsozialistischen Verfolgung und des Völkermords wurden. Auf Initiative des Bayerischen Landesverbands Deutscher Sinti und Roma entstand ab 1997 die Idee für ein eigenes Erinnerungszeichen, das am 17. Mai 2000 eingeweiht wurde. Der Standort gegenüber dem ehemaligen Kulturvereinshaus wurde bewusst gewählt, da die dort 1935 erlassenen „Nürnberger Gesetze“ eine zentrale Grundlage für die rassistische Verfolgung von Sinti und Roma sowie Juden bildeten.
Denkmal für die in der NS-Zeit verfolgten Homosexuellen am Magnus-Hirschfeld-Platz
Auf dem Magnus-Hirschfeld-Platz in Nürnberg erinnert eine Gedenkstele und eine Gedenkkugel an die homosexuellen Opfer der nationalsozialistischen Verfolgung. Im Jahr 2019 beschloss der Nürnberger Stadtrat, den zuvor namenlosen Platz nach dem Sexualwissenschaftler und LGBT-Aktivisten Magnus Hirschfeld zu benennen. Durch die Neugestaltung wurde der Ort als Erinnerungs- und Begegnungsstätte der queeren Community weiter aufgewertet.




